Hubschrauber überflog Evakuierungsgebiet

Göttingen: Bombe entschärft - Details zu Evakuierung

Die Bombe ist entschärft: Sprengmeister Thorsten Lüdeke zeigte sich erleichtert.
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Die Bombe ist entschärft: Sprengmeister Thorsten Lüdeke zeigte sich erleichtert.

In Göttingen musste eine Weltkriegsbombe entschärft werden. Sie war am Donnerstag bei Bauarbeiten am Alten Botanischen Garten gefunden worden – alles Wichtige im Überblick.

+++ 10.35 Uhr: Um 3.30 Uhr endete in der Nacht zum Freitag der Einsatz der Betreuungseinheit des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in der Weender Festhalle. Gemeinsam mit DRK Duderstadt und ASB Osterode sorgte der Ortsverband Göttingen-Stadt des ASB für warme Speisen und Getränke, wie Gulaschsuppe aus der Feldküche. Mario Schaper, Einheitsführer des ASB OV Göttingen-Stadt, lobt die gute Zusammenarbeit der einzelnen Teams, denn so ist ein schneller und reibungsloser Auf- und Abbau und auch Verpflegung gewährleistet, teilte der ASB am Freitag mit.

Der Arbeiter-Samariter-Bund war bei der Evakuierungsaktion in Weende im Einsatz und kümmerte sich unter anderem um die Verpflegung.

Zwischen 45 und 62 Einsatzkräfte waren für die Verpflegung eingeteilt. Dabei kamen nicht nur die Feldküche des DRK zum Einsatz, sondern auch der besonders ausgestattete Gerätewagen des Ortsverbandes Göttingen-Stadt mit integrierter Kochnische und Kochgeschirr. Zum Zubereiten konnten zusätzlich auch die Räume der Hainbundschule genutzt werden. Die Betreuungseinheit war zudem auch für die Verpflegung aller Einsatzkräfte zuständig. Während des Aufenthalts war ein Mund-Nasenschutz Pflicht, gesundheitliche Abfragen wurden bei der Registrierung vorgenommen.

+++ 01:33 Uhr: Das Entschärfungsteam geht ins Bett, schläft im Hotel Freizeit In. Am Freitagvormittag wird es eine abschließende Pressekonferenz geben – nach einem zuvor aufregenden aber glücklich endenden Donnerstag, wie Christian Schmetz ankündigt. Auch er zeigte sich „sehr erleichtert“. Man sei froh, dass „alles so gut geklappt hat“. Auch die HNA-Redaktion Göttingen beendet nun die Berichterstattung im Ticker. Danke, dass Sie uns verfolgt haben, danke für viele positive Rückmeldungen, sagt Thomas Kopietz.

+++ 01:27 Uhr: Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Thorsten Lüdeke, dass zwar nicht bei der Entschärfung, dafür aber umso mehr beim „Verladen“ der 250-Kilo-Bombe, den Baggerarbeiten am Donnerstagmorgen, viel Glück im Spiel war. „Der Baggerfahrer hat mächtig Glück gehabt. Die Bombe trägt starke Spuren der Baggerschaufel. Er kann heute Geburtstag feiern.“ Göttingen darf nach dem schlimmen Unglück von 2010 auch Glück beim Umgang mit diesen gefährlichen Sprengkörpern aus dem Zweiten Weltkrieg haben.

Bombe in Göttingen gefunden: Entschärfung spät in der Nacht

+++ 01:21 Uhr: Die Bewegung, das Leben kehrt zurück in das Evakuierungsgebiet: Menschen machen sich auf den Weg zurück in ihre Wohnungen, einige wenige Autos sind unterwegs. Erste Busse der GöVB fahren wieder. Lauscht man den Gesprächen der Passanten, dann gibt es nur ein Thema: Die geglückte Bombenentschärfung und die Evakuierung. Erleichterung ist spürbar - wie übrigens auch im Gespräch mit den Männern des Kampfmittelräumdienstes.

Um diese 250-Kilogramm-Bombe geht es: Sie soll entschärft werden. Sie war auf einen Anhänger geladen worden.

+++ 01:11 Uhr: Ende des Einsatzes: Der Lastwagen des Kampfmittelräumdienstes verlässt den Ort des Einsatzes - mit der Bombe gesichert auf der Ladefläche. Die Baugrube war im Hof hinter dem Auditorium der Uni, die die Kunstsammlung beherbergt. Ein Baggerfahrer hatte Erde auf eine Kippe geladen, auch ein Metallstück, das sich als 250-Kilo-Weltkriegsbombe entpuppte.

+++ 00:55 Uhr: Die Bombe, die äußerlich unversehrt ist und noch von Erdmaterial ummantelt ist - lediglich der Detonator, ein Vorzünder, wurde entfernt und gesprengt - wird auf einen Lkw geladen - auf einer Europalette verzurrt und vom Team des Kampfmittelräumdienstes an den Feuerwehr-Stützpunkt gefahren. In den nächsten Tagen wird die Bombe in Munster zerlegt und entsorgt, wie Sprengmeister Thorsten Lüdeke sagte. Er und sein Team zeigten sich sehr erleichtert: „Göttingen ist für uns nach 2011 immer noch ein besonderes Terrain, wir gehen mit besonderen Gefühlen hierher.“

+++ 00:38Uhr: Die Bombe ist entschärft. Ein Teil musste kontrolliert gesprengt werden, der Detonator war so stark beschädigt, dass eine mechanische Komplett-Entschärfung nicht möglich war. Schäden sind laut Stadt nicht entstanden. Das EVAKUIERUNGSGEBIET IST WIEDER FREIGEGEBEN. Die GöVB-Busse fahren wieder ab 0:45 Uhr die Evakuierungsroute ab.

