Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende

Neu-Mariahilf in Göttingen hat eine neue Kapelle

Außenansicht: So sieht der Anbau der neuen Kapelle im Krankenhaus Neu-Mariahilf aus. Foto: Rampfel/nh

Göttingen. Während andere Kirchen umgenutzt oder abgerissen werden, baute das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende am Standort Neu-Mariahilf eine neue Kapelle.

Mit einem Gottesdienst wurde die neu gebaute Kapelle am im Krankenhaus Neu-Mariahilf am Freitag eingeweiht. Dazu war der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, angereist, der die Predigt hielt.

Unter der Bauleitung von Herbert Schmidt, Leiter Betriebstechnische Abteilung des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende und Henry Schwalb, Architekt im „Weender“, entstand die neue Kapelle innerhalb eines Jahres. Sie wächst mit einem Halbrund aus der Fassade heraus und hat 30 Sitzplätze.

Der Neubau kostete 360.000 Euro, 100.000 Euro kamen aus Spenden und Fördergeld, so auch vom Förderverein des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der Klosterkammer Hannover, der Litfin-Stiftung, der Rome-Stiftung und der Sparkasse Göttingen.

Neu-Mariahilf hat eine neue Kapelle. Bischof Ralf Meister (Mitte) weihte sie ein. Von links: Michael Karaus (Med. Direktor Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende), Frank Czeczelski (Geschäftsführung EKW), Ralf Meister, Birgit Hecke-Behrends (Projektleiterin Neubau Kapelle und Klinikseelsorgerin Neu-Mariahilf, Superintendent i.R. Heinz Behrends (Aufsichtsratsvorsitzender EKW). Foto: Rampfel/nh

„Es ist für mich persönlich etwas Außergewöhnliches, wenn ich heute eine Kapelle einweihen kann“, sagt Landesbischoff Ralf Meister. „Die Raumgestaltung ist schlicht, aber dennoch stark. Die Fenster haben eine ganz klare Botschaft und zeigen die ökumenische Dimension.“ Gemeint sind die rahmenlosen bodentiefen Motiv-Fenster von Hartmut Berlinicke, in die die Fenster der alten, ehemals katholischen Kapelle, integriert sind. So wird die Tradition des Gebetsraumes seit der Gründung des christlichen Krankenhauses im 19. Jahrhundert vergegenwärtigt.

Am Bau waren größtenteils regionale Firmen beteiligt. Die künstlerische Projektleitung hatte Birgit Hecke-Behrends, Kirchenpädagogin und Klinikseelsorgerin in Neu-Mariahilf. Die Einrichtung des lichten Raumes wurde aus teilweise jahrhundertealten Eichenbalken von Holzbildhauer Walter Green geschaffen, Die Balken trugen früher teilweise andere Häuser. In der Eingangstür findet sich eine Kalligraphie von Joachim Propfe mit Fragmenten aus dem 23. Psalm.

„Mit der neuen Kapelle“, sagt Heinz Behrends, Superintendent i.R. und Aufsichtsratsvorsitzender des Weender Krankenhauses, „geben wir uns als christliches Krankenhaus zu erkennen. Es ist ein Raum für Gebet, Meditation, Kultur und Stille, für Patienten, Besucher und die Öffentlichkeit.“ Das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende befinde sich damit in einer Art Gegenbewegung, denn überall würden Kirchen entwidmet und abgerissen. „Doch wir errichten einen Kapellenneubau – vielleicht sogar als derzeit einzige Institution in Deutschland. Das ist sensationell“, sagte Behrends.

Für den musikalischen Rahmen sorgten Lucile Chaubard am Cello und Anne-Céline Barrère am Flügel. Die Kapelle übrigens gehört akustisch zu den besten Tonräumen in Göttingen und wird zukünftig regelmäßig für Konzertveranstaltungen genutzt werden. (ysr/nh/tko)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.