Ex-Kommilitone und -Freund seit fünf Jahren auf der Flucht

Mord an Göttinger Medizinstudentin: Eltern bitten Weil um Hilfe bei Tätersuche

Spontanes Treffen: Ministerpräsident Stefan Weil besucht die HAWK in Göttingen und trifft dabei die israelischen Eltern der 2011 ermordeten Oshrit Hamzeh, Miriam und Mohammad. Vorne HAWK-Vizepräsident Wolfgang Viöl. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Eltern der im Dezember 2011 in Göttingen ermordeten Medizinstudentin Oshrit Hamzeh haben am Dienstagnachmittag Ministerpräsident Stephan Weil bei seinem Besuch der HAWK getroffen. Auch die Verantwortlichen der Fachhochschule unterstützten die spontane Begegnung.

Der vermeintliche Mörder, der Ex-Kommilitone und -Freund ist nach fünf Jahren noch immer auf der Flucht und wird mit einem internationalen Haftbefehl von Interpol gesucht, wie die Göttinger Polizei auf Anfrage noch einmal bestätigte.

Die Eltern Miriam und Mohammad Hamzeh fragen sich in ihrer Verzweiflung, warum noch nichts passiert ist, nachdem laut ihrer Schilderung der Aufenthaltsort des Mannes zeitweise in der Türkei sogar bekannt gewesen sein soll.

Stephan Weil (SPD) hatte die Eltern Hamzeh bereits bei einem Besuch in Jerusalem getroffen und war von ihnen um Hilfe in der Angelegenheit gebeten worden.

Die Göttinger Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD) sagte nach einer Anfrage am Dienstag in der HAWK in Göttingen spontan ihre Unterstützung in dem Fall zu und kontaktierte den aus Osterode anreisenden Ministerpräsidenten.

Die Eltern suchen bei ihrer Reise, der von einem israelischen Fernsehteam begleitet wird, Freunde, die Universität, den Wohnort und Menschen auf, die weiter helfen können und sollen. Darunter sind auch Journalisten, die über den Fall berichtet haben. Deshalb besuchten Familie und Fernsehteam auch die Göttinger HNA-Redaktion.

„Ich bin nicht mehr glücklich, seit meine Tochter ermordet worden ist. Wenn der Täter gefasst würde, könnte ich wenigstens Ruhe finden“, sagte Miriam Hamzeh gegenüber unserer Zeitung.

Von Ministerpräsident Stefan Weil und den Politikern erhoffen sich Miriam und Mohammad Hamzeh nun, dass er über die Kanäle Landeskriminalamt (LKA) und Bundeskriminalamt (BKA) weitere Informationen zu dem Fall und dem möglichen Nichthandeln von Behörden im Ausland erfahren kann. „Wir haben Fragen und hoffen auf Antworten“, sagte Mohammad Hamzeh. Dessen Tochter Oshrit war kurz vor Weihnachen 2011 in ihrem Appartement von ihrem Freund ermordet worden, weil sie sich von dem verheiraten Mann trennen wollte, nachdem sie eine Beziehung eingegangen war.

Der mutmaßliche aus Syrien stammende Täter hatte sich dann, wie jetzt bekannt wurde, nach Istanbul abgesetzt und ist weiter auf der Flucht. In Göttingen hatte der Fall für große Anteilnahme gesorgt, Oshrit hatte nach dreieinhalb Jahren Studium viele Freunde und war auch im Medizinstudium voll integriert.

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