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Hakenkreuz und unbekanntes Pulver: Morddrohungen gegen Göttinger Grüne

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Von: Raphael Digiacomo

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Unbekannte lassen den Grünen in Göttingen einen Brief zukommen. Das Schreiben enthält Morddrohungen, rechtsextreme Phrasen und ein unbekanntes Pulver.

Göttingen – Offenbar haben Rechtextremisten einen Brief mit Morddrohungen und einem unbekannten Pulver den Grünen in Göttingen geschickt. Eine Mitarbeiterin habe das Schreiben am Dienstag (27.09.2022) aus dem Briefkasten geholt, sagte Grünen-Vorstandssprecher Dirk-Claas Ulrich am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst.

„Die Grünen stürzen Deutschland in den Abgrund“, heißt es in dem handschriftlich und in Großbuchstaben verfassten Schreiben. „Öffnet Nordstream 2 und macht die AKWs wieder an! Oder wir killen euch!“ Darunter finden sich das vermutlich für „Heil Hitler“ stehende Kürzel „HH“, ein Hakenkreuz sowie die Worte „White Power“ und „Gruppe 11“.

Grüne in Göttingen erhalten Brief mit Morddrohungen, Hakenkreuz und unbekanntem Pulver

Über Jahre hinweg hat ein Mann aus Nürnberg zahlreiche Drohbriefe und Postkarten verschickt.
Die Grünen in Göttingen haben einen Brief mit Morddrohungen, Hakenkreuz und einem unbekannten Pulver erhalten. (Symbolbild) © imago images

„Gruppe 11“ könnte auf elf Neonazis aus dem verbotenen rechtsextremen Netzwerk „Blood & Honour“ hinweisen, die gegenwärtig in München vor Gericht stehen. Zudem erinnert die Bezeichnung an einen Brandanschlag auf das linke Bremer Jugendzentrum „Friese“ im Februar 2020 – an der Haustür fanden sich damals nach dem Brand Aufkleber der Neonazi-Partei „Die Rechte“ sowie einer „Gruppe 11“.

Ulrich sagte, die Grünen hätten wegen des anonymen Briefes inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet. Bereits vor zwei Jahren hatten die Partei, andere Gruppierungen und das „Rote Zentrum“ Drohbriefe mit Nazi-Symbolen und einer pulvrigen Substanz bekommen. Das Pulver hatte sich bei polizeilichen Untersuchungen allerdings als ungefährlich erwiesen.

Störaktionen gegen Grüne-Politiker bei Wahlveranstaltungen in Göttingen

Grünen-Vorstand Ulrich verwies auf eine Zunahme rechtsextremer Aktivitäten in Göttingen in jüngster Zeit. Bei einer Demonstration gegen einen Wahlkampfauftritt der Bundesvorsitzenden Ricarda Lang am vergangenen Freitag hätten Rechtsradikale und Verschwörungstheoretiker „gemeinsame Sache“ gemacht.

Langs Rede war immer wieder von Sprechchören und lauten Pfiffen unterbrochen worden. Auch für eine Kundgebung mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock an diesem Sonntag (02.10.2022) in der Uni-Stadt rechnet Ulrich mit Störaktionen. (epd/rdg)

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