Moritz-Jahn-Haus: Neues Zuhause für Flüchtlinge in Geismar

Informierten rund 100 Besucher am Montagabend über das Moritz-Jahn-Haus als neue Flüchtlingsunterkunft: (von links) Dagmar Schlapeit-Beck, Geismars Ortsbürgermeister Thomas Harms, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Sozialdienst-Leiter Gerd Gruß. Foto: Schröter

Göttingen. Das Moritz-Jahn-Haus in Göttingen-Geismar wird ab sofort als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Die ersten neun Flüchtlinge sollen bereits am Mittwoch den bisherigen Veranstaltungshaus, der für gemeinnützige kulturelle und gesellschaftliche Zwecke genutzt wird, beziehen.

„Insgesamt bietet das Haus Platz für 32 Flüchtlinge“, sagte Gerd Gruß, Leiter des Fachbereichs Soziales, bei der Stadt Göttingen. Er sprach bei einer Informationsveranstaltung, an der am Montagabend rund 100 Besucher teilnahmen. Für die Umgestaltung als Flüchtlingsunterkunft seien unter anderem im Kellergeschoss der ehemaligen Grundschule Duschen und Waschmaschinenplätze eingebaut sowie im Erdgeschoss die Küche von den beiden großen Räumen abgetrennt worden.

Die Fragen, ob ausschließlich junge Männer oder auch Familien im Moritz-Jahn-Haus einziehen und wie lange die Flüchtlinge bleiben würden, konnte Gruß nicht beantworten. Er betonte jedoch, dass sie von Flüchtlings-Sozialarbeitern betreut werden und dass er keine Gefahr sehe, dass das Haus verschmutzen oder gar verwahrlosen werde. „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Flüchtlinge sich gut organisieren und selbst für Sauberkeit sorgen“, sagte Gruß. Sollte dies hier nicht der Fall sein, werde aber ein Hausmeisterdienst eingesetzt.

Dass das Moritz-Jahn-Haus überhaupt als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann, geht auf ein Angebot des Ortsrates Geismar sowie dessen Ortsbürgermeister Thomas Harms zurück. „Dafür gilt allen Beteiligten unser ausdrücklicher Dank“, betonte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei der Informationsveranstaltung. „Derzeit werden in Göttingen 1542 Flüchtlinge betreut und wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres noch einmal 2400 zugewiesen bekommen – wenn wir Pech haben sogar 3400“, sagte Köhler. Da es kaum noch Unterbringungsmöglichkeiten gebe, könne man „auf keine mögliche Immobilie, keine mögliche Wohnung und auch keinen möglichen Container“ verzichten.

Derzeit sei man unter anderem im Gespräch mit der Telekom, um das leer stehende Gebäude an der Hannoverschen Straße zu erwerben und als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. „Es gibt auch Überlegungen, die IGS-Parkplätze in Geismar mit Containern zu belegen“, so Oberbürgermeister Harms. Er freue sich, dass es gelungen sei, schnell eine adäquate Unterbringung für die Vereine gefunden zu haben, die bislang das Moritz-Jahn-Haus genutzt hatten.

Am Ende signalisierten zahlreiche Anwesende ihre Absicht, sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge engagieren zu wollen. Auch der ehemalige Oberbürgermeister Wolfgang Meyer kündigte seine Hilfe an.

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