+++ 23:51 Uhr: Jetzt geht´s los! Das Evakuierungsgebiet scheint menschenleer, gilt als geräumt. Auch alle Einsatzkräfte haben sich zurückgezogen. Der Kampfmittelräumdienst kann jetzt - endlich - seine Arbeit aufnehmen. Vor Ort sind der Göttingen-Erfahrene Thorsten Lüdeke und ein Assistent. Sowie zwei weitere Helfer für die Logistik. Jetzt heißt es Daumendrücken, dass die erfahrenen Männer mit feinem Händchen alles hinbekommen, nichts passiert und in einigen Stunden die Normalität einkehren, die Menschen in ihre Wohnungen und morgen die Arbeitenden in die Innenstadt zurückkehren können - nicht zu vergessen natürlich die Studierenden rund um den Zentralcampus und die PFH.

+++ 23:16 Uhr: Wie die Stadt meldet, heben die Drohnen der Feuerwehr noch einmal ab. Sie starten im Westen und überqueren das Stadtgebiet in großer Höhe - über Kameras wird Ausschau nach Menschen gehalten, die sich widerrechtlch im Evakuierungsgebiet aufhalten.

+++ 22.49 Uhr: Das Kulturzentrum Musa in der Weststadt hat ihre Türen geöffnet und Menschen aus dem Evakuierungsgebiet in den Räumen aufgenommen. „Das ist gelebte Nachbarschaftshilfe“, freut und bedankt sich Christian Schmetz, der als Dezernent für Ordnung und Leiter des Krisenstabs verantwortlich für den Ablauf der Aktion ist.

+++ 22.41 Uhr: Die Helikoptergeräusche sind verstummt, der Einsatz scheint beendet. Das heißt, das Gebiet könnte frei von Menschen sein. Das heißt auch: Grünes Licht für die Kampfmittelexperten. Jetzt meldet die Stadt: Das Sperrgebiet ist weitestgehend evakuiert. Zur Minute werde ein Mensch mit eingeschränkter Mobilität mit einem Krankentransportwagen aus der Zone gebracht.

+++ 22.29 Uhr: Erste Einsatzkräfte aus dem Evakuierungsgebiet ziehen sich zurück, einzelne Bereiche sind bereits vollständig geräumt.  Die Shuttle-Busse fahren ab sofort nicht mehr durch das Sperrgebiet. 

+++ 22.22 Uhr: Noch immer ist der Helikopter über dem Evakuierungsgebiet zu hören - und immer wieder Martinshorn-Geräusche.

+++ 21.49 Uhr:  Immer wieder dringen Menschen zu Fuß oder per Fahrrad in das Evakuierungsgebiet ein. Die Stadt und alle beteiligten Organisationen fordern dringend dazu auf, dies zur eigenen Sicherheit zu unterlassen und sich ausschließlich außerhalb des Evakuierungsgebietes aufzuhalten. Jede „Personensichtung“ führt dazu, dass sich die Arbeit des Kampfmittelbeseitungsdienstes weiter verzögert. 

+++ 21.45 Uhr: Jetzt sind die Geräusche von Turbine und Rotorblätter des Polizeihubschraubers über dem Evakuierungsgebiet zu hören.

+++ 21.44 Uhr: Die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gehen von einem langen Abend aus. Sowohl die Hilfsdienste in den Evakuierungsstandorten Festhalle Weende und Felix-Klein-Gymnasium als auch Polizei und Feuerwehr sind nach Aussagen der Einsatzleiter Frank Dittrich (Berufsfeuerwehr Göttingen) und Niklas Fuchs (Polizeiinspektion Göttingen) auf einen Einsatz bis zum Morgen vorbereitet. Stadt und der gesamte Krisenstab ebenfalls. Ordnungsdezernent Christian Schmetz erklärt: „Wir denken im Krisenstab bereits mehrere Szenarien im Voraus durch“ - eine gelungene Entschärfung ebenso wie eine Sprengung und die Vorbereitung für das Aufheben der Evakuierung. In der Sporthalle der Hainbundschule neben der Festhalle Weende haben Ehrenamtliche des Malteser Hilfswerks Göttingen mit faltbaren Klappbetten ein Nachtlager aufgebaut - auch an einen Infektionsbereich ist gedacht.

+++ 21.35 Uhr: Im Einsatzgebiet sind fast dauerhaft Martinshörner der Einsatzfahrzeuge zu hören. Eingesehen kann der Fundort der Bombe auch aus der Ferne nicht - zu stark bebaut ist der Bereich im Stadtzentrum. Jetzt sind 817 Einsatzkräfte mit dem Fall beschäftigt.

+++ 21.31 Uhr: „Wir hatten heute morgen viel Glück“ - mit diesen Worten hatte Oberbürgermeister Rolf Georg Köhler um 19.00 die Pressekonferenz zur aktuellen Lage eröffnet. Soll heißen: Die Bombe hätte explodieren können. Nicht auszudenken, was in diesem stark belebten Areal rund um das Weender Tor hätte passieren können. Dieses Glück hatte Göttingen nicht immer: 2011 kamen mehrere Menschen beim Freiliegen einer Weltkriegsbombe am Schützenplatz ums Leben. Ein Ereignis, das nachhallt - noch zehn Jahre danach, wie Zeitzeuge Köhler schon vor dem Spengen der Bomben Ende Januar gesagt hatte. „Ich hoffe, alles geht gut“, sagte er am Abend.

