Amtsgericht Göttingen

Nach Angriff auf Gäste: Zwei Männer vor Göttinger Amtsgericht - Gefährliche Köperverletzung

Gerichtsgebäude in Göttingen im Sommer: Landgericht und Amtsgericht Göttingen am Maschmühlenweg. Archiv
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Zweieinhalb Jahre nach einem Überfall auf Besucher eines Lokals hat am Freitag vor dem Amtsgericht Göttingen der Prozess gegen zwei Tatverdächtige begonnen. (Archivbild)

Zweieinhalb Jahre nach einem Überfall auf Besucher eines Lokals hat am Freitag vor dem Amtsgericht Göttingen der Prozess gegen zwei Tatverdächtige begonnen.

Göttingen – Die beiden 26 und 30 Jahre alten Angeklagten, die ursprünglich aus Essen und Gießen stammen, sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem vor, im Februar 2019 auf einen damals 29 Jahre alten Kneipenbesucher, in einem Lokal in der Kurzen Geismarstraße in der Göttinger Innenstadt, eingeprügelt und diesen durch Schläge und Tritte verletzt zu haben. Der betroffene Gast, der in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, hatte dabei einen Nasenbeinbruch und eine offene Platzwunde unter dem linken Auge erlitten.

Die Polizei hatte damals nach dem gewalttätigen Vorfall berichtet, dass man von einer politisch motivierten Tat ausgehe. Deshalb habe das Staatsschutzkommissariat die Ermittlungen übernommen. Die Angeklagten sollen mit der rechten Szene in Verbindung stehen. Im Internet kursieren Fotos, die sie bei Veranstaltungen der AfD sowie der Identitären Bewegung (IB) zeigen, die der Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einschätzt.

Laut Anklage sollen die Angeklagten zunächst mit drei bis fünf weiteren Personen durch ein Fenster in die Bar hineingespäht und dann das Lokal betreten haben. Der 30-jährige Angeklagte habe dann den heute 31 Jahre alten Gast gepackt und aus dem Lokal gezogen. Danach hätten beide Männer auf den Gast eingeprügelt.

In der Pressemitteilung der Polizei heißt es, dass der Angriff auf den Gast unvermittelt und ohne ein für Außenstehende erkennbares Motiv erfolgt sei. Als ihm sein 27 Jahre alter Begleiter helfen wollte, sei auch er mit Schlägen traktiert worden. Er erlitt Prellungen im Gesicht. Anschließend seien die Angreifer geflüchtet.

Wenig später hätten Polizeibeamte in der Reinhäuser Landstraße zwei Tatverdächtige nach kurzer Verfolgung festgenommen. Noch am gleichen Tag hätten Ermittler des Staatsschutzkommissariats die Wohnungen von zwei weiteren mutmaßlich Tatbeteiligten im Göttinger Stadtgebiet durchsucht.

Die beiden Angeklagten machten zum Prozessauftakt zunächst keine Angaben zur Sache. Der angegriffene Kneipengast berichtete, dass er mit einem Freund zum Biertrinken in die Bar gegangen sei. Plötzlich sei ein Gruppe aufgetaucht: „Ich merkte sofort, hier stimmt was nicht“, sagte der 31-Jährige. Draußen vor der Eingangstür habe ihm dann ein anderer aus der Gruppe einen so harten Schlag auf die Nase verpasst, dass das Nasenbein gebrochen sei.

Der Angreifer habe Quarzhandschuhe getragen. Bei der Gewaltattacke habe er auch Faustschläge auf die Augen und gegen den Hinterkopf sowie Tritte in die Seite erhalten. Die Angreifer hätten erst von ihm abgelassen, als sich die Polizei näherte.

Der Zeuge hatte nach eigenen Angaben die Angeklagten bis dahin nicht gekannt. Als ihm später bei der Polizei Fotos vorgelegt wurden, habe er die beiden als Täter identifiziert.

Der Prozess wird am nächsten Freitag fortgesetzt. (Heidi Niemann)

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