Harms und Nier loben Verhalten eines Ordners

Nach Demo vom Samstag: Massive Kritik an Polizeieinsatz in Göttingen

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Darum geht es: Ein „mutmaßlicher Angreifer“ wurde bei der Demo am Samstag durch die Polizei festgenommen: Der Göttinger wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Göttingen. Die Kritik am Polizeieinsatz bei der Demonstration gegen die Razzia nach dem G20-Gipfel in Göttingen nimmt zu. Aus Sicht von zwei Göttinger Kommunalpolitikern war das Verhalten der Polizeiführung am Samstag „in einigen Situationen nicht gerade deeskalierend“.

In einer gemeinsamen Erklärung zeigen sich die beiden Ratsmitglieder Thomas Harms (Bündnis 90/Die Grünen) und Gerd Nier (Die Linke) mit Blick auf einen jungen Mann betroffen, der vorübergehend festgenommen worden war (wir berichteten). Er habe als Ordner fungiert und sei „von der Polizei herausgegriffen und verletzt“ worden.

„Gerade dieser junge Mann wirkte federführend dabei mit, dass sich die in einigen Situationen hochkochenden Emotionen im Demonstrationszug wieder beruhigten“, sagen die Ratsmitglieder. So habe er beispielsweise mitgeholfen, dass „der Demonstrationszug auf der vorgegebenen Route blieb und nicht, wie einige Demonstranten wollten, in die Gotmarstraße, Richtung Weihnachtsmarkt abbog“, so Harms und Nier weiter. Sie hatten die Demonstration angemeldet.

Auch in der Roten Straße habe der junge Mann nach Absprache mit den Demonstrationsanmeldern zu vermitteln versucht.

„Er wollte die Polizei bitten, an dem Ort einer Zwischenkundgebung etwas mehr Abstand von der Spitze des Demonstrationszuges zu halten. Dass ausgerechnet er von der Polizei herausgegriffen und nach Augenzeugenberichten verletzt und anschließend in Polizeigewahrsam genommen wurde, erschüttert uns deutlich“, sagen die beiden Ratsmitglieder.

Harms und Nier hoffen und wünschen, dass die Verletzungen des „uns als verantwortungsvoll und vernünftig handelnden jungen Mannes nicht ernsthafter sind und er keine gesundheitlichen Schädigungen davon trägt“.

Polizei: Mutmaßlicher Angreifer wurde überwältigt

Die Polizei hatte am Wochenende deutlich gemacht, dass von den Beamten ein „mutmaßlicher Angreifer“ ergriffen und überwältigt worden sei. Der Göttinger war laut Polizei für die „strafprozessualen Maßnahmen“ zur Dienststelle gebracht und von dort wenig später entlassen worden. Die Begutachtung des Demonstranten durch eine hinzugezogene Rettungswagenbesatzung habe keine Hinweise auf bei dem Polizeieinsatz erlittene Verletzungen oder eine Bewusstlosigkeit ergeben, sagte die Polizei weiter.

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