Pressekonferenz am Abend: Dabei informierten (von links) Frank Dittrich von der Feuerwehr, Erster Stadtrat Christian Schmetz, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Fachdienstleiterin Cordula Dankert und Niklas Fuchs von der Polizei über die Lage.

Einen Zeitrahmen konnte und wollte er aber noch nicht nennen, wann Entwarnung gegeben und das Leben wieder in die Innenstadt und den 1000-Meter-Evakuierungsradius einziehen kann. Das Wort Glück verwendete der Oberbürgermeister, weil der Fund der Bombe spektakulär war: „In einer Baustelle greift ein Bagger mit der Schaufel nicht nur Erde, sondern auch einen Metallgegenstand und legt ihn auf eine Pritsche. Dieser Gegenstand war nichts anderes als eine 250-Kilo-Bombe, mit Aufschlag- und nicht mit Langzeitzünder. Ich bin froh, dass er sie so ablegen konnte, das hätte auch ganz anders sein können. Daran möchte ich gar nicht denken.“

Thorsten Lüdeke ist der verantwortliche Sprengmeister in Göttingen. (Archivbild)

+++ 21.09 Uhr: Der Phoenix genannte Polizeihubschrauber ist in Hannover gestartet. Er wird gegen 21.30 Uhr in Göttingen erwartet. Er wird vor Ort eingesetzt, um das Evakuierungsgebiet zu überfliegen und so sicherzustellen, dass sich keine Menschen mehr dort aufhalten. 

Ein Hubschrauber der Polizei vom Typ „Airbus EC135 P2+“ bei einer Vorführung auf dem Gelände des Flughafens Hannover-Langenhagen. Die Polizeihubschrauberstaffel Niedersachsen feierte in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. (Symbolbild)

+++ 21.04 Uhr: Jetzt sind zwei Drohnen im Einsatz und überfliegen das Evakuierungsgebiet. Die Drohnen werden von Freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis Göttingen eingesetzt. Der Einsatz des Polizeihubschraubers verzögert sich.

Bombenentschärfung: 707 Einsatzkräfte vor Ort

+++ 20.45 Uhr: Jetzt sind 707 Einsatzkräfte aktiv. Im Einsatz sind neben dem Krisenstab Fachleute aus diesen Institutionen: Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen, Freiwillige Feuerwehr, Berufsfeuerwehr, Polizei, Göttinger Verkehrsbetriebe, Johanniter Unfallhilfe, ASB, DRK, THW, ein Sicherheitsdienst und Mitarbeitende der Stadtverwaltung. Die Stadt sagt: „Herzlichen Dank an alle!“ Das sagten Ordnungsdezernent Christian Schmetz und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler auch in der Pressekonferenz am Abend. Beide lobten ausdrücklich „alle beteiligten haupt- und ehrenamtlichen Helfer in allen beteiligten Diensten“.

+++ 20.30 Uhr: Das Evakuierungszentrum in Weende ist inzwischen voll belegt und wird vom Bus-Shuttle der GöVB nicht mehr angefahren. Daher wird auch die Haltestelle Kreuzbergring nicht mehr angefahren. Weitere Menschen aus dem Evakuierungsradius werden ausschließlich in das Evakuierungszentrum im Felix-Klein-Gymnasium gebracht. Dort sind noch ausreichend Plätze vorhanden. In Weende leitet Steffen Gellert für das DRK aus Duderstadt und Mario Schaper für den ASB die Organisation.

Bombentschärfung: Zwei Schulen sind am Freitag geschlossen

+++ 20.25 Uhr:  Wegen des Einsatzes bleiben am Freitag (08.10.2021) zwei Schulen in Göttingen geschlossen: das Felix-Klein-Gymnasium (FKG) und die Hainbundschule. Im FKG ist ein Evakuierungszentrum eingerichtet, die Hainbundschule liegt direkt neben der Festhalle Weende, dem zweiten Evakuierungszentrum. 

+++ 19.45 Uhr: Derzeit wird das Evakuierungsgebiet kontrolliert. Dazu sind Streifen. Außerdem werden ein Polizeihubschrauber und mehrere Feuerwehr-Drohnen eingesetzt. Die Stadtverwaltung hofft, dass die Kontrolle bis 21.30 Uhr abgeschlossen ist. Sprengmeister Thorsten Lüdeke, der bereits eine Bombe bei Rosdorf entschärft hat, und ein Assistent sowie zwei Helfer, die die Bombe entfernen sollen, werden sich anschließend um den Blindgänger kümmern. Einen konkreten Zeitpunkt für die Entschärfung gibt es noch nicht.

+++ 19.40 Uhr: Ein großes Problem: Im Wohnkomplex Groner Landstraße 9b und 9c, der ebenfalls zum Evakuierungsbereich gehört, befinden aktuell noch Menschen im Gebäude. Dort werden Dolmetscher eingesetzt. Sie sollen die Menschen überzeugen, das Gebäude jetzt zu verlassen. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hat intensiv mit Bewohnern aus dem Wohnblock gesprochen, die sich bereits im Evakuierungszentrum in der Sporthalle des Felix-Klein-Gymnasiums aufhalten. Sie sollen nun versuchen, andere Bewohner in dem Wohnkomplex zu erreichen und ebenfalls zu überzeugen, nun das Gebiet zu verlassen. Erster Stadtrat Christian Schmetz lobte ausdrücklich das Verhalten vieler Menschen, die frühzeitig den Evakuierungsbereich verlassen haben und bei Freunden und Verwandten Unterkunft gefunden haben. Die Menschen, die weiterhin im Evakuierungsgebiet verbleiben, forderte er erneut auf, den Bereich schnellstmöglich zu verlassen. Dieses Verhalten bewertet er als „unsolidarisch“ gegenüber denen, die vorbildlich früh gehandelt haben. Die Gesamtaktion ist nach Einschätzung von Köhler und Schmetz bislang positiv verlaufen. Beide hoben auch die gute Zusamenarbeit zwischen allen Beteiligten hervor. Köhler sprach von großem Glück, dass die Bombe beim Verladen nicht explodiert ist.

