Kontaktladen im Dezember 2018 neu eröffnet

Mit kleinen Mitteln und großem Willen: Verein hilft in Afrika und Göttingen

Vor dem Weltbürger-Treffpunkt in der Gotmar-Straße: Von links Plea-Mitarbeiter Jens Winnhofer, Geschäftsführer Dr. Denis Coulibaly und Praktikantin Jana Lemke.
+
Vor dem Weltbürger-Treffpunkt in der Gotmar-Straße: Von links Plea-Mitarbeiter Jens Winnhofer, Geschäftsführer Dr. Denis Coulibaly und Praktikantin Jana Lemke.

Seit 2006 hat es sich ein Göttinger Verein zum Ziel gemacht, Entwicklungsprobleme in Afrika zu lösen. Außerdem bietet er seit Dezember einen Kontaktladen in der Innenstadt.

"Mit kleinen Mitteln und einem großen Willen kann man schon viel verändern“, sagt Dr. Denis Coulibaly, Gründer und Geschäftsführer des Vereins Partnerschaft für ländliche Entwicklung in Afrika (Plea). 

Seit 2006 hat es sich der Verein zum Ziel gemacht, gemeinsam mit Partnern vor Ort Lösungsstrategien für Entwicklungsprobleme in Afrika zu erarbeiten – und das mit 95-prozentiger ehrenamtlicher Arbeit.

Partner in zehn verschiedenen afrikanischen Ländern

Gefördert werden Projekte finanziell, technisch und mit fachlichen Leistungen – liegen letztlich aber in der Verantwortung der Menschen vor Ort. So sind unter anderem eine Dorfschule in Mali, Wasserpumpen für den Gartenbau, Solarenergieprojekte und ein Getreidespeicher entstanden. 

„Unser Verein hat Partner in zehn verschiedenen afrikanischen Ländern“, sagt Dr. Coulibaly, der 2004 an der landwirtschaftlich-gärtnerischen Fakultät der HU Berlin promovierte. Darunter in Mali, Burkina-Faso, Senegal, Kamerun und Tansania.

Ein zweites Standbein hat sich der Verein im Dezember 2018 in der Göttinger Innenstadt geschaffen: An der Gotmarstraße gibt es den Weltbürger-Treffpunkt. „Wir haben festgestellt, dass viele Neuankömmlinge in Deutschland mit ihren Problemen in unser kleines Büro am Leinekanal gekommen sind“, sagt Dr. Coulibaly. 

Weil dort aber nicht ausreichend Platz gewesen sei, habe man sich dazu entschlossen, einen größeren Treffpunkt zu organisieren. 30 Personen würden seitdem pro Tag den Kontaktladen nutzen – und regelmäßig neue Gesichter hinzukommen.

Den Weg in die Groner Landstraße oder Hagenweg verhindern

Das Prinzip ähnelt der Nachbarschaftshilfe, denn unterstützt werden alle: Migranten, Jugendliche und Senioren. „Jeder ist willkommen“, sagt Plea-Mitarbeiter Jens Winnhofer. Und das Hilfespektrum ist breit: Bürokratische Angelegenheiten, Vertragsberatungen, kostenlose Computerschulungen und die Hilfe bei der Wohnungssuche gehören unter anderem dazu. 

„Wir wollen der Wohnungsnot entgegenwirken und verhindern, dass die Menschen bei der angespannten Situation in Göttingen gleich in der Groner Landstraße oder im Hagenweg landen“, sagt Winnhofer. 

Man setze häufig dort an, wo Ämter keine Kapazitäten mehr hätten. Auch soziales Netzwerken gehört für den Verein zum Kerngeschäft: Bei Besuchen in den örtlichen Flüchtlingsunterkünften habe man in vertraulichen Gesprächen ein Ohr für die Probleme der Menschen.

Damit der Verein funktioniert, ist er kontinuierlich auf Spenden und ehrenamtliche Hilfe angewiesen. Jana Lemke arbeitet aktuell beispielsweise als Praktikantin bei Plea und ist maßgeblich daran beteiligt, ein neues Projekt in Tansania anzuschieben. 

Dort sollen Strategien für die Landwirtschaft entwickelt werden, um durch den Klimawandel aufkommenden Problemen zu trotzen.

Verein präsentiert sich bei der Göttinger Nacht der Kulturen

Entstanden ist der Verein „Plea“ durch das Engagement von Menschen aus Mali und Deutschland: 1991 gründete die lokale Bevölkerung in einem Dorf im Südosten von Mali eine Dorfschule, die heute als beispielhaft gilt. 

Aufgrund dieser positiven Erfahrung entschieden sich engagierte Personen 2006 in Göttingen dazu, einen Verein zu gründen, der Initiativen unterstützt, die von Menschen in afrikanischen Ländern angestoßen werden. 

Bei der Göttinger Nacht der Kulturen, am 15. Juni, wird der Verein an der Gotmarstraße 4 mit einem Info-Stand über seine Arbeit berichten. Weitere Informationen gibt es auf der vereinseigenen Internetpräsenz. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.