Gefahr für die Allgemeinheit

Mutter enthauptet: Sohn muss dauerhaft in die Psychiatrie

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Urteil: Der 28-Jährige (vorn), der seine Mutter tötete, wird in der Psychiatrie untergebracht. Das Foto entstand beim Prozessauftakt im Mai.

Göttingen. Ein 28-jähriger Mann aus Göttingen, der seine Mutter mit einem Fleischermesser getötet und anschließend enthauptet hatte, muss dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht bleiben. Das hat am Mittwoch das Landgericht Göttingen angeordnet.

 Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der psychisch Kranke im November vergangenen Jahres mit einem 37 Zentimeter langen Messer auf seine 48-jährige Mutter eingestochen hatte. Einer der insgesamt sechs Stiche sei tödlich gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Anschließend habe er ihr während der Sterbephase den Kopf vom Rumpf abgetrennt. Zu diesem Zeitpunkt sei die Frau bereits ohne Bewusstsein gewesen. Danach habe der 28-Jährige auf den Hund der Familie eingestochen und auch diesen enthauptet.

Grausige Tat

 Ein solch grausiges Tatbild sei dem Gericht noch nicht untergekommen, sagte der Vorsitzende Richter. Die Tat sei „mit normalen Maßstäben überhaupt nicht erklärbar“. Der 28-Jährige habe ein besonders inniges Verhältnis zu seiner Mutter gehabt. Zeugen hätten ihn als freundlich und sympathisch beschrieben.

Nach Angaben eines psychiatrischen Gutachters litt der 28-Jährige zum Tatzeitpunkt unter Schizophrenie. Er sei bereits seit 2011 psychisch auffällig gewesen und habe sich mehrfach auch auf eigenen Wunsch in psychiatrische Behandlung begeben. Auch am Tag vor der grausigen Tat sei er in einer psychiatrischen Klinik gewesen, unmittelbar nach der Tat kehrte er dorthin zurück. Möglicherweise habe er seine Medikamente nicht regelmäßig genommen und dadurch einen weiteren Krankheitsschub ausgelöst.

Schuldunfähig 

Der 28-Jährige sei aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung zur Tatzeit schuldunfähig gewesen und könne deshalb strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden, sagte der Richter. Daher sei er vom Vorwurf des Totschlages freizusprechen. Weil er in seinem Krankheitszustand weiterhin eine Gefahr für Dritte darstelle, müsse er in der Psychiatrie untergebracht bleiben.

Das Gericht entsprach damit nicht nur den gleich lautenden Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung, sondern auch dem Wunsch des 28-Jährigen. Dieser möchte weiter in der Psychiatrie behandelt werden. (pid)

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