+++ 19.01 Uhr: Die Evakuierungszentren melden: Es läuft alles nach Plan, Lage und Stimmung sind gut, alles in Ordnung. In der Weender Festhalle sind bislang 150 Personen untergebracht, im Felix-Klein-Gymnasium 153 Menschen. Die Shuttle-Busse fahren weiterhin zu den beiden Orten. Unterdessen beginnt jetzt eine Pressekonferenz, bei der die Stadt über die aktuelle Lage informieren will.

+++ 18.44 Uhr: Jetzt ist auch die zweite Klinik evakuiert. Die Stadt Göttingen appelliert nochmals dringend an alle, die sich noch im Evakuierungsradius aufhalten: Bitte verlassen Sie den Bereich so schnell wie möglich. „Das ist sehr wichtig, damit die Arbeiten zur Entschärfung beginnen können. Folgen Sie unbedingt den Anweisungen der Einsatzkräfte“. heißt es von der Stadtverwaltung. 

Absperrung an der Berliner Straße in Göttingen: Schon kurz nach dem Bombenfund am Weender Tor (im Hintergrund) kam an dieser Stelle niemand mehr durch. Passanten mussten einen Umweg in Kauf nehmen. Später war auch hier gesperrt.

+++ 17.59 Uhr: Rund 550 Einsatzkräfte sind für die Göttingerinnen und Göttinger aktiv. Der Einsatzleiter, Erster Stadtrat Christian Schmetz: „Ich danke allen Einsatzkräften sehr, dass sie so kurzfristig zur Verfügung stehen.“  Viele Menschen haben den Evakuierungsradius bereits verlassen. Dafür dankt die Stadt Göttingen. Der Einsatz wird wie erwartet bis in die Nacht dauern. „Die Einsatzkräfte können noch keine konkrete Einschätzung geben, wann die evakuierten Menschen wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren können. Die Info folgt, sobald es möglich ist“, heißt es von der Verwaltung.

+++ 17.35 Uhr: Bei der Evakuieungsaktion aufgrund des Bombenfundes in Göttingen sind alle fünf Bereitschaftsteams aus dem DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim im Einsatz. Mehr als 80 ehrenamtliche Rotkreuzler aus den DRK-Bereitschaften sind in die Evakuierung der beiden Göttinger Krankenhäuser Neu-Mariahilf und Neu-Bethlehem involviert, berichtet das Rote Kreuz. Zudem obliegt dem DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim - wie auch schon bei den Evakuierungen anlässlich der kontrollierten Bombensprengung in Göttingen Ende Januar 2021 - die organisatorische Gesamtleitung für die Koordination der Einsatzkräfte aller Hilfsorganisationen. Dafür kommt erneut das im vergangenen Jahr neu beschaffte Einsatzleitfahrzeug des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim zum Einsatz, in dem technische Voraussetzungen und komplett eingerichtete Arbeitsplätze für die Koordination von Großschadenslagen zur Verfügung stehen.

Vorbereitungen für den Einsatz auf dem Hof des DRK-Kreisverbandes in der Zimmermannstraße in Göttingen. 80 Rotkreuzler helfen ehrenamtlich anlässlich der Evakuierungen rund um den aktuellen Bombenfund in Göttingen.

„In Windeseile haben wir unsere ehrenamtlichen Bereitschaften mobilisiert. Helfen ohne zu fragen wem, ist ein Leitsatz des Roten Kreuzes, den wir bei diesem Einsatz einmal mehr durch praktisches Handeln in die Tat umsetzen können“, sagt Thomas Gerlach, Vorstand beim DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim. Der Vorstand des DRK-Kreisverbandes dankt allen engagierten Ehrenamtlichen bereits schon jetzt für die „spontane und schnelle Hilfsbereitschaft und Unterstützung bei der Bewältigung“ dieses Einsatzes. Wieder einmal, so Gerlach, zeige sich die Stärke des Deutschen Roten Kreuzes in Südniedersachsen, welches als einsatzstärkste Hilfsorganisation auch diesen Einsatz in Göttingen mit allen Möglichkeiten unterstütze.

+++ 17.20 Uhr: Die Evakuierung geht voran. Ein Krankenhaus und ein Altenheim sind bereits evakuiert.

+++ 16.14 Uhr: Die Bahnstrecke ist weiterhin gesperrt. Der Bahnhof Göttingen wird weiterhin nicht angefahren. Im Nahverkehr werden die Ersatzbusse zwischen Göttingen und Northeim sowie zwischen Göttingen und Neu-Eichenberg eingesetzt. Die Ersatzbusse beginnen beziehungsweise in der Tammannstraße (Nord-Campus). Weitere Infos gibt es hier. Der Stadtbusverkehr ist weiter eingestellt. Zu den Evakuierungszentren fahren Shuttle-Busse. Weitere Infos gibt es hier.

Der Bahnhof Göttingen: Er liegt im Evakuierungsgebiet und wurde am Donnerstag komplett gesperrt. Der Fernverkehr wurde weiträumig umgeleitet.

