Nach Mord-Urteil in Göttingen: Verteidigung geht jetzt in Revision

Beim Prozessauftakt Ende April: Die 28-Jährige war wegen Mordes vom Landgericht Göttingen verurteilt worden. Archivfoto: Jelinek

Göttingen. Der Mord an einer chinesischen Studentin in Göttingen wird jetzt auch den Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigen.

Die Verteidigung habe gegen das Urteil des Landgerichts Göttingen Revision eingelegt, teilte ein Justizsprecher am Montag mit. Die Schwurgerichtskammer hatte Mitte Juni eine 28-jährige Mitstudentin zu einer lebenslangen Freiheitstrafe verurteilt. Die Kammer sah es am Ende des Indizienprozesses als erwiesen an, dass die ebenfalls aus China stammende Angeklagte die 24-jährige Studentin im Oktober vergangenen Jahres heimtückisch und aus niederen Beweggründen mit zahlreichen Messerstichen ermordet hat. Motiv sei Eifersucht gewesen. Die 28-Jährige habe es nicht ertragen, dass ihr Freund sich von ihr getrennt hatte und eine neue Beziehung mit der 24-Jährigen eingegangen war.

Das Gericht war mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert.

Der BGH muss nun prüfen, ob die Kammer bei ihrer Beweiswürdigung und Strafzumessung das Recht zutreffend angewandt hat. Sollte der zuständige Senat das Urteil beanstanden, würde es einen neuen Prozess vor einer anderen Kammer geben.

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