Blick hinter die Kulissen

NDR 2-Soundcheck in Göttingen: Konzert-Arena für drei Tage

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Mächtiges Teil: Die City-Stage beim Soundcheck-Festival ist vom Albaniplatz auf den Schützenplatz gewandert und steht vor der S-Arena. Auf dem Platz haben viele tausend Zuschauer Raum. Hier gibt es kostenlose Konzerte.

Die Vorfreude auf das Festival-Wochenende ist groß und es wurde in den Vorbereitungen ein riesen Aufwand betrieben. Wir haben das Festgelände vorab besucht.

Das NDR-2-Soundcheck-Festival verändert das Stadtbild: Stand die City-Stage sonst den Albaniplatz, dominiert eine nun noch mächtigere Bühne den Schützenplatz, ragt höher hinaus als die dahinter stehende S-Arena.

„Halle 2“ ohne Ball

Nebenan in der Halle des Basketball-Leistungszentrums der BG Göttingen erinnert nur noch ein einsamer Basketballkorb an der Stirnwand, dass hier sonst Basketball-Profis und solche, die es werden wollen, gedrillt werden. Dort ist das Sportparkett raus und ein Tanzboden eingelegt worden.

Auch dort in „Halle 2“, wie sie schmucklos heißt, dominiert eine Bühne, die fast bis zur Decke reicht. Die Hallenwände sind schwarz abgehängt, ebenso Fenster und Dachluken. Dicke Schläuche hängen an der Decke. Sie sollen die 1100 Musikfans mit Frischluft von draußen versorgen. 

„Das ist ein enormer Aufwand“, sagt Paul Kunze, Projektleiter von der Agentur Undercover. Er ist überzeugt, dass hier großartige Musikerlebnisse auf die Fans warten werden.

Blick in die „neue“ Halle: „Halle 2“ heißt nun die Halle im Basketball-Leistungszentrum.. 

Akustik

Nur die Akustik ist noch ein großes Fragezeichen. „Wir haben getestet, aber wie sie sein wird, werden wir erst bei den Konzerten wissen.“

Nebenan trainieren derweil im Athleticum junge Sportler und Rehabilitanden. Noch hämmern keine Bässe. Die werden ab Donnerstag auch von der mächtigen City-Stage in die Göttinger Luft hallen.

Lärm

Sabine Droste, NDR-2-Marketingchefin, ist überzeugt, dass es wenig Beschwerden geben wird. „Wir hatten ja auch keine in der Umgebung Albaniplatz“, begründet sie ihren Optimismus. Der übrigens ist bei Droste sicht- und hörbar. Sie strahlt und schwärmt wenn sie erzählt, was hier auf und um den Schützenplatz nach zwei Jahren Planung entstanden ist, damit der Soundcheck in Göttingen bleiben kann.

Tolle Zusammenarbeit

Immer wieder betont sie, dass die Zusammenarbeit vor allem mit der Stadt, sonst aber mit allen beteiligten toll ist - vom Oberbürgermeister bis zum Hausmeister der S-Arena. Dort läuft weiter der Schulsport und Sportler trainieren, auch die aus ihrer Halle vertriebenen Basketballer.

Doch auch in der S-Arena, im Mehrzweckraum im Obergeschoss ist Soundcheck-Betrieb. Unzählige Bildschirme, ein Mini-Studio sind eingerichtet. Von hier werden TV-Übertragung, Live-Stream aller Konzerte, geschnittene Beiträge und Aufzeichnungen der Konzerte bearbeitet und überwacht - von 35 Auszubildenden. „Das ist ihr Projekt – und sie freuen sich riesig darauf“, sagt Droste.

„Neuer“ Schützenplatz

„Wie viele Kilometer Kabel wir verlegt haben, sage ich nicht“, lacht Sabine Droste, die aber auch noch gerne mit Paul Kunz alles andere zeigt, mit dem der öde und riesige geschotterte Schützenplatz zur Soundcheck-Arena geworden ist: Hohe Trennelemente, Pagodenzelte, Tische und Bänke – all das verändert den Platz massiv.

Jetzt müssen noch die Leute kommen, sagt Paul Kunze. Er hofft, dass viele den gewohnten Weg zum Albaniplatz nun bis hier erweitern.

Bus-Shuttle, Fahrradparkplätze, ausgeschilderte Fußwege sollen die Massen leiten. Denn der Platz kann sie vertragen, ist viel größer als bisher am Albaniplatz. Das Catering wurde erweitert, sagt Sabine Droste. Mehr Getränke- und Essenstände, mehr Sitzplätze.

Rock-Koch Rosso

Gecatert wird auch im Zelt nebenan: „Der beste Rockkoch kocht dort“, sagt Droste. Rosso heißt er und wird etwa 3600 Essen zaubern, für die Kontrolleure am Eingang ebenso wie für die Stars.

Sie bekommen alle das selbe Essen. „Das ist unser Grundsatz“, sagt Droste. Auch die Chill-Lounge für die Bühnenstars ist eher rustikal-gemütlich denn luxuriös – mit „Lümmelecken“, weißen Euro-Paletten, die zu Sitzgeräten umfunktioniert sind, dazu bunte Polster und Sitzsäcke. Vorhanden – natürlich – auch Tischtennisplatte, Kicker, Playstation und eine Terrasse. Als Lesestoff liegen aus: Cosmopolitan, InStyle, Go – und der Rolling Stone.

Blick in die Künstler-Lounge: Rustikal gemütlich ist das Zelt auf dem Schützenplatz eingerichtet.

Mehr Aufwand

„Diesmal ist der Aufwand weitaus größer“, bilanziert Sabine Droste, „aber dafür ist alles konzentrierter, näher beisammen.“ Organisatorisch sei das ein Vorteil. Nur noch zwei andere Spielstätten gibt es, das Deutsche Theater und die Lokhalle. die Sanierungsfälle JT und Stadthalle fehlen. Sabine Droste und Paul Kunze hoffen, dass alles funktioniert. Ein wenig aufgeregt sind sie. Es ist eben ein spannendes Unterfangen – auf Zeit. 

Samstag ab Mitternacht, wenn die Musikszene Deutschland in der Lokhalle abmoderiert ist, wird abgebaut. Ruckzuck soll alles wieder weg sein, sagt Paul Kunze. Der Schützenplatz wird dann wieder öde wie immer wirken. Bis 2020 im September, wenn 2300 Helfer Göttingen wieder zur Soundcheck-Stadt machen werden.  

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