Öffentliche Verkehrsmittel im Fokus

Mobilitätsbefragung: Stadt Göttingen will Vorrang für Rad und Bus

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Der Göttinger Stadtbusverkehr: Er soll nach dem Willen der Stadtverwaltung verbessert werden. Eine Idee: An wichtigen Ampelkreuzungen sollen die Linienbusse Vorrang bekommen. Das würde die Fahrzeiten deutlich verkürzen. 

Göttingen. Mehr als jeder dritte Göttinger nutzt das Auto für seine täglichen Wege. Aus Klimaschutzgründen möchte die Uni-Stadt nun dem Rad- und Busverkehr den Vorrang einräumen.

Die Stadt hatte repräsentativ ausgewählte Haushalte in Göttingen und den Nachbarkommunen Rosdorf und Bovenden nach ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Dabei wurde deutlich: Es gibt Kritik am momentanen Angebot für Radfahrer.

Da fast jeder dritte Weg (28 Prozent) in Göttingen mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, will die Stadt mit konkreten Projekten versuchen, diese Quote deutlich zu erhöhen.

So soll beispielsweise der E-Radschnellweg in Richtung Rosdorf so schnell wie möglich ausgebaut werden. Außerdem im Hinterkopf der Göttinger Verwaltung: Eine schnelle Radanbindung an die Uni-Stadt für Bovenden. In Rosdorf und Bovenden wird etwa jeder zehnte Weg mit dem Fahrrad zurückgelegt – und dieser Wert könnte durch schnelle Radverbindungen ins Oberzentrum weiter gesteigert werden.

Vorrangschaltung

Eine weitere Idee, um Göttingen noch attraktiver für Radler zu machen: Investitionen in eine Vorrangschaltung für die Zweiräder an wichtigen Ampelkreuzungen. So könnten die Radfahrer noch schneller von einem Stadtteil in den anderen fahren.

Außerdem will die Stadt in die Infrastruktur der Radwege investieren: Das Pflaster soll verschwinden. Stattdessen sollen sie als Asphaltstrecken ausgebaut werden, damit die Räder optimal rollen können.

Die Stadtverwaltung geht zudem davon aus, dass die Zahl der Elektro-Fahrräder (Pedelecs) in den nächsten Jahren steigen wird. Derzeit haben drei Prozent der Göttinger Haushalte E-Bikes.

Kritik am Busverkehr

Ebenfalls ganz oben auf der Liste der Stadt sind Verbesserungen für den Busverkehr, an dem es Kritik gab: Negativ stoßen den Befragten beispielsweise die Fahrzeiten innerhalb des Stadtgebiets auf. Abhilfe soll mit Investitionen in die Ampel-Schaltungen erreicht werden, damit Linienbussen schnell grünes Licht bekommen. Dadurch könnten die Fahrzeiten für die Kunden deutlich verkürzt werden. Welche Bedeutung der öffentliche Nahverkehr in Göttingen hat, zeigt folgende Zahl: In einem von acht Fällen wird der Weg mit dem Bus zurückgelegt.

Außerdem soll über neue Ticket-Angebote nachgedacht werden – zum Beispiel über ein Kurzstreckenticket, spezielle Seniorenangebote oder eine Mobilitätskarte mit Zugang zum Car-Sharing (Mietwagen-System).

Mehr als 30 000 junge Buskunden werden in Göttingen bereits über das Semesterticket erreicht, mit denen seit einigen Jahren Studenten der Uni Göttingen für den Preis einer Monatskarte ein ganzes Semester lang mit den Stadtbussen unterwegs sein können.

Deshalb entwickelt sich auch die Zahl der Stadtbusnutzer positiv. Die Zahl der beförderten Personen stieg von 19,4 Millionen im Jahr 2014 auf 22,8 Millionen im vergangenen Jahr an. 

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