Investition von 6,9 Millionen Euro

Neubau für Göttinger Beschäftigungsförderung: Bessere Chancen für Benachteiligte

Legen den Grundstein für den Neubau an der Levinstraße 1 in Göttingen: (von links) Stefan Meyfarth, Franziska Riethmüller, Sozialdezernentin Petra Broistedt, Christian Schmelcher und Architekt Maik Bachmann von der Beschäftigungsförderung.
+
Legen den Grundstein für den Neubau an der Levinstraße 1 in Göttingen: (von links) Stefan Meyfarth, Franziska Riethmüller, Sozialdezernentin Petra Broistedt, Christian Schmelcher und Architekt Maik Bachmann von der Beschäftigungsförderung.

Einen fünfgeschossigen Neubau errichtet die Beschäftigungsförderung Göttingen an der Levinstraße. Das 6,9 Millionen Euro teure Gebäude, in dem die Produktionsschule, drei Jugendwerkstätten und die Verwaltung unterkommen, wird voraussichtlich Ende Juli 2022 eröffnet.

Göttingen – Der Zeitplan sei ehrgeizig, der Druck allerdings auch groß, berichtete Götingens Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) bei der Grundsteinlegung. Im Februar musste nämlich die Holzbaracke aus der Nachkriesgzeit, in der die Produktionsschule bisher untergebracht gewesen ist, aus statischen Gründen gesperrt werden. „Damals bogen sich die Decken unter der Schneelast derart durch, dass die Leuchtröhren aus ihren Fassungen sprangen“, berichtete Christian Schmelcher, der Vorstand der Beschäftigungsförderung. Die Produktionsschule, die Schulverweigerern einen Schulabschluss ermöglicht, nutzt seither Räume in der Heinrich-Heine-Schule.

Der Neubau war zu diesem Zeitpunkt bereits in Planung – aufgrund seit Jahren kaum zumutbarer Zustände in der Baracke. Das Holz war morsch geworden. Wiesel und eindringende Feuchtigkeit hatten die Dämmung beschädigt. Während der kalten Jahreszeit sanken die Zimmertemperaturen teilweise auf 16 Grad Celsius. Am Konzept für den Neubau war im Juli 2019 während eines Workshops gearbeitet worden.

Der Verwaltungsrat der Beschäftigungsförderung und der Rat der Stadt Göttingen entschieden sich, nicht nur die Produktionsschule neu zu errichten. In dem Gebäude kommen auch die drei Jugendwerkstätten unter, die bisher am Alfred-Delp-Weg 1 und 3 auf den Zietenterrassen untergebracht sind. Auch die Verwaltung der Beschäftigungsförderung, die bisher ihren Sitz an der Bürgerstraße 48 hat, zieht ein. Insgesamt werden künftig gut 30 Beschäftigte und jeweils 70 Teilnehmer den Neubau nutzen.

Der Bauantrag ist im Dezember 2020 gestellt worden. Die Genehmigung erfolgte im April 2021. Im Juli rissen Arbeiter die Baracke ab. „Der Neubau, der fast Passivhaus-Standard erreicht, verbraucht nur minimal Energie“, kündigt Diplom-Ingenieur Stefan Meyfarth vom Göttinger Architekturbüro archConcept an. Auf dem Flachdach ist eine Solaranlage vorgesehen. Die Lüftungsanlage mit Wärmetauschsystem wird über Kohlendioxid-Sensoren zentral gesteuert.

Offen war zunächst, ob die vorhandene Betonsohle das neue Gebäude tragen kann. Auf ihr stand einst eine Flugzeugturbinen-Fabrik, die gegen Kriegsende von einer britischen Fliegerbombe teilweise zerstört wurde. Bohrungen ergaben, dass die Sohle 90 Zentimeter dick ist und zudem auf Pfählen gegründet wurde. In dem schluffig-tonigem Untergrund steht nämlich das Grundwasser hoch. „Hätten wird die Sohle entfernen und das Gebäude neu gründen müssen, wären die Baukosten um 500 000 Euro gestiegen“, sagte Architekt Meyfarth. (Michael Caspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.