Sorge um bestehende Geschäfte

Göttingen will weiterhin zwei neue Möbelhäuser - Nachbarn haben Bedenken

Geplanter Standort: Auf dem hellen Stoppelacker Ackerfläche an der Anschlussstelle Göttingen der Autobahn 7 sollen die beiden Möbelhäuser entstehen. Baubeginn soll Anfang 2017 sein. Rechts auf dem Bild ist der Kaufpark zu erkennen. Archivfoto: Rampfel

Northeim/Göttingen. Die Stadt Göttingen hält trotz der Bedenken in den umliegenden Mittelzentren am Plan fest, an der Autobahn-Abfahrt Göttingen zwei Möbelhäuser anzusiedeln.

Das geht aus einem Brief von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) an die Bürgermeister von Northeim, Einbeck, Hann. Münden, Duderstadt und Osterode hervor.

Die von den fünf Städten geäußerten Befürchtungen nehme er ernst, betonte Köhler. Göttingen habe auch eine Verantwortung für die umliegenden Mittelzentren. Aber: „Wir müssen uns dem Wettbewerb mit den benachbarten Regionen und Oberzentren stellen“, schreibt Köhler. „Die geplante Neuansiedlung kann und soll auch attraktiv für die Region sein, und sie soll Kaufkraft zurückholen, die derzeit nach Hannover und Kassel fließt.“ Das könne nur durch ein attraktives, modern aufgestelltes Möbelhaus gelingen.

Geplant ist die Ansiedlung eines XXXL-Möbelhauses mit 27.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und des Möbeldiscounters Poco mit 6000 Quadratmetern. Das ist nach Ansicht der Kritiker eine Bedrohung für zahlreiche Möbelhäuser in Göttingen und Umgebung, darunter des Northeimer Möbelhauses Bäucke (10.500 Quadratmeter). Ein Gutachten, das Göttingen in Auftrag gegeben hat, prognostiziert, dass XXXL und Poco zusammen allein mit Kunden aus dem Kreis Northeim im Jahr 51 Millionen Euro Umsatz machen werden.

Der von Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser eingeschaltete niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Christian Meyer (Grüne) betont, dass die Beurteilung der Möbelhausansiedlung nicht nur mit Blick auf die Auswirkungen auf die umliegenden Innenstädte erfolgen dürfe. Auch Standorte wie das Northeimer Medenheim Centrum müssten berücksichtigt werden, heißt es in einem Brief an Tannhäuser. Der Minister ist für die Landesraumordnung zuständig, also die planmäßige Entwicklung der Regionen.

Wegen des Hinweises von Minister Meyer hofft Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser, dass sich die Stadt Göttingen in Sachen Möbelhausansiedlung noch bewegt. Jetzt gelte es erst einmal abzuwarten, wie die Stadt Göttingen bei der weiteren Planung auf die geäußerten Befürchtungen reagiert. Anschließend müsste dann möglicherweise über weitere Schritte entschieden werden.

Tannhäuser betonte, es gehe nicht darum, Neuansiedlungen in Göttingen oder den Wettbewerb zwischen Standorten zu verhindern. Aber Projekte müssten so bemessen werden, dass sie ins regionale Gefüge passten.

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