Neun Fälle in der Region

Mutiertes Coronavirus nachgewiesen: Jetzt 20 Fälle in der Region Göttingen

Corona-Virus
+
Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt den neuartigen Coronavirus 2019-nCoV.

Die englische Corona-Mutante (B.1.1.7) wurde in der Region Göttingen nachgewiesen. Inzwischen gibt es 20 Fälle in Stadt und Landkreis.

  • Die sogenannte englische Mutation des Corona-Virus (B.1.1.7) wurde jetzt in 20 Fällen in der Region Göttingen nachgewiesen.
  • Alle Infizierten sind jetzt in häuslicher Quarantäne.
  • Einige der Betroffenen arbeiten bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben. Dort ist ein Reihentest in Vorbereitung.

Update vom Montag, 01.02.2021, 20.35 Uhr: Die britische Coronavirus-Mutation verbreitet sich weiter in der Region Göttingen: Aktuell gibt es 20 Fälle, in denen diese Variante nachgewiesen wurde.

Das sagte am Montag ein Sprecher der Stadtverwaltung auf Anfrage. Bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben gibt es neun bestätigte Infektionen mit dem Corona-Virus, davon sieben mit der englischen Mutation. Ein PCR-Test der Belegschaft folgt in den nächsten Tagen. Da auch Personen, deren Schnelltest ein positives Ergebnis gebracht hat, bis zur Vorlage eines negativen PCR-Tests in Quarantäne sind, bleibt der Recyclinghof aus Kapazitätsgründen bis auf Weiteres geschlossen. Einschränkungen in der Müllabfuhr sind laut Verwaltung unterdessen nicht auszuschließen.

Update vom Donnerstag, 28.01.2021, 18.15 Uhr: Laut Stadtverwaltung Göttingen gab zunächst keine positiven Schnelltests auf das Corona-Virus bei Mitarbeitern der Göttinger Entsorgungsbetriebe. Unterdessen hat bei den Mitarbeitern der Entsorgungsbetriebe ein Corona-Reihentest begonnen. Der Dienstbetrieb bei dem Entsorgungsunternehmen ist aktuell nicht eingeschränkt, heißt es von der Stadtverwaltung.

Das Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen hat bei den bestätigten Fällen noch am Mittwoch mit der intensiven Kontaktnachverfolgung begonnen, um die Infektionsketten möglichst schnell zu unterbrechen. „Das gelingt sehr gut“, heißt es aus dem Neuen Rathaus. „Das Virus hinterlässt keine Fingerabdrücke, sodass eine verlässliche Rückverfolgung auf den Ursprung nicht möglich ist.“ Unter den Infizierten gibt es auch voneinander unabhängige Infektionen.

Mutiertes Corona-Virus in Göttingen: Reihentest bei den Entsorgungsbetrieben

Erstmeldung vom Mittwoch, 27.01.2021, 17:50 Uhr: Zwei weitere bestätigte Fälle leben in angrenzenden Landkreisen beziehungsweise Bundesländern und zählen offiziell nicht in die Göttinger Statistik. Diese Betroffenen sind allerdings in Göttingen berufstätig.

Mehrere der Betroffenen arbeiten bei den Göttinger Entsorgungsbetrieben (GEB). Dort wurden sofort umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen: Viele Beschäftigte werden zu ihrem eigenen Schutz vor Dienstbeginn einem Schnelltest auf das SARS-CoV-2-Virus unterzogen. Schlägt der Schnelltest positiv aus, so folgt ein sofortiger PCR-Test, bei dem auch die Infektion mit der Mutation untersucht wird. Ein PCR-Reihentest des gesamten Personals ist laut Stadtverwaltung in Vorbereitung.

Noch ist nicht abzusehen, ob sich das Infektionsgeschehen auf den Dienstbetrieb der GEB auswirken wird. Das hänge vor allem von den Ergebnissen der PCR-Tests ab, die in den nächsten Tagen abgenommen würden, so Dirk Brandenburg, Betriebsleiter der GEB. „Wir stehen im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt und unterstützen alle Maßnahmen, die getroffen werden. Sobald sich die Situation ausschärft, können wir die nächsten Schritte planen.“

Corona-Mutante B.1.1.7 in Göttingen: Nachweis überrascht Fachleute nicht

Dass die Virus-Mutation nun auch in Südniedersachsen nachzuweisen ist, überrascht Fachleute und Behörden nicht. „Nachdem die englische Mutation schon in anderen niedersächsischen Kommunen nachgewiesen worden ist, war damit zu rechnen“, macht Petra Broistedt, Sozialdezernentin und Leiterin des Corona-Einsatzstabs der Stadt Göttingen, deutlich.

Zugleich stellt sie fest: „Das Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis hat umgehend und professionell reagiert. Alle Infizierten und ihre Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die Kontaktpersonen wurden bereits getestet. Der Ausbruch wird mit höchster Priorität vom Gesundheitsamt bearbeitet.“

Corona-Mutante soll ansteckender sein

Im Krankheitsverlauf ist die Virus-Mutation nach Medienberichten nicht gefährlicher, aber deutlich ansteckender: Das in Großbritannien aufgetretene mutierte Coronavirus trägt die Bezeichnung B.1.1.7.  Die Gefahr der Ansteckung sei 50 bis 70 Prozent höher als bei der nicht-mutierten Variante.

Mutiertes Coronavirus in Göttingen: AHA-Regeln unbedingt einhalten

Kreisrätin Marlies Dornieden, Leiterin des Landkreis-Krisenstabs betont: „Der Nachweis der Mutation im Landkreis zeigt, dass wir konsequent die AHA-Regeln beachten müssen. Gerade weil die Inzidenzwerte sinken, sind Achtsamkeit und Rücksicht wichtig.

Unser Motto muss sein: Jetzt erst recht – Abstand, Hygienemaßnahmen und Maske. Sie mindern das Infektionsrisiko, das die Virus-Mutation so gefährlich macht.“ Weitere Informationen zu Corona in Niedersachsen oder den Corona-Impfungen in Niedersachsen finden Sie in unserem jeweiligen News-Ticker. (Bernd Schlegel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.