Prozessauftakt

Nach Überfall auf Supermarkt in Barbis: Trio steht in Göttingen vor Gericht

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier hat der Prozess gegen das Trio begonnen.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier hat der Prozess gegen das Trio begonnen. (Archivfoto)

Wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf einen Supermarkt im Südharzer Ort Barbis müssen sich drei Männer vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Hauptangeklagte sind ein 21-jähriger Deutscher aus Bremen und ein 55-jähriger georgischer Staatsangehöriger aus Bad Lauterberg.

Göttingen/Barbis – Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem erpresserischen Menschenraub sowie schweren Raub und Erpressung vor. Der dritte Angeklagte ist ein 23 Jahre alter Sohn des 55-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ebenfalls in Bad Lauterberg wohnenden georgischen Staatsangehörigen vor, Beihilfe zu der Tat geleistet zu haben. Bei dem Überfall wurden 29 210 Euro erbeutet.

Die beiden 21 und 55 Jahre alten Hauptangeklagten waren am Tag nach dem Überfall im Oktober 2020 festgenommen worden. Sie sitzen seither in der Jugendanstalt Hameln beziehungsweise der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, den Raubüberfall gemeinsam geplant und in die Tat umgesetzt zu haben. Der 21-Jährige habe dafür zunächst durch einen Zeugen ein Auto anmieten lassen und anschließend in der Garage des 23-Jährigen die Kennzeichen an dem Fahrzeug ausgetauscht. Am 10. Oktober sei er dann gemeinsam mit dem 55-Jährigen gegen 20 Uhr zu dem Supermarkt in Barbis gefahren, wo sie ihre Masken überzogen.

Als kurz nach Geschäftsschluss zwei Mitarbeiterinnen durch den Hintereingang hinauskamen, hätten sie die Frauen mit Schreckschusswaffen bedroht und in das Gebäude zurückgedrängt. Danach hätten sie mit vorgehaltenen Waffen alle Mitarbeiter im Aufenthaltsraum festgehalten. Der 21-Jährige habe sich dann gemeinsam mit der Marktleiterin und einer Mitarbeiterin zu dem Tresor begeben und das darin befindliche Geld in eine Tasche packen lassen. Währenddessen habe der 55-jährige die anderen Mitarbeiter weiter mit der Waffe in Schach gehalten. Anschließend hätten die Angeklagten noch deren Handys eingesammelt und seien dann mit ihrer Beute geflohen. Der 21-Jährige habe davon einen Anteil von 13 000 Euro bekommen, Vater und Sohn hätten sich den Rest geteilt.

Während der 23-jährige Angeklagte zu Prozessbeginn keine Angaben machen wollte, gaben die Verteidiger der beiden Hauptangeklagten für ihre Mandanten eine Einlassung ab. Beide bekundeten ihre Reue und baten zwei Mitarbeiterinnen des Supermarktes, die in dem Prozess als Nebenklägerinnen auftreten, um Entschuldigung. Es tue ihnen leid, dass diese große Angst durchstehen mussten. „Sie sollen wissen, dass Sie nie in Gefahr waren“, erklärte der 21-Jährige. „Ich schäme mich für das, was ich Ihnen angetan habe.“ Der Prozess wird übernächste Woche fortgesetzt. (Heidi Niemann)

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