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Mit fast Nichts zum gelungenen Gänsehautabend im Deutschen Theater in Göttingen

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Von: Ute Lawrenz

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Ein gelungener Gänsehaut-Abend im Keller des Deutschen Theaters: (v. l.) Roman Majewski, Cornelie Hildebrand und Ronny Thalmeyer.
Ein gelungener Gänsehaut-Abend im Keller des Deutschen Theaters: (v. l.) Roman Majewski, Cornelie Hildebrand und Ronny Thalmeyer. © Thomas Müller/nh

Die Horror-Story „Die Frau in Schwarz“ sorgte im Keller des Deutschen Theaters in Göttingen bei so manchem Zuschauer für Gänsehaut.

Göttingen – Drei Darsteller plus eine Handvoll Requisiten ergeben einen gruseligen Gänsehautabend? Was keiner ernsthaft für möglich hält, wird umgesetzt im Deutschen Theater (DT) . Die Horror-Story „Die Frau in Schwarz“ mit Ronny Thalmeyer und Roman Majewski in der Inszenierung von Georg Münzel feierte im DT-Keller gelungene Premiere.

Vergangenes bewältigen will der Anwalt Arthur Kipps (Ronny Thalmeyer), wie in dem Roman „Die Frau in Schwarz“ von Susan Hill und Stephen Mallatratt (1983), der schon Vorlage für den gleichnamigen Horrorfilm (2012) war.

Deutsches Theater Göttingen zeigt Horror-Story „Die Frau in Schwarz“

Seine erschreckende Geschichte möchte Kipps sich endlich von der Seele reden, sie unbeschönigt seiner Familie erzählen. Ein Schauspieler (Roman Majewski) soll ihm dabei helfen.

Zuerst scheinen die beiden nicht zusammenzufinden. Doch als der Schauspieler in Kipps‘ Rolle schlüpft und diesem die vermeintlichen Nebenrollen zuweist, wird aus den beiden ein grandioses Team des Schreckens: Der Abgrund, der sich vor Kipps auftat, wird sichtbar, als er unter Anleitung des Profis das Publikum auf seiner Reise mitnimmt.

Fast unglaublich, mit wie wenigen Mitteln die Geschichte förmlich zum Leben erweckt wird. Auf der Bühne gibt es nur eine große Kiste und zwei Stühle. Die Hündin, die Kipps Sicherheit geben soll, wird „sichtbar“ allein durch die Streicheleinheiten, die Kipps und der Schauspieler ihr zukommen lassen; eine Kutsche entsteht mit der Vielzweckkiste – sie bietet Platz für die Passagiere –, einem Stuhl für den Kutscher und Bewegung im Rhythmus.

Hier zählt die Kunst, aus dem Nichts klare Bilder zu kreieren, hier zählt das Können, viele Dinge, die nicht da sind, zu erspielen. Darin sind Majewski und Thalmeyer groß. Dabei werden sie unterstützt mit vielen Möglichkeiten, die die Technik am Theater bietet.

Nur mit Licht zeigt sich eine verschlossene Tür. Durch einen Gazevorhang und die entsprechende Beleuchtung wird die Frau in Schwarz (Cornelie Hildebrandt) sichtbar und verschwindet wieder auf ebenso geheimnisvolle Weise (Bühne und Kostüme: Lisa Marlen Hartling).

Hier zeigt sich das Prinzip der Inszenierung: Durch die Vorstellungskraft schaffen die Zuschauer ihre eigenen Bilder zum Geschehen. Der Ton macht die Musik, so sagt es auch der Schauspieler in eigenen Worten.

Erstaunlich: Mit wenigen Mitteln wird Horrorfilm-Atmosphäre im DT-Keller erzeugt

Kaum hört der Zuschauer Eisenbahngeräusche, kann er sich vorstellen, dass die Akteure auf den beiden Stühlen tatsächlich in einem Zugabteil sitzen. Erklingt Pferdegetrappel nähert sich die Kutsche. Das imaginäre Pochen an der Tür des einen wird real, wenn der andere auf die Holzkiste klopft.

Erstaunlich bleibt, mit wie wenigen Mitteln, Horrorfilmatmosphäre erzeugt werden kann. Das Publikum applaudiert begeistert für die schaurig-schönen 75 Minuten mit einer Eröffnung im Comedy-Gewand.

So mancher wird seine Gänsehaut noch eine Weile nach der Vorstellung spüren. Ein rundum gelungener, unterhaltsamer Abend, bei dem es keine Sekunde langweilig wird.

Die nächste Vorstellung am 18.12. um 18 Uhr im Keller des Deutschen Theaters. Weitere Vorstellungen unter dt-goettingen.de.

Karten können vorbestellt werden unter Telefon 0551/4969-300 oder per E-Mail an theaterkasse@dt-goettingen.de.

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