Anbau im Hof soll das Städtische Museum erhalten

Museum-Sanierung in Göttingen: Kosten belaufen sich auf 11 bis 17 Millionen Euro

Göttingens Städtisches Museum.
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Göttingens Städtisches Museum ist in einem historischen Gebäude-Ensemble untergebracht. Dazu gehören (von links) Remise, Kapelle und Hardenberger Hof.

Einen Anbau im Hof soll das Städtische Museum Göttingen erhalten. Die Kapelle wird als besonderer Raum zur Geltung gebracht.

Göttingen – Rampen und Aufzüge sorgen im historisch gewachsenen Gebäudekomplex für Barrierefreiheit. So sehen es drei Machbarkeitsstudien zur Sanierung und Erweiterung der Einrichtung vor. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf elf Millionen bis 17 Millionen Euro.

Die Stadt hat die Planungsbüros um Ideen gebeten, wie sich das 2016 vom Rat beschlossene Konzept für einen modernen Museumsbetrieb umsetzen lässt. Das Ensemble am Ritterplan Ecke Jüdenstraße setzt sich aus mehreren unterschiedlichen Gebäuden zusammen. Da sind der 1592 erbaute Hardenberger Hof und die Kapelle. Hinzukommen die Fachwerkhäuser Posthalterei und Remise.

Zu diesem Standort hat sich der Rat vor anderthalb Jahren nach intensiver Diskussion bekannt. Abschreckend wirkten lange die Kosten von 6,5 Millionen Euro, die ein Schadensgutachten 2009 allein für die statisch-konstuktive Sanierung des Hardenberger Hofs und eines Teils der Remise ermittelte.

Die Planungsbüros punkt4 aus Kassel, Space4 aus Stuttgart und Schwieger aus Göttingen haben nun für jeweils 25.000 Euro Machbarkeitsstudien zur Umsetzung des Museumskonzepts erstellt. Sie berücksichtigen auch die energetische Sanierung der Gebäude und die Vorgaben des vorbeugenden, baulichen Brandschutzes. Erhalten bleibt in allen Entwürfen der Eingang über die Straße Ritterplan.

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege gab seine bereits vor fünf Jahren geäußerte Ablehnung eines Anbaus auf. Er ist notwendig, um Barrierefreiheit sicherzustellen, erfuhr Alain Pierre vom Behindertenbeirat bei der Vorstellung der Entwürfe im städtischen Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke. Die Büros haben sich um einen möglichst kleinen Eingriff bemüht.

„Wir sind nun einen gewaltigen Schritt vorangekommen“, erklärte Ausschussvorsitzender Hans Otto Arnold (CDU). Er zeigte sich „erleichtert und zuversichtlich“. Die Stadt will nun die besten Ideen in einer Vorzugsvariante zusammenführen und der Politik präsentieren. Im Zuge des Vergabeverfahrens wird dann noch in diesem Jahr der Auftrag zur Erstellung einer Entwurfsplanung erteilt. Zur Finanzierung der weiteren Planungsschritte sind 2021 und 2022 jeweils 200.000 Euro notwendig. 300.000 Euro aus den Vorjahren stehen für das Projekt noch im Haushalt. Auf der Grundlage der Entwurfsplanung will die Stadt Fördermittel einwerben. Die Umsetzung soll dann nach und nach erfolgen.

Das Museum, das 1889 auf Initiative des Göttinger Germanistikprofessors Moriz Heyne als Städtische Alterthümersammlung entstanden ist, bezog 1893 den Hardenberger Hof. 1912 kam die Posthalterei mit Remise, 1979 auch das Haus des Postverwalters – ein barocker Fachwerkbau von 1700 – dazu. (Michael Caspar)

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