Göttingen

Neubau in der Altstadt: Galerie-Gebäude in Göttingen ist fertig und soll offenes Kunsthaus sein

Graue Fassade: Das neue Göttinger Kunsthaus an der Düsteren Straße, Rückansicht.
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Graue Fassade: Das neue Göttinger Kunsthaus an der Düsteren Straße, Rückansicht.

Göttingen ist um eine kulturelle Attraktion reicher. Nachdem sich die Einweihung mehrfach verzögert hatte, war es endlich so weit. Das neue Kunsthaus steht Besuchern nun offen.

Göttingen – Trotz Corona: Das Göttinger Kunsthaus ist fertig und geöffnet! Der Zusatz endlich war häufiger bei den geladenen Gästen zur Einweihung des top-modernen Galeriehauses an der Düsteren Straße zu hören. „Endlich“, wird sich auch der Gründungsdirektor und Verleger mit Firmensitz gleich nebenan, Gerhard Steidl, gedacht haben.

„Es muss langsam losgehen“, hatte er noch kürzlich bei einer exklusiven Führung gesagt. „Jetzt ist die Lockerung da und das Wetter stimmt“, stellte denn auch Geschäftsführer