Musik am Turm

Bläserensemble des Göttinger Symphonie-Orchesters spielt auf der Burg Plesse

Das GSO-Bläseremsemble beim Kulturfestival auf der Burg Plesse.
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Das GSO-Bläseremsemble beim Kulturfestival auf der Burg Plesse.

Ein Kulturfestival haben die „Freunde der Burg Plesse“ und die Burgschänke auf die Beine gestellt.

Bovenden – Das Bläserensemble des Göttinger Symphonieorchesters stand am Freitagabend auf der Bühne im Burghof. Mit einem abwechslungsreichen Ritt vom 16. Jahrhundert bis in die Jetztzeit brachte es das Publikum in gute Stimmung.

Locker luftig ist es auf dem Hof der Burg Plesse. Dass sich keine Menschentrauben bilden, dafür sorgen bereitgestellte Tische und Stühle. Durch einen Stimmteppich dringen Trompeten und Posaunen: Eine Handvoll Bläser des Göttinger Symphonieorchesters spielt sich etwas abseits warm. Dann ist es soweit: Applaus beim Auftritt.

Mit Charakterstücken aus der Renaissance beginnt Zeitreise. Danach wird es im 19. Jahrhundert mit der Carmen-Suite von George Bizet dramatisch. Unterhaltsam führt Trompeter Helmut Pöhner durchs Programm und beschreibt den Wettstreit um die Rolle der Carmen, bei dem die Hornistin Kathrin Duschmalé ihm den Rang abgelaufen habe. Den Torero intoniert treffend Roman Usenko. Die Posaunenparts des Abends teilt er sich mit Neven Derrien.

Das GSO-Bläseremsemble beim Kulturfestival auf der Burg Plesse.

Durch Zeit und Raum zieht die Crew mit Johannes Karl am Schlagzeug. Nach Italien und in die Schweiz führt ihr Weg mit Giaccomo Rossinis „Wilhelm Tell“. Viel Zeit habe Lorenzo Bertozzo (Trompete) damit zugebracht, den Klang der Uraufführung zu treffen, beschreibt Pöhner intensive Proben. Mit Per Gynt reist das Publikum vor der Pause nach Norwegen.

„Zum Glück sind Sie jetzt nicht aufgesprungen, um mitzumarschieren“ stellt Pöhner den etwas unruhigen Rhythmus beim „Basler Marsch“ (arr. Elgar Howarth) heraus. Bei der einzigen Originalkomposition für Bläser, „Jive for Five“ von Paul Nagle, beweist Lucas Greiwe in zwei Kadenzen, dass eine Bassposaune sich nicht nur zur Begleitung eignet. Auch die Musik zum James-Bond-Film „Goldfinger“ passt zu den Ohrwurm-Melodien.

Was das Konzert besonders macht, ist die lockere Atmosphäre. Viele nutzen die Gelegenheit, nicht allein, um gute Musik zu hören, sondern um zu essen und zu trinken. Es stört nicht, wenn die Kinder im Publikum vielleicht nicht immer still sitzen wollen. Die Mitarbeiter der Schänke sind unterwegs, um alle Bestellungen abzuarbeiten. Auch ein Hund darf die eingängige Musik genießen.

Nach 20 Uhr wird es langsam dunkler und eine Frau zückt einen Schal. Aber nicht ohne dass die Musiker zwei Zugaben spielen, geht der Konzertabend zu Ende. Dass es, so Pöhner, „unglaublich toll“ ist, nach den Einschränkungen wegen Corona, wieder Musik vor Publikum zu machen, daran bleibt an diesem Abend kein Zweifel.

Von Ute Lawrenz

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