Öffentliches Fest am Wochenende

Abschluss der Turmsanierung: Jacobi-Kirche nach fünf Jahren ohne Gerüst

Unverhüllt: Die St.Jacobi-Kirche heute, die Baugerüste sind verschwunden, nur noch Restarbeiten stehen an. Foto: Rampfel
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Unverhüllt: Die St.Jacobi-Kirche heute, die Baugerüste sind verschwunden, nur noch Restarbeiten stehen an.

Göttingen. Manch Göttinger und Besucher der Innenstadt kennt die St. Jacobi-Kirche  gar nicht mehr ohne Baugerüst. Das aber nun verschwunden: De Turm und das Schiff sind wieder „nackt“. Das Ende der fünfjährigen Bauarbeiten wird am Wochenende öffentlich gefeiert.

Die Sanierungsarbeiten liegen in den allerletzten Zügen. Davon künden nur noch Sperrgitter und Fahrzeuge von Handwerkern, die neben der Kirche parken.

„Kleinigkeiten wie die Beleuchtung im Eingangsbereich oder eine nicht verputzte Säule fehlen noch, aber ansonsten sind wir fertig“, freut sich Pastor Harald Storz, der darüber „ganz beglückt“ ist und schmunzelnd hinzufügt: „Ich hatte ganz vergessen, wie großzügig der Platz vor der Kirche eigentlich ist.“

Die Gesamtkosten für das Großprojekt Kirchensanierung beliefen sich auf 4,3 Millionen Euro. Das Erfreuliche: Sie fielen damit geringer aus, als es die ersten Schätzungen seinerzeit befürchten ließen. „3,8 Millionen Euro kamen von der Landeskirche, 30 000 Euro hat unsere Kirchengemeinde beigesteuert“, sagt Storz. Der Rest sei von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler  (KiBa) und der Klosterkammer  gekommen.

Für 80 Jahre Ruhe

„Bei den Arbeiten wurde das Hauptaugenmerk darauf gelegt, dass künftig nicht so schnell neue Schäden auftreten“, berichtet der Pastor, der zuversichtlich ist: „Aus Erfahrung haben wir jetzt erstmal die nächsten 80 Jahre Ruhe.“

Traurige Berühmtheit erlangte die Kirche 2009, kurz nachdem sie eingerüstet worden war. Unbekannte stiegen über das Gerüst auf die Spitze des Turms und klauten die vier Meter lange

Verhüllter Turm: So sahen die Göttinger jahrelang die St. Jacobi-Kirche in der Innenstadt: eingerüstet.

vergoldete Wetterfahne, die in 72 Meter Höhe angebracht war. Vier Tage später zeigten die Täter Reue: Sie seien alkoholisiert auf den Turm geklettert und hätten die 30 Kilogramm schwere Fahne gestohlen. Das gute Stück tauchte im Walkemühlenweg wieder auf.

Die Jacobi-Kirche wurde zwischen 1361 und 1433 errichtet. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde von heute zählt etwa 3000 Mitglieder.

Turmfest am Wochenende

Um das Ende der Sanierung zu feiern, veranstaltet die Gemeinde am Wochenende ein Turmfest: Im Mittelpunkt stehen am Samstag, 20. September, die Glocken: Nach einer Turmbläsermusik des Posaunenchores St. Johannis „Von Turm zu Turm“ (11 Uhr) gibt es um 11.30 Uhr ein Platzkonzert. Dabei wird erstmals eine neue F-Glocke erklingen. Um 14.30, 16.30 und 18.30 Uhr laden die Glockenspieler zu Führungen im Turm ein. Am Sonntag, 21. September, beginnt um 10 Uhr ein Festgottesdienst. Die St. Jacobikantorei singt Werke von Cesar Frank und Charles Marie Widor. Danach lädt die Gemeinde zum Kaffee und Grillen in den Pfarrgarten.

Von Per Schröter

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