Mord an chinesischer Studentin: Verteidiger will Freispruch

Göttingen. Im Prozess um den Mord an einer chinesischen Studentin vor dem Landgericht Göttingen hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert.

Die 28-jährige Angeklagte habe die 24-jährige Studentin in deren Appartement mit einem mitgebrachten Küchenmesser getötet. Sie habe dabei heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt. Motiv sei Eifersucht gewesen. Sie habe es nicht ertragen, dass ihr Freund sich von ihr getrennt hatte und eine Beziehung mit der 24-Jährigen eingegangen war.

Der Vertreter der Nebenklage, der die Eltern der Getöteten vertritt, verwies auf die gravierenden Folgen für die Familie. Er forderte die höchstmögliche Strafe.

Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch. Bis zum Ende des Prozesses sei unklar geblieben, wie sich die Tat abgespielt habe, meinte Rechtsanwalt Jürgen Ahrens. Viele der vermeintlichen Indizien seien nicht geeignet, um zu einer Tatüberführung zu gelangen. Die Polizei habe zudem zu einseitig ermittelt. Die Ermittler hätten sich frühzeitig auf seine Mandantin als Tatverdächtige festgelegt, ohne die Angaben ihres Ex-Freundes ausreichend zu hinterfragen.

Nach Ansicht des Anwalts hat der Ex-Freund ein „völlig chaotisches Aussageverhalten“ gezeigt. Nachdem dieser zunächst die Polizei mehrere Stunden lang angelogen habe, habe er angegeben, dass die 28-Jährige ihm gegenüber die Tat gestanden habe. Der Verteidiger stellte zwei Hilfsbeweisanträge, die darauf abzielen, den Ex-Freund noch einmal als Zeugen zu vernehmen.

Das Gericht muss nun darüber befinden, ob es diesen Anträgen stattgibt. Ursprünglich wollte es am Freitag das Urteil verkünden.

Rubriklistenbild: © Archiv: Rampfel

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