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Händel-Festspiele: Mord, Machtspiel und Verführung in der Oper „Giulio Cesare in Egitto“

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Von: Eva Krämer

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Eine Szene aus „Giulio Cesare in Egitto“ der Internationalen Händel-Festspiele.
Die Händel-Oper „Giulio Cesare in Egitto“ ist das zentrale Stück der diesjährigen Händel-Festspiele. © Marco Borggreve

Start der Internationalen Händel-Festspiele in Göttingen: „Giulio Cesare in Egitto“ feiert am 13. Mai Premiere im Deutschen Theater.

Göttingen – Ein wenig Applaus gab es schon vorab für das Orchester und die Sänger der diesjährigen Internationalen-Händelfestspiele. „Great. Wonderfull“, sagte George Petrou, Dirigent und künstlerischer Leiter nach der ersten Sitzprobe zum zentralen Stück der Festspiele - der Oper „Giulio Cesare in Egitto“. Am Freitag, 13. Mai, feiert die Oper im Deutschen Theater ihre Premiere.

Nach zwei Jahren Corona-Pause beweisen die Festspiele in diesem Jahr, dass eine aufwendige Produktion nicht immer von einem einzigen Veranstalter allein gestemmt werden muss. „Giulio Cesare in Egitto“ wurde bereits zum Jahresbeginn von der Niederländischen Reiseoper, unter der Leitung von George Petrou aufgeführt.

Eine Szene aus „Giulio Cesare in Egitto“ der Oper der Internationalen Händel-Festspiele.
Eine Szene aus „Giulio Cesare in Egitto“ der Oper der Internationalen Händel-Festspiele. Sie feiert am Freitag, 13. Mai, Premiere im DT. © Marco Borggreve

George Petrou ist der neue Dirigent und künstlerischer Leiter der Händel-Festspiele. Der gebürtige Grieche gilt als einer der weltweit führenden Barockspezialisten. Als Händel-Spezialist war er in Opernhäusern in ganz Europa zu Gast. „Er fordert die Musiker auf, aus sich heraus zukommen“, sagt Patrick Walter, der Pressesprecher der Festspiele.

Das Orchester besteht aus Musikern der renommiertesten Barockorchestern der Welt. Aus über zehn Ländern versammeln sie sich zum Orchester der Internationalen Händel-Festspiele. Neben historischen Bratschen und Geigen werden auch barocke Instrumente gespielt. Darunter eine Theorbe, das als Schalenhalslaute zur Familie der Lauteninstrumente gehört, und ein Cembalo, das erste Tasteninstrument und Vorreiter des modernen Klaviers.

Porträt George Petrou, Dirigent und künstlerischer Leiter Händel-Festspiele.
George Petrou ist Dirigent und künstlerischer Leiter der Internationalen Händel-Festspiele. © Internationale Händel-Festspiele

Mit Countertenor Yuriy Mynenko aus der Ukraine in der Rolle des Caesar und der belgischen Sopranistin Sophie Junker als Cleopatra sind zwei Stars zu hören. Damit kehrt das Werk 100 Jahre nach der Wiederentdeckung durch Oskar Hagen nach Göttingen zurück.

Mord und Totschlag, List und Tücke, Machtspiele und Intrigen, Liebe und Leidenschaft, Verführung und Begehren, Hochherzigkeit und Niedertracht, Todessehnsucht und Todesmut: Es ist viel los in dieser Oper, die unter dem Titel Giulio Cesare in Egitto, die im Februar 1724 im Londoner Heymarket Theatre uraufgeführt wurde.

Die Händel-Oper erzählt die historisch überlieferte Geschichte von Caesar und Kleopatra, von Kleopatras Bruder, Ptolemaios XIII. und seinem Feldherrn Achillas, von der Schlacht bei Pharsalos und dem Alexandrinischen Krieg, die Haym in einer erstaunlich faktenbasierten und dennoch weitgehend frei erfundenen Opernhandlung zusammenfügte, Händel zu gänzlich neuen Konzepten musikalischer Personencharakteristik inspiriert zu haben.

Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen sind das weltweit älteste Festival für Alte Musik. Sie finden seit 1920 jährlich in Göttingen statt. Die Bühnenwerke Georg Friedrich Händels waren in Vergessenheit geraten, als die Inszenierung seiner Oper Rodelinda durch Oskar Hagen unter Mitwirkung der Akademischen Orchestervereinigung Göttingens 1920 in Göttingen nicht nur der Beginn der Festspiele war, sondern viele Aufführungen seiner Opern in ganz Deutschland auslöste. Die Beliebtheit von Händels Musik und seinen Opern hält bis heute an.

Programm startet mit Festspielkonzert

Die Händelfestspiele werden am Donnerstag, 12. Mai mit dem Konzert „Aminta e fillide“ in der Aula der Universität Göttingen eröffnet. Ein zweites Mal ist das Konzert am Dienstag, 17. Mai zu sehen. Die Oper „Giulio Cesare in Egitto“ feiert am Freitag, 13. Mai um 18 Uhr im Deutschen Theater Göttingen seine Premiere.

Außerdem wird die Oper am Samstag, 15 Mai um 18 Uhr, am Montag, 16. Mai um 15 Uhr, am Mittwoch, 18. Mai um 19 Uhr, am Samstag 21. Mai um 19 Uhr sowie am Sonntag, 22. Mai um 17 Uhr aufgeführt. „Händel goes Tinder“, eine multimediale Oper, ist am Samstag, 14. Mai in der Aula am Waldweg zu sehen. Rund um die Händel-Festspiele finden viele weitere Konzerte und Veranstaltungen statt. (eck)

Weitere Infos und Tickets gibt es unter haendel-festspiele.de

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