"Stunde der Wintervögel"

Naturfreunde zählen 15 Prozent weniger Amseln in niedersächsischen Gärten

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Eine Amsel sitzt im winterlichen Beerenstrauch: Vogelfreunde zählten bei einer Aktion des Naturschutzbundes Deutschland deutlich weniger Amseln als in den Vorjahren.

Landkreis Göttingen. Die Amselpopulation in Niedersachsen hat offenbar weiter abgenommen. In der „Stunde der Wintervögel“ zählten Naturfreunde durchschnittlich 3,17 Amseln in ihren Beobachtungsgebieten. 

Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 15 Prozent, wie der Naturschutzbund Nabu in Hannover mitteilte.

Vom 4. bis 6. Januar hatte der Nabu mit der Aktion „Stunde der Wintervögel“ dazu aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und das Ergebnis dem Naturschutzbund zu melden.

Bundesweit sind den Angaben der Naturschützer zufolge pro Garten 2,72 Amseln gemeldet worden. Damit liege Niedersachsen zwar deutlich über dem Schnitt, allerdings habe sich dort schon zwischen 2017 und 2018 der Amselbestand um 22 Prozent verringert, hieß es in der Mitte des Nabu. Als Gründe für den Schwund kämen demnach der sehr trockene Sommer 2018 und damit fehlende Regenwürmer für den Nachwuchs und eine bundesweite Epidemie des tropischen Usutu-Virus unter den Vögeln infrage.

Insgesamt haben in Niedersachsen nach den bisherigen Meldungen rund 11 000 Vogelfreunde in 7600 Gärten zwischen Borkum und Duderstadt Wintervögel gezählt, hieß es. Am häufigsten sichteten sie dabei genauso wie Helfer bundesweit den Haussperling gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.

Wegen des milden Wetters sei genug Futter zu finden gewesen, weswegen weniger klassische „Futterhausbesucher“ wie Eichelhäher, Buntspecht oder Gimpel gesichtet worden seien. Stattdessen zeigten sich mehr Ringeltauben und Rotkehlchen, die eigentlich als sogenannte Teilzieher im Süden überwintern.

Die „Stunde der Wintervögel“ fand zum neunten Mal am ersten Januarwochenende statt und ist nach Nabu-Angaben Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Weitere Sichtungen können noch bis zum heutigen Dienstag gemeldet werden. Auch postalisch gemeldete Ergebnisse sind noch nicht erfasst. Zudem veranstaltete der Nabu am Freitag die „Schulstunde der Wintervögel“. Eine Endauswertung aller Ergebnisse ist für Ende Januar geplant.

Sichtungen des vergangenen Wochenendes können noch bis zum Dienstag, 15. Januar im Internet unter stundederwintervoegel.de an den Nabu in Berlin gemeldet werden.  mit epd

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