Notdienst für Kinder in Osterode läuft nur noch bis Jahresende

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Kinderarzt: Wenn Mädchen und Jungen aus Altkreis Osterode am Wochenende, nachts oder an Feiertagen schnelle Hilfe benötigen, könnte es ab 2018 Probleme geben.

Osterode/Göttingen. Die Zentralisierung des kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes an der Uniklinik Göttingen wird kommen, voraussichtlich ab 2018.

Das ist das Ergebnis einer Diskussion im Osteroder Rathaus. Dabei waren sich alle Beteiligten einig: Eine bessere Lösung ist derzeit nicht erreichbar. Eine Alternative wäre der völlige Verlust dieses Bereitschaftsdienstes. Die Eltern müssten dann für ihren Nachwuchs den allgemeinen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen.

Eine Situation, die in Niedersachsen keine Seltenheit ist: „Auf drei Vierteln der Landesfläche Niedersachsens gibt es überhaupt keinen kinderärztlichen Bereitschaftsdienst“, erklärt Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN).

Mit ihm suchten die Bundestagsabgeordneten Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD), Dr. Roy Kühne (CDU), der Stellvertrentende Landrat Dr. Andreas Philippi (SPD) sowie der Sozialdezernent des Landkreises Göttingen, Marcel Riethig, und die Osteroder Kinderärzte Martin Webel und Christian Webel unter Moderation des Osteroder Verwaltungschefs nach Lösungen.

Unterschiedliche Überlegungen, wie künftig doch noch ein Bereitschaftsdienst vor Ort angeboten werden könnte, wurden besprochen, aber als nicht umsetzbar verworfen. Eine südniedersächsische Lösung, bei der an der Uniklinik ein Bereitschaftsdienst für Kinder eingerichtet wird, hat sich im Ergebnis „als sicher nicht optimal, aber derzeit einzig gangbarer Weg herausgestellt“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Osterode.

Der Osteroder Verwaltungschef zog als Fazit: „Wir müssen froh sein, dass ein südniedersächsisches Modell mit großem Engagement der Kinderärzte ausgehandelt werden konnte - die Alternative wäre, gar nichts zu haben.“

Hintergrund

Derzeit existiert ein kinderärztlicher Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Kinderärzte vor Ort, so auch in Osterode.

Nach einer internen Vorgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) sollen Ärzte pro Quartal nicht mehr als vier Bereitschaftsdienste machen müssen. Diese Vorgabe kann aufgrund der zu geringen Zahl der Kinderärzte am Harzrand jedoch nicht eingehalten werden. Außerdem sollen die Bereitschaften an einer Kinderklinik angesiedelt werden, um notwendige stationäre Weiterbehandlungen direkt vornehmen zu können. Daher ist geplant, spätestens ab 2018 einen zentralen kinderärztlichen Bereitschaftdienst an der Uniklinik Göttingen ins Leben zu rufen.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) sind rechtlich selbstständige und unabhängige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie haben nach dem Sozialgesetzbuch, den Auftrag, in ihren jeweiligen Bereichen die kassenärztliche Versorgung der gesetzlich Versicherten zu gewährleisten. Die Vertreterversammlung ist oberstes Selbstverwaltungsorgan der KV. Sie hat die oben genannten landesweit geltenden Vorgaben bereits im Jahr 2014 beschlossen und betont, dass es keinen Zusammenhang mit der Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode am Harz gibt.

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