Motor im Kampf gegen Herzkrankheiten

Göttingen: Baustart für neues Herzforschungszentrum

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Schrauben statt mauern: Grundsteinlegung des Gebäudes für Herz-Kreislauf-Forschung vor dem Uni-Klinikum. Von links Prof. Dr. Thomas Eschenhagen (Vorstandsvorsitzender Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, DZHK), Prof. Dr. Heyo K. Kroemer (Vorstandssprecher Universitätsmedizin Göttingen, UMG), Prof. Dr. Gerd Hasenfuß (Vorsitzender Herzforschungszentrum Göttingen, HRCG) und Annette Lüdecke (Architektin, Gebäudemanagement UMG).

Göttingen. An der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) entsteht ein neuer Motor für die Herzforschung: Dienstag war Baustart für ein Gebäude, das vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) genutzt werden wird. Die Forscher wollen hier Therapien gegen häufige Herzerkrankungen entwickeln und maßgeblich verbessern.

Der Grundstein ist diesmal nicht aus Granit oder Beton, sondern ein Metallkasten auf einem Stahlträger, denn das zweigeschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von 1650 Quadratmetern wird in Modulbauweise auf der Klinik-Westseite vor den Vorstandsbüro-Baracken erstellt.

Die UMG greift tief in die Tasche, finanziert elf Millionen Euro und erhofft sich deutlich verbesserte Forschungsbedingungen für die in Göttingen erfolgreiche Herz-Kreislauf-Forschung.

„Wir schaffen in von der Politik so gewollten, für Uni-Kliniken wirtschaftlich schwierigen Zeiten optimale Bedingungen für Spitzen-Forscher“, sagt UMG-Vorstandssprecher Prof. Heyo Kroemer. Das Projekt sei ein Beispiel für vernetztes Arbeiten von Forschungseinrichtungen und für die Uni-Medizin der Zukunft.

Die besonderen Forschungsarbeiten stellen außergewöhnliche Bedingungen an die Planer und den Bau: So wird auch mit den vom Göttinger Nobelpreisträger Prof. Stefan Hell entwickelten, hochauflösenden STED-Mikroskopen in lebende Zellen geschaut. Deshalb müssen die Fundamente des Gebäudes so beschaffen sein, dass keine störenden Schwingungen auftreten können.

Geforscht wird im Verbund, beteiligt sind dabei auch Spitzenwissenschaftler der Göttinger Max-Planck-Institutes wie Prof. Dr. Jens Frahm, der im 2014 eingeweihten, neuen MRT-Gebäude auf der Klinikum-Ostseite mitarbeitet. Moderne Bildgebungsverfahren ermöglichen sogar Echtzeit-Einblicke in das schlagende Herz. Im neuen Gebäude wird also Grundlagenforschung betrieben, um Therapieprinzipien zu überprüfen.

Generell untersuchen die Forscher am DZHK-Standort Göttingen vor allem die Pumpschwäche des Herzens und Herzrhythmusstörungen. Die Ergebnisse sollen dann nach der klinischen Erprobung in neue Therapien am Patienten einfließen, erklärte der Vorsitzende des Herzforschungszentrums Göttingen (HRCG), Prof. Dr. Gerd Hasenfuß. Ein Beispiel sind schonende Herzstimulationsverfahren. Auch Versuche, künstliches Herzgewebe zu züchten, sind fortgeschritten und sollen zur Serienreife gebracht werden. „Das Gebäude wird benötigt, um medizinischen Fortschritt zum Wohle der Patienten zu erreichen.“ Dazu passt eine weitere Aufgabe des Forschungszentrums, Simulationsmodelle zur Vorhersage von Krankheitsverläufen und Therapieerfolgen zu erstellen.

Der Bau ist für Hasenfuß ein „wichtiger, aber auch notwendiger Schritt, um auf internationaler Ebene konkurrenzfähig zu sein“. Ein Baustein für die Zukunft der UMG.

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