+++ 16.04 Uhr: Oberbürgermeister Rolf-Georg-Köhler machte bei einem Besuch des Evakuierungszentrum in Weende deutlich: „Wir sind von dem Fund kalt erwischt worden, aber sowohl die Arbeit des Krisenstabs, der unverzüglich zusammen kam, als auch das Zusammenspiel aller Helfer der Hilfsdienste, die aus den Bereichen Kassel, Duderstadt, Northeim und aus dem Alten Amt nach Göttingen kamen, war vorbildlich.“ Laut Köhler ist unklar, wann die Evakuierung wieder aufgehoben werden. Köhler zieht ein positives Zwischenfazit: „Wir können aber nicht ausschließen, dass es hier oder da Dinge gibt, die nicht klappen. Dazu war die Zeit der Vorbereitung zu knapp.“ Für alle Fälle werden in der Sporthalle des Felix-Klein-Gymnasiums Feldbetten bereitgehalten, die bei Bedarf aufgebaut werden können. In Weende sind Aktive des ASB, der Malteser und des DRK im Einsatz. Ehrenamtliche des ASB und des DRK vorsorgen dabei gemeinsam die Gäste.

+++ 15.48 Uhr: Die Stadtverwaltung stellt sich auf einen längeren Einsatz wegen der Bombenentschärfung ein. Gegen 18 beziehungsweise 19 Uhr sollen die betroffenen Krankenhäuser Neu-Mariahilf und Neu-Bethlehem evakuiert sein, hieß es am Nachmittag. Erst wenn die Evakuierung abgeschlossen ist, können sich die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bombe nähern und mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen. Dann entscheidet sich das weitere Vorgehen.

+++ 15.36 Uhr: Etwa 100 Gäste halten sich im Evakuierungszentrum in der Sporthalle des Felix-Klein auf. Hinzu kommen noch einmal etwa 100 Gäste, die sich zum Beispiel mit Hunden im Außenbereich aufhalten. Alle werden von den Johannitern betreut. Auch die Heilsarmee ist mit Bewohnern ihrer Einrichtung auf die Freifläche gekommen. Die Stimmung ist ruhig. Alle hoffen, dass die Evakuierung nicht so lange dauert und sie bald wieder in ihre Wohnungen zurück können.

+++ 15.24 Uhr: Bei der Bewältigung der Situation erhält die Stadt Göttingen tatkräftige Unterstützung auch von den umliegenden Landkreisen Göttingen, Northeim, Eichsfeld und Kassel. „Das ist große Klasse, wir bedanken uns herzlich“, unterstreicht Christian Schmetz, Erster Stadtrat der Stadt Göttingen und Leiter des Einsatzes.

+++ 15.12 Uhr: Der Ortsverband Göttingen im Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist bei der heutigen Bombenräumung erneut als Betreuungseinheit im Einsatz. Wie lange die Anwohner ihre Wohnungen verlassen müssen, ist jedoch ungewiss. Die Göttinger ASB-Aktiven sind seit elf Uhr mit zehn ehrenamtlichen Einsatzkräften in der Weender Festhalle vort Ort. Dort können sich Anwohner während der Evakuierung aufhalten. Im Freien wurde bereits ein Zelt für Tierbesitzer aufgebaut. Sie können sich während der Bombenentschärfung im angewärmten Zelt aufhalten, in der Halle selbst sind Tiere nicht erlaubt. Als Betreuungseinheit kümmert sich der ASB OV Göttingen-Stadt gemeinsam mit dem Roten Kreuz um die Ausgabe von Speisen und Getränken.

Abfahrt zum Evakuierungszentrum: Der Arbeiter-Samariter-Bund ist mit zehn Aktiven sowie mit Gerätewagen und Zelt im Einsatz.

Ein Team ist bereits auf dem Weg zum Großmarkt, um Nahrungsmittel zu besorgen. Häufig werden Suppen ausgegeben, wobei auch auf fleischlose Varianten geachtet wird. Außerdem stehen auf einem Lastwagen Feldbetten bereit, die bei Bedarf aufgebaut werden.

+++ 15.06 Uhr: Das Lokhallen-Team meldet: „Leider muss das Konzert von Max Raabe & Palast Orchester am heutigen Donnerstag (07.10.21) in Göttingen kurzfristig verschoben werden.“ Grund ist ein aktueller Bombenfund in der unmittelbaren Nachbarschaft der Halle. Es gibt bereits einen neuen Termin. Das Konzert findet nun am Freitag, 21.01.2022, statt. Alle Karten behalten ihre Gültigkeit für den Ersatztermin.

+++ 15.01 Uhr: Auf den Umfahrungsstrecken im Göttinger Stadtgebiet kommt es zu erheblichen Staus. Ein Autofahrer berichtete, dass die Fahrt von Grone (Industriestraße) bis zum Sportinstitut etwa anderthalb Stunden dauerte. Deshalb sollten Autofahrer nach Möglichkeiten auf Fahrten verzichten und auf das Fahrrad umsteigen. Auch Patiententransportfahrzeuge können sich nur mühsam den Weg bahnen.

Nach dem Bombenfund am Weender Tor in Göttingen: Der Bereich ist weiträumig abgesperrt.

+++ 14.56 Uhr: Bei der Bombenentschärfung müssen auch Rettungsdienste von außerhalb massiv helfen. Der Grund: Es müssen mit den Krankenhäusern Neu-Bethlehem und Neu-Mariahilf auch zwei Kliniken evakuiert werden. Deshalb wurde Krankenwagen samt Besatzungen auch aus dem Bereich Kassel angefordert.

