Gerichtstermin aufgehoben

Nach Tod von Patientin in Duderstadt: Arzt akzeptiert Kündigung

Göttingen/Duderstadt. Nach dem Tod einer Patientin im Krankenhaus St. Martini in Duderstadt haben sich jetzt die Klinik und ein früherer Oberarzt auf einen Vergleich geeinigt.

Die Parteien hätten sich außergerichtlich darauf verständigt, dass das Arbeitsverhältnis des Anästhesisten nicht fristlos, sondern unter Beachtung der gesetzlichen Kündigungsfrist beendet werde, teilte am Montag ein Sprecher des Arbeitsgerichts Göttingen mit.

Die Klinik hatte dem Oberarzt Anfang Dezember 2015 fristlos gekündigt, nachdem es bei einer Operation zu einer folgenschweren Verwechslung gekommen war. Eine 81-jährige Patientin hatte bei einer Transfusion versehentlich die Eigenblutreserve einer anderen Patientin erhalten, deren Blutgruppe nicht mit ihrer kompatibel war, und war später verstorben.

Der Anästhesist hatte dann gegen seine fristlose Kündigung geklagt. Da sich die Parteien zunächst nicht auf einen Vergleich einigen konnten, wollte das Arbeitsgericht in dieser Woche mehrere Ärzte und Pfleger als Zeugen vernehmen. Der Termin wurde nun aufgehoben.

Ermittlungsverfahren

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat gegen den Anästhesisten sowie eine weitere Ärztin ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet.

„Für uns ist durch die Ergebnisse unserer internen Untersuchungen klar, dass wir mit dem verantwortlichen Anästhesisten nicht länger zusammenarbeiten wollen“, sagte Markus Kohlstedde, Geschäftsführer des Duderstädter Krankenhauses.

Der Vergleich stelle sicher, dass der Arzt nicht mehr am St. Martini Krankenhaus arbeitet. Mit der Anregung des Gerichts werde nun ein langwieriger Arbeitsgerichtsprozess vermieden. (pid/bsc)

Rubriklistenbild: © dpa

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