Mord an chinesischer Studentin: Handy und Tatwaffe weiter verschwunden

Göttingen. Im Prozess um den Mord an einer chinesischen Studentin hat das Landgericht Göttingen am Dienstag einen der damaligen Ermittler als Zeugen vernommen.

Der Polizist hatte nach dem Auffinden der Leiche die Wohnung des Opfers inspiziert.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 28-jährigen Angeklagten vor, im Oktober vergangenen Jahres die 24-jährige Studentin aus Eifersucht in deren Appartement mit einem mitgebrachten Küchenmesser ermordet zu haben. Dem Ermittler fiel damals auf, dass in der Wohnung des Opfers die Telefone fehlten. Ein Handy und ein Festnetztelefon seien später in einem Altkleider- und einem Altglas-Container in der Nähe des Tatorts aufgefunden worden, sagte der Polizist. Das iPhone der 24-Jährigen sei dagegen weiter verschwunden.

Auch die Tatwaffe haben die Ermittler bislang nicht gefunden. Die Angeklagte hatte in dem gleichen Studentenwohnheim gelebt wie ihr langjähriger Freund, der sich kurz vor der Tat von ihr getrennt hatte. In dessen Küche fanden die Beamten in einem Müllbehälter die Verpackung eines Tranchiermessers, auf der sich ein Fingerabdruck der Angeklagten befand. Im Zuge der weiteren Ermittlungen habe sich dann herausgestellt, dass das Messer einen Tag vor der Tat in einem Drogeriemarkt in der Göttinger Innenstadt verkauft worden sei, sagte der Zeuge.

Nach Angaben einer engen Freundin des Opfers soll auch eine Regenjacke verschwunden sein. LKA-Ermittler gehen aufgrund des Spurenbildes am Tatort davon aus, dass der Mörder der Studentin Blutspritzer abbekommen haben muss. Möglicherweise, so eine These der Polizei, habe sich der Täter die Jacke des Opfers übergezogen, um Blutspuren auf der eigenen Kleidung zu verdecken.

Auch ein anderes Detail fiel den Fahndern auf. Die Angeklagte hatte am Tatmorgen ein Handy-Foto von sich angefertigt, auf dem eine Umhängetasche zu sehen ist. Diese Tasche sei ebenfalls nicht auffindbar, sagte der Ermittler.

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