+++ 14.46 Uhr: Inzwischen wurde auch die Busroute für das Evakuierungszentrum Sporthalle Felix-Klein-Gymnasium (Böttingerstraße) festgelegt. Es ist ebenfalls einsatzbereit. Angefahren werden folgende Haltestellen: Maschmühlenweg, Hildebrandstraße, Bahnhofsallee, Groner Landstraße (gegebenenfalls Halt vor Groner Landstraße 9A), Groner Tor, Groner Straße, Kornmarkt, Jüdenstraße, Friedrichstraße, Albaniplatz, Friedländer Weg und weiter über Schildweg - Bürgerstraße, Bürgerstraße (Richtung Bahnhof), Angerstraße und dann weiter über Groner Landstraße - Königsallee - Hagenweg bis Maschmühlenweg.

+++ 14.35 Uhr: Das Evakuierungszentrum in der Weender Festhalle (Ernst-Fahlbusch-Straße) steht bereit. Alle, die östlich der Weender Landstraße, Weender Straße und Kurzen Straße (verlängert bis zum Wall) wohnen und keine andere Unterkunft nutzen können, können dort unterkommen. Die GöVB stellt Bus-Shuttle zur Verfügung. Sie fahren kostenlos im 10-Minuten-Takt diese Haltestellen ab: Weender Festhalle, Hannoversche Landstraße, Kreuzbergring, Blauer Turm, Campus, Nikolausberger Weg, Bühlstraße, Theaterplatz, Albaniplatz, Eichendorffplatz, Düstere Eichenweg, Kreuzbergring, Weender Landstraße, Hannoversche Straße und Weender Festhalle.

+++ 13.55 Uhr: Inzwischen ist ein Radius von 300 Metern um die Fundstelle geräumt. In diesen Radius fallen etwa das Iduna-Zentrum, die Staats- und Universitätsbibliothek sowie Bereiche der nördlichen Innenstadt. Im Einsatz sind auch viele Kräfte der Rettungsdienste aus Stadt und Landkreis.

+++ 13.51 Uhr: Für Menschen im Evakuierungsgebiet, die aufgrund einer Corona-Infektion in häuslicher Absonderung (Quarantäne) sind, steht in der Großen Breite 10 eine spezielle Notfallunterkunft bereit. Betroffene sollten sich vorher beim Bürgertelefon unter 0551/7075-100 anmelden. Wer im Evakuierungsgebiet wohnt und sich aktuell als enge Kontaktperson in häuslicher Corona-Quarantäne befindet, muss dennoch die Wohnung verlassen. Wer bei Verwandten oder Freunden unterkommt, sollte während des Aufenthalts eine Schutzmaske tragen und einen Abstand zu anderen von mindestens 1,5 Metern einhalten.  

Bombenentschärfung: UMG nimmt möglicherweise Patienten aus evakuierten Kliniken auf

+++ 13.49 Uhr: Die Universitätsmedizin Göttingen bereitet sich auf die mögliche Übernahme von Patienten aus den Krankenhäusern Neu-Mariahilf und Neu-Bethlehem vor. Diese beide Krankenhäuser müssen evakuiert werden. Das Weender Krankenhaus teilt jetzt mit, dass die Patienten aus dem dazugehörigen Standort Neu-Mariahilf im Weender Krankenhaus an der Lutter aufgenommen werden.

+++ 13.38 Uhr: Aufgrund des Fundes einer Weltkriegsbombe am Bahnhof Göttingen kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Die betroffenen Züge müssen umgeleitet werden und verspäten sich dadurch. Der Bahnhof Göttingen kann weiterhin nicht angefahren werden.

Nach und von Göttingen ist ein Busnotverkehr ab Northeim sowie Eichenberg eingerichtet. Bitte nutzen Sie dorthin die Nahverkehrszüge ab Hannover Hbf oder Kassel-Wilhelmshöhe. Die Haltestelle des Busnotverkehrs liegt in Göttingen in der Tammannstraße (Nord-Campus) nahe der Uniklinik. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Einschränkungen bis zum Tagesende bestehen bleiben. Sobald wir neue Inforamtionen haben, werden wir Sie informieren“, heißt es von der Bahn.

Einschränkungen im Fernverkehr der Bahn

ICE-Züge Berlin – Kassel – Frankfurt (M) – Mannheim – Basel – Interlaken werden zwischen Berlin und Fulda umgeleitet, die Zwischenhalte entfallen

ICE-Züge Hamburg - Hannover - Kassel - Schweiz/Stuttgart/München werden zwischen Hannover und Kassel-Wilhelmshöhe ohne Halt umgeleitet und verspäten sich um ca. 90 Minuten

ICE-Züge Berlin – Kassel – Frankfurt (M) Flughafen fallen aus

ICE/IC-Züge (Westerland–) Hamburg – Hannover – Kassel – Frankfurt (M) – Karlsruhe fallen aus

+++ 13.15 Uhr: Eigentlich wollte n die Profi-Basketballer der BG Göttingen am Nachmittag trainieren. Das fällt allerdings wegen der Bombenentschärfung. Das ist natürlich keine optimale Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag gegen Bonn. Am Vormittag wurde zunächst trainiert.

+++ 13.05 Uhr: Jetzt steht fest: Bei dem am Weender Tor gefundenen Kampfmittel handelt es sich laut Stadtverwaltung um eine Zentner-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder. Sobald das Evakuierungsgebiet komplett frei ist, kann der Kampfmittelbeseitigungsdienst seine Arbeit an dem Blindgänger aufnehmen. Dann entscheidet sich, ob die Bombe vor Ort entschärft oder abtransportiert werden kann oder ob sie vor Ort zur Explosion gebracht werden muss. Das ist zunächst eine gute Nachricht. Hätte es sich um eine Bombe mit einem sogenannten Langzeitzünder (wie Ende Januar) gehandelt, so wäre die Entschärfung vermutlich schwieriger.

