Feuerwehr

Nachrüstung von Fahrzeugen: Abbiegeassistent gegen den toten Winkel

Eine typische Situation: Ein Fahrrad wird beim Abbiegen nach rechts schnell übersehen. Deshalb ist dieses Feuerwehrfahrzeug mit einem Assistenten ausgerüstet.
+
Eine typische Situation: Ein Fahrrad wird beim Abbiegen nach rechts schnell übersehen. Deshalb ist dieses Feuerwehrfahrzeug mit einem Assistenten ausgerüstet.

Wenn Lastwagen nach rechts abbiegen, dann kann es gefährlich werden, weil Radfahrer übersehen werden. Zehn Lkw der Göttinger Feuerwehr wurden deshalb mit Abbiegeassistenten nachgerüstet.

Göttingen – Oft es oft an Kreuzungen zu gefährlichen Situationen, weil Radfahrer im toten Winkel und damit übersehen werden. Und so hilft der Abbiegeassistent: Auf der rechten Seite des Fahrzeugs sind im Bereich der Beifahrertür außen eine Kamera und innen ein kleiner Bildschirm angebracht. Wird der rechte Blinker betätigt, so schaltet sich die Kamera ein und zeigt den Bereich des toten Winkels auf dem kleinen Bildschirm im Innern. Sollte sich dort ein Fahrradfahrer oder ein Fußgänger aufhalten, so erklingt zusätzlich ein akustischer Warnton.

Problematisch sind oft die Fahrten zurück vom Einsatzort zur Feuerwehrwache, denn dann sind die Fahrzeuge in der Regel ohne Blaulicht und Martinshorn unterwegs, berichten Maschinist Michael Fuge und Frank Gloth, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr. Als problematisch erweist auch das Abbiegen von der Robert-Koch-Straße über den Radschnellweg zur Uni-Medizin. Nicht alle Radfahrer halten an, wenn Retter in ihren Fahrzeugen mit Sondersignal unterwegs sind, so die Erfahrungen der Berufsfeuerwehr, die in Göttingen auch Einsätze mit Rettungswagen fährt.

Ein kleiner Bildschirm in der Fahrerkabine: Auf ihm sind Radler trotz des toten Winkels zu sehen. Gleichzeitig ist ein Warnton zu hören.

Inzwischen wurden in Göttingen zehn Lastwagen mit der modernen Technik ausgestattet - darunter zwei Hilfeleistungslöschfahrzeuge, zwei Drehleitern, ein Tanklöschfahrzeug, ein Wechselladerfahrzeug und ein Gerätewagen der Feuerwehr sowie ein Tanklöschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Weende und ein Löschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Geismar. Die Kosten von knapp 19000 Euro wurden zu 80 Prozent vom Bundesverkehrsministerium übernommen. Zwei weitere Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehren Knutbühren und Nikolausberg wurden unabhängig von der Förderungen ebenfalls mit den Assistenten ausgerüstet.

Auch der Landkreis Göttingen hat frühzeitig an die Abbiegeassistenten gedacht. In diesem Jahr werden insgesamt 19 Fahrzeuge der Kreisfeuerwehr mit der Technik ausgestattet, hieß es aus dem Kreishaus auf Anfrage dieser Zeitung. Außerdem wurde erfolgreich ein Förderantrag beim Bundesamt für Güterverkehr gestellt, wodurch zehn weitere Feuerwehrfahrzeuge mit dem Assistenzsystem ausgerüstet werden konnten. Auch Fahrzeuge der Kreisstraßenmeisterei und des Fachbereichs Umwelt wurden unterdessen entsprechend ausgestattet. (bsc)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.