Interview mit Nationalspielerin Bremer: "Lyon wird Herausforderung"

Mittendrin: Fußball-Nationalspielerin Pauline Bremer auch zwischen den Schülerinnen des Hainberg-Gymnasiums, wo sie einst das Abitur gemacht hatte. Foto: Kopietz

Göttingen. Von der Fußball-Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada fast direkt nach Göttingen zum Girls-Kick. Nationalspielerin Pauline Bremer ist wieder in ihrer Heimatstadt, um Werbung für den Frauenfußball zu machen und an die alte Wirkungsstätte ihres einstigen Triumphes zurückzukehren.

Aus Kanada direkt nach Göttingen: Ist das ein krasser Unterschied, dort 50 000 Zuschauer hier ein paar hundert kickende Mädchen? Was ist außergewöhnlicher?

Pauline Bremer: Das ist beides auf die eigene Art und Weise außergewöhnlich. Dort war es schon irre vor 50 000 Zuschauern zu spielen, weil es einfach nicht alltäglich ist. Das macht einfach enorm viel Spaß. Aber auch hier ist es total nett, alle Kinder sind freundlich und offen, stellen Fragen, sind interessiert. Das freut mich sehr. Ich bin gerne hier.

Es gibt ja für Dich eine direkte Verbindung zu diesem Riesen-Turnier Girls Kick...  

Bremer: Ja! Ich habe das Turnier mit meiner Mannschaft aus dem Hainberg-Gymnasium gewonnen. Wir haben uns wie die Kinder heute durch die vielen Spiele bis zum Titel gekämpft. Ein tolles Erlebnis.

Glaubst Du, dass Du mit Deinem Besuch beim Girls-Kick einen Impuls für den Mädchen-fußball geben kannst. Oder braucht der Frauen-Fußball in Deutschland das nicht mehr?

Bremer: Doch. Ich hoffe sehr, dass wir den Frauen-Fußball noch mal ankurbeln und Mädchen dazu bringen, Fußball zu spielen. Ich hoffe, dass auch ich ein paar anstecken kann, mit der Spielfreude, mit dem Spaß am Fußball. Und ich hoffe, dass möglichst viele Mädchen in Deutschland Fußball spielen.

Zurück zur WM: Deine Einsatzzeiten hielten sich in Grenzen, und viele Göttinger haben immer gewartet, dass Silvia Neid Dich endlich bringt und ins Spiel wirft. Warst Du enttäuscht?

Bremer: Ja sicher ein wenig. Ich hätte gerne häufiger und mehr gespielt. Aber es zählt die Mannschaft, der Erfolg. Am Ende ist es zwar nicht mehr so gelaufen, wie wir es uns gewünscht hatten, aber ich denke alles in allem wardie WM eine Riesenerfahrung. Auch, weil ich überhaupt dabei sein konnte, was ja nicht selbstverständlich war. Ich hab alles mitgenommen, was irgendwie ging. Das hat mir auf jeden Fall etwas gebracht.

Vielleicht wäre ja mehr drin gewesen, wenn man Dich eher ins Spiel gebracht hätte...  

Bremer: (lacht). Das weiß man nicht. Nun, es ist jetzt so, und man kann es nicht mehr ändern. Mein großes Ziel ist es auf jeden Fall irgendwann einmal Weltmeisterin zu werden, mit dem Nachwuchsteam war ich das ja schon.

Heiß diskutiert wird das Thema Weltmeisterschaft auf Kunstrasenplätzen. Wie bist Du mit dem Kunstrasen generell und den unterschiedlichen Belägen klargekommen?

Bremer: Das war schon eine Umstellung. Aber irgendwann gewöhnt man sich auch daran. Nur: So mein Ding ist der Kunstrasen nicht, ein Naturrasen ist besser.

Jetzt steht der Wechsel nach Frankreich zu Olympique Lyon an. Die Mannschaft ist top-besetzt, wie schätzt Du Deine Chancen ein? 

Bremer: Ich werde sicher am Anfang nicht so viele Einsatzzeiten habe, wie in Potsdam. Aber deshalb ist der Wechsel ja auch gut, damit nicht immer alles so glatt geht. Ich muss mich hineinarbeiten. Auf jeden Fall habe ich in Lyon hervorragende Mitspielerinnen.

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