Vermummte sollen Mitarbeiter im März angegriffen haben

Nach Attacke auf AfD-Funktionär: Polizei durchsuchte Wohnungen in Göttingen

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Göttingen. Im Zusammenhang mit einem Überfall auf einen AfD-Funktionär hat die Polizei am Donnerstagmorgen in Göttingen zwei Wohnobjekte durchsucht.

Aktualisiert: 15.25 Uhr - Die Maßnahme richtete sich gegen einen 29 Jahre alten Mann - es handelt sich dabei um einen Göttinger Studenten - und eine gleichaltrige Frau aus Göttingen, sagte eine Sprecherin. Bei den Durchsuchungen wurde laut Polizei umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt, darunter Speichermedien, wurde am Nachmittag bekannt. Gegen die Frau und den Mann wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung bzw. der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

Die beiden Göttinger Verdächtigen sollen an einem Angriff auf den niedersächsischen Landeschef der AfD-Jugendorganisation, Lars Steinke, und dessen 24-jährigen Begleiter beteiligt gewesen sein. Eine Beteiligung seines Mandanten an diesem Vorfall streitet der Anwalt des Mannes in einer Pressemitteilung ab. 

Die vermummten Angreifer hätten bei der Attacke "Scheiß Nazi" gerufen, berichtete die Polizei damals. Steinke, der auch Mitarbeiter der niedersächsischen AfD-Landtagsfraktion ist, war in Göttingen zuvor bereits mehrfach das Ziel von Angriffen. Unter anderem hatte es Brandanschläge auf sein Fahrzeug gegeben. Die Polizei vermutete die Täter im linksautonomen Spektrum.

Die Durchsuchung bei dem jungen Mann steht laut Polizei zudem im Zusammenhang mit den Krawallen beim G20-Gipfel vor knapp einem Jahr in Hamburg. Details nannte die Sprecherin nicht. Laut der Mitteilung des Anwalts des 29-Jährigen werde dem Mann gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Zum Tatzeit im Juli 2017 habe sich der Beschuldigte aber in Japan aufgehalten. Der Vorwurf sei absurd, ist dort zu lesen. 

Die Durchsuchung bei dem jungen Mann stehe zudem im Zusammenhang mit den Krawallen beim G20-Gipfel vor knapp einem Jahr in Hamburg.

Etwa 20 Sympathisanten des Mannes, die laut Polizei aus der linken Szene stammen, blockierten am Morgen vorübergehend die Bürgerstraße, wo nach Informationen unserer Zeitung eine der beiden Durchsuchungen stattfand. In der Spitze fanden sich dort 45 Menschen zusammen, sagt die Polizei. Die andere Wohnung befindet sich im Hainholzweg. Auch dort versammelten sich 25 Unterstützer, von denen zehn trotz mehrfacher Aufforderung die Straße zunächst nicht verließen. Sie wurden durch leichtes Schieben auf den Gehweg zurückgedrängt. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. (mit dpa)

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