Mordversuch mit Quecksilber und Blei: 43-Jähriger in Haft

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Bei der Staatsanwaltschaft Göttingen laufen die Ermittlungen in dem Fall zusammen: Der 43-jährige Beschuldigte sitzt in Untersuchungshaft. 

Göttingen. Ein 43-jähriger Mann aus dem Landkreis Göttingen soll über mehrere Monate hinweg versucht haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit Quecksilber und Blei zu vergiften.

Der 43-Jährige sei bereits Mitte Dezember verhaftet worden, teilte am Dienstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick, mit. Zuvor hatte die Ehefrau, die bereits seit einiger Zeit unter unerklärlichen Gesundheitsbeschwerden litt, verdächtige Kügelchen im Backofen entdeckt. Analysen bestätigten den Verdacht, dass es sich um Quecksilber handelte. Ärztliche Untersuchungen zeigten, dass die Ehefrau erhöhte Quecksilber- und Bleiwerte im Blut hatte.

Aktualisiert um 12 Uhr

Nach Angaben der Ermittler soll der Mann noch einen Schlüssel zu dem Wohnhaus der Ehefrau gehabt haben und dort mehrfach heimlich Quecksilber ausgestreut haben. Außerdem habe er Blei in Weinflaschen injiziert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb gegen ihn wegen des Verdachts des versuchten Mordes und der schweren gefährlichen Körperverletzung. Der 43-Jährige soll die Giftanschläge mindestens seit Juli vergangenen Jahres verübt haben. In der Folge stellten sich bei der nichtsahnenden Ehefrau massive gesundheitliche Probleme ein, unter anderem litt sie an Krämpfen und verlor erheblich an Gewicht.

Erst nach einigen Monaten kam sie der Ursache auf die Spur, nachdem sie die Kügelchen im Backofen entdeckt hatte. Raumluftmessungen hätten ergeben, dass die Quecksilber-Konzentration in dem Wohnhaus um das bis zu 50-fache über dem zulässigen Grenzwert lag, sagte Staatsanwaltssprecher Buick. Bei weiteren Untersuchungen seien die Ermittler darauf gestoßen, dass Bleiacetat in Weinflaschen injiziert worden war. Hier ergaben die Analysen, dass die Schwermetallkonzentrationen im Wein den zulässigen Grenzwert um das bis zu 690-fache überstiegen.

Einem Gutachten zufolge sei die Schwermetallbelastung so hoch, dass das Haus unbewohnbar sei, sagte Buick. Die Ehefrau habe daher wegen der erheblichen Gesundheitsgefahren ausziehen müssen. Möglicherweise müsse das Haus sogar abgerissen werden. Inzwischen habe sich ihr Gesundheitszustand etwas gebessert, sie sei aber weiterhin erheblich beeinträchtigt. Die Staatsanwaltschaft habe ein medizinisches Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, welche langfristigen Gesundheitsschäden zu erwarten seien. Außerdem wollen die Ermittler der Frage nachgehen, ob es möglicherweise noch weitere Geschädigte gibt. (pid)

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