Stadt Göttingen besteht auf Umwandlung des Freibads

Naturbad statt gechlortes Quellwasser in Weende

Geschenkt: Der Vorsitzende des Fördervereins Freibad Weende, Eberhard Gramsch (links), überreichte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler den Rettet-das-Freibad-Weende-Kalender. Foto: Niesen

Göttingen. Das Freibad in Weende wird künftig nicht mit gechlortem Quellwasser gespeist, sondern nach Ablauf der kommenden Sommersaison im Oktober 2016 zu einem Naturbad umgebaut. Die Stadt Göttingen stellt dafür eine Million Euro bereit. Eine weitere Million Euro ist als Verpflichtungsermächtigung für 2017 eingeplant.

Das berichtete der Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), Alexander Frey, in einer Sitzung des städtischen Sportausschusses in der Sparkassen-Arena.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler erteilte Forderungen des Fördervereins Freibad Weende, vertreten durch die Vorstände Eberhard Gramsch und Claus-Dieter Bachmann, auf die Naturbadlösung zu verzichten, ein eindeutige Absage. „Wir sind von unserem Konzept überzeugt“. Er verwies auf das Beispiel des zehn Jahre alten Naturerlebnisbades in Grone. „Das läuft und die Energiekosten gehen gegen Null.“

Ein neues Konzept wäre möglich, „wird von mir aber nicht gewünscht“. Er sei überrascht von den Vorurteilen gegenüber Naturbäder. Er empfinde das als Misstrauen gegenüber der Verwaltung.

Dem Förderverein wäre der Betrieb des neuen Bades mit gechlortem Quellwasser lieber. Er erwartet dadurch eine geringere Keimbelastung des Wassers. Gramsch befürchtet zudem, dass die pflanzliche Wasserreinigung in einem Naturbad bei Temperaturen von über 23 Grad nicht mehr funktioniert.

Trotz der unterschiedlichen Auffassungen hält der Förderverein an seiner Zusage fest, den Betrieb des Bades jährlich mit rund 30.000 Euro zu unterstützen. Gramsch überreichte dem Oberbürgermeister einen Rettet-das-Freibad-Weende-Kalender für 2016, dessen Erlös in das Bad fließt.

Verkleinerung

Der Geschäftsführer der GoeSF nannte als wichtigste Punkte der Runderneuerung in Weende die Verkleinerung der Wasserfläche von 2000 auf 1200 Quadratmeter, den Erhalt des Zehn-Meter-Sprungturms mit einem fünf Meter tiefen Becken, den Erhalt der beliebten großen Rutsche, ein Schwimmbecken mit mehreren 50-Meter-Bahnen bei einer Wassertiefe von 1,35 Meter, eine Ausstattung mit Warm-Wasser-Duschen und festen Umkleidekabinen sowie einen Nichtschwimmerbereich mit Strand. Technisch möglich sei eine Beheizung des Wassers, wenn die Kostenfrage geklärt sei.

Die GoeSF als Betreiberin des Bades strebt nach der Umgestaltung eine ganzjährige Nutzung des über 21.000 Quadrameter großen Areals an. Sie soll mit neuen Angeboten erreicht werden. (zhp)

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