Zwei Monate nach Tat

Nach Schüssen in Polizeidirektion: Anklage erhoben

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Tatort Polizeidirektion: Hier sind vor zwei Monaten Polizisten durch Schüsse verletzt worden. Der mutmaßliche Täter wurde nun angeklagt.

Göttingen. Zwei Monate nach einem dramatischen Zwischenfall in der Polizeidirektion Göttingen hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen einen 43-jährigen Mann aus dem Landkreis Göttingen erhoben. Die Strafverfolgungsbehörde wirft dem Angeklagten gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen vor.

Der 43-Jährige soll während seiner erkennungsdienstlichen Behandlung einem Polizisten die Dienstwaffe entrissen und zwei 59 und 49 Jahre alte Beamte durch einen Schuss aus der Pistole verletzt haben. Ein weiterer Schuss verfehlte eine 26-jährige Polizistin nur knapp.

Der 43-Jährige war nach dem Vorfall in die Psychiatrie eingewiesen worden, er ist derzeit im Maßregelvollzugszentrum Moringen untergebracht.

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Gegen ihn war zunächst wegen des Verdachts des versuchten Totschlages ermittelt worden. Dieser Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Frank-Michael Laue. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der 43-Jährige vermutlich nicht gezielt auf die Polizisten geschossen habe.

Der Vorfall hatte sich Mitte März ereignet. Der 43-Jährige war am Tattag in der Gemeinde Gleichen festgenommen worden, weil gegen ihn ein Haftbefehl des Amtsgerichts Göttingen wegen des Verdachts des Betruges und der Urkundenfälschung vorlag. Er soll mehrfach Überweisungsträger der Sparkasse gefälscht haben.

Als ihm ein Polizist im Rahmen der erkennungsdienstlichen Behandlung die Fingerabdrücke abnehmen wollte, riss der 43-Jährige ihm plötzlich die Dienstwaffe aus dem Holster. Daraufhin soll der Beamte den Mann mit beiden Händen gepackt und versucht haben, ihm die Pistole zu entreißen. Dabei löste sich ein Schuss, der dem Polizisten den Oberschenkel durchschlug und anschließend einen weiteren Beamten im Unterschenkel traf. Bei dem weiteren Handgemenge löste sich dann ein zweiter Schuss, der eine ebenfalls im Raum anwesende Polizistin nur um Haaresbreite verfehlte. Die beiden verletzten Polizisten kamen ins Göttinger Universitätsklinikum, wo sie sofort operiert wurden.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stand der 43-Jährige, der bis dahin vor allem als Konsument von synthetischen Drogen aufgefallen sein soll, zur Tatzeit unter dem Einfluss von Substitutionsmitteln. Er sei daher vermutlich nur eingeschränkt schuldfähig gewesen. (pid)

Archiv-Video: Schüsse auf Polizisten

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