+++ 13.01 Uhr: Im Literarischen Zentrum ist die Lesung von Doris Knecht abgesagt worden. Sie wollte am heutigen Donnerstag aus ihrem Buch „Die Nachricht“ lesen.

+++ 12.43 Uhr: Unbestätigten Meldungen zufolge soll ein Bagger bei Bauarbeiten am Weender Tor einen Gegenstand auf einen Anhänger geladen haben. Dabei soll es sich um den Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg handeln.

+++ 12.15 Uhr: Laut Polizei sind zwei Sammelstellen für evakuierte Bürger eingerichtet worden: in der Sporthalle Felix-Klein-Gymnasium an der Böttingerstraße und in der Festhalle Weende.

+++ 12.10 Uhr: Große Teile des Göttinger Zentrums müssen aufgrund des Bombenfundes evakuiert werden. Betroffen sind etwa 20.000 Menschen, geräumt werden muss die gesamte Altstadt sowie Teile des Ostviertels, der Nordstadt und westlich der Bahnstrecke.  Derzeit werden Evakuierungszentren vorbereitet. „Erst wenn das Gebiet vollständig geräumt ist, kann der Kampfmittelbeseitigungsdienst seine Arbeit beginnen“, sagt die Stadtverwaltung. 

+++ 12.05 Uhr: Göttingens Ordnungs-Dezernent Christian Schmetz forderte dringend dazu auf, dass alle Menschen, die sich in der 1000-Meter-Evakuierungszone aufhalten, sich an die Anweisungen der Helfer halten und das Gebiet verlassen. Zudem sagte Schmetz: „Die Aktion wird lange dauern.“ Der Kampfmittelbeseitigungsdienst geht wohl davon aus, dass die Arbeiten bis in die Nacht andauern werden. THW und Feuerwehr sollen den Einsatzbereich rund um das Weender Tor ausleuchten. Hintergrund für die lange Dauer ist die notwendige Evakuierung der beiden Krankenhäuser Neu-Mariahilf und Neu-Bethlehem. Das nimmt bekanntlich viel Zeit in Anspruch.

+++ 11.35 Uhr: Die Metronom-Züge enden und beginnen wegen der Bombenentschärfung am Bahnhof Northeim. Von dort aus fahren ersatzweise Busse zwischen Northeim und Göttingen mit Zwischenhalt in Nörten-Hardenberg. Die Bushaltestelle in Göttingen liegt außerhalb des Sperrbezirkes in der Tammannstraße (Nord-Campus).

+++ 11.33 Uhr: Die Verkehrslage hat sich entspannt. Die Autofahrer haben sich andere Routen gesucht und meiden die Göttinger City. Das Team des Friseurs Crehaartiv sagt zur aktuellen Situation: „Wir schneiden bis zum letzten Moment.“

Bombenfund in Göttingen: Evakuierung läuft

+++ 11.27 Uhr: Im Evakuierungsgebiet liegt auch die Lokhalle Göttingen. Dort soll am heutigen Donnerstag Max Raabe ein Konzert geben. Das Lokhallen-Team schreibt: „Wir hoffen, dass wir die Veranstaltung wie geplant durchführen können. Doch leider liegen uns zum jetzigen Zeitpunkt keine Informationen zur Durchführung der Veranstaltung vor. Sobald neue Informationen vorliegen, werden Sie unverzüglich über alle unsere Sozialen Medien informiert.“

+++ 11.17 Uhr: Probleme bereitet den Helfern die Evakuierung immobilen Menschen - zum Beispiel Rollstuhlfahrer. So versuchte eine junge Frau, eine 95-jährige Freundin aus ihrer Innenstadtwohnung der Weender Straße zu holen. Problem: Es kann niemand mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Außerdem gibt es zurzeit keine öffentlichen Verkehrsmittel.

+++ 11.14 Uhr: Die Stadt hat Hinweise zur Evakuierung herausgegeben. Die Stadt wird auch Evakuierungszentren einrichten. Hier sind sie auf einen Blick:

Evakuierung: Das sollte man unbedingt mitnehmen

• Mund-Nasen-Bedeckung, angemessene Kleidung.

• Ausweis, Geldkarte und bei Bedarf andere wichtige Dokumente.

• Ladekabel fürs Mobiltelefon, wenn vorhanden eine geladene Powerbank.

• notwendige Medikamente, Hygieneartikel wie Zahnputzzeug oder Windeln fürs Kind.

• bei Bedarf Spezialnahrung oder Babynahrung.

• etwas zur Beschäftigung (z.B. Buch, Spiel).

Evakuierung: Bevor man die Wohnung verlässt

• Fenster „auf Kipp“, das ist wichtig, falls Blindgänger gesprengt werden müssen. Das Evakuierungsgebiet wird von der Polizei kontrolliert.

• alle Elektro- und Gasgeräte aus, zum Beispiel Herd, Ofen oder Bügeleisen.

• Kerzen und andere brennende oder glimmende Gegenstände aus.

• Wasserhähne zu.

+++ 11.09 Uhr: Die Uni sperrt jetzt alle Gebäude, zum Beispiel Zentralcampus bis zum Waldweg ab. In diesem Bereich liegen zahlreiche Uni-Gebäude.

+++ 11.07 Uhr: Auch zahlreiche Schulen sind geschlossen. Sie haben mit Plakaten auf die Schließung aufmerksam gemacht.

+++ 11.01 Uhr: An der Ecke Jüdenstraße/Theaterstraße informieren Aktive der Freiwilligen Feuerwehr Göttingen-Stadtmitte über die Evakuierung und führen laufend Gespräche. Die Passanten nehmen das nach Aussagen eines Helfers meist gelassen hin. Viele stehen vor der Frage, wie sie nach Hause kommen, ohne öffentliche Verkehrsmittel nutzen zu können. Manche müssen große Umwege in Kauf nehmen, um von der östlichen in die westliche Innenstadt zu kommen. Die Innenstadt wird zurzeit geräumt. Auch per Lautsprecher wird die Evakuierung der Innenstadt jetzt angekündigt.

+++ 10.59 Uhr: Soeben hat die Stadt Göttingen die Evakuierung über die App „KatWarn“ bekannt gegeben. Dort heißt es: „Bombenblindhänger am Weender Tor. Am Weender Tor wurde ein Bombenblindgänger aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Ein 1.000-Meter-Bereich um das Weender Tor wird aktuell evakuiert.“

+++ 10.45 Uhr: Um mobil zu bleiben, versuchen viele Göttinger auf Taxen umzusteigen. Vielen gelingt es nicht, denn die Taxen sind fast alle ausgelastet.

+++ 10.40 Uhr: Der Busbetrieb der Göttinger Verkehrsbetriebe wird aufgrund des Bombenfundes bis auf Weiteres komplett eingestellt!

+++ 10.39 Uhr: Die Deutsche Bahn schreibt auf ihrer Homepage: „Aufgrund des Fundes einer Weltkriegsbombe am Bahnhof Göttingen kommt es zu Beeinträchtigungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Die betroffenen Züge müssen umgeleitet werden und verspäten sich dadurch. Der Bahnhof Göttingen kann nicht mehr angefahren werden. Aktuell arbeiten wir an einem Ersatzprogramm.“ Fahrgäste sollten sich vorab über ihre Verbindung auf bahn.de, im DB-Navigator oder per Telefon unter 030/2970 informieren.

+++ 10.31 Uhr: Inzwischen ist klar: Das Gebiet im 1000-Meter-Radius rund um den Bombenfund am Weender Tor muss evakuiert werden. Die Bevölkerung wird erneut gebeten, diesen Bereich umgehend zu verlassen. Informationen gibt es über ein Bürgertelefon unter Tel. 0551/7075-100.

+++ 10.25 Uhr: Zu den betroffenen Bereichen im Evakuierungsgebiet gehören auch das Krankenhaus Neu-Mariahilf sowie sowie das Krankenhaus Neu-Bethlehem.

+++ 10.15 Uhr: „Es ist eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg“, bestätigte soeben Stadt-Pressesprecher. Das haben die Untersuchungen von Experten ergeben. Deshalb wurde ein 1000-Meter-Sperrradius eingerichtet. Die Menschen müssen den 1000-Meter-Bereich nun schnellstmöglich verlassen, damit der alarmierte Kampfmittelbeseitigungsdienst mit seiner Arbeit beginnen kann. Unklar ist, welcher Zünder die Bombe hat. Sie soll möglichst noch heute entschärft werden. Solange muss der Verkehr - auch auf der Bahnstrecke - ruhen.

+++ 09:37 Uhr: Ein erster Befund ist der Kampfmittelexperten ist da. Es handelt sich vermutlich um einen Sprengkörper. Die Stadt wird den Sperrradius kurzfristig auf 1000 Meter ausweiten. Zu diesem Radius gehören weite Teile der Weender Landstraße, die Innenstadt, der Kreuzbergring, der Bahnhof, die Gerichte, aber auch große Wohnblöcke wie das Iduna-Zentrum sowiei möglicherweise der Wohnblock an der Groner Landstraße.

Karte: Mutmaßlicher Sperrradius 1000 Meter (Ohne Gewähr!)

+++ 09:33 Uhr: Zahlreiche Mitarbeiter von Firmen aus dem betroffenen Bereich haben sich Standplätze mit ihren Autos in der Nähe gesucht - zum Beispiel am Netto-Supermarkt an der Güterbahnhofstraße. Sie warten dort ab.

+++ 09:28 Uhr: Betroffen sind auch öffentliche Bereiche wie das gesamte Zentral-Campus-Areal mit Staats- und Universitätsbibliothek, Privater Fachhochschule - der Riesen-Wohnblock Iduna-Zentrum sowie Geschäfte in der Innenstadt und Restaurants/Cafes wie Vapiano, Kaffeehus und BarCelona, die nicht öffnen können. Auch zahlreiche Firmen sind in dem Bereich angesiedelt.

+++ 09.15 Uhr: Die Polizei spricht in einer ersten Meldung von einem „verdächtigen Fund“ am Auditorium am Weender Tor. Deshalb sei der umliegende Bereich weiträumig abgesperrt worden.

Göttingen: „Verdächtiger Fund“ am Weender Tor

+++ Erstmeldung vom Donnerstag, 07.10.2021, 9.01 Uhr: Göttingen – Am Weender Tor laufen seit geraumer Zeit Bauarbeiten. Dabei soll es nach unbestätigten Meldungen den Bombenfund gegeben haben. Der Bereich rund um das Weender Tor in einem Radius von etwa 300 Metern komplett abgeriegelt.

Unter anderem ist die Feuerwehr bei den Absperrungen vor Ort. Es kommt zu erheblichen Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer. Sie sollten den Bereich weiträumig umfahren. (Bernd Schlegel, Thomas Kopietz, Stefan Rampfel)

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