Warnung des Nabu zum Gartentier 2020

Retten verboten: Warum Igel nicht eingesammelt werden dürfen

Der Igel ist das Gartentier 2020 und viele Menschen lieben die kleinen Tiere - doch die Igel leiden unter zu viel Fürsorge. Der Nabu gibt Tipps zum richtigen Verhalten.

Göttingen - Der Naturschutzbund (Nabu) in Niedersachsen warnt vor einer vermeintlichen Rettung der Igel. Wohlmeinende Tierfreunde sammelten diese oft ein, um sie vor der nahenden Kälte zu bewahren, sagt Nabu-Experte Rüdiger Wohlers. Diese falsch verstandene Tierliebe gefährde sie allerdings. Denn: „Igel sind Wildtiere.“

Nur wenn sie krank oder verletzt seien, dürften sie mitgenommen und gepflegt werden, erläuterte der Naturschützer. Dafür sei vor allem der Tierarzt der richtige Ansprechpartner. Im Zweifel könnten sich die Tierfreunde aber auch an die Tierrettung der Feuerwehr oder an die Polizei wenden. Der wirksamste Tierschutz sei aber für Igel, die Lage ihres Lebensraumes zu verbessern.

Der Igel wurde in einer Online-Abstimmung der Heinz-Sielmann-Stiftung zum Gartentier 2020 gewählt. Viele Menschen lieben die kleinen Tiere und wollen ihnen helfen - doch dabei werden gravierende Fehler gemacht.

In der freien Landschaft bräuchten Igel vor allem Hecken oder blühende Grasstreifen an Wegesrändern, sagt Wohlers. Doch auch die Reduzierung von Düngern und Pestiziden helfe den Tieren. „Das kommt vielen Arten zugute“, sagt er. Auch deshalb verdiene der biologische Landbau die Unterstützung der Verbraucher.

Igelfreunde können laut dem Experten aber auch im eigenen Garten etwas für die stacheligen Tiere tun, zum Beispiel heimische Sträucher pflanzen, eine Blumenwiese anlegen und Gefahren wie offene Schächte, Kellertreppen oder steilwandige Teiche entschärfen. Ratsam sei auch, an einem trockenen Platz unter Sträuchern eine „Igelburg“ zu bauen, die eigne sich für die Tiere als Winterquartier. Mit Laub überdeckt sei sie „eine perfekte Einladung an den Igel im Garten“, sagt Wohlers. (fab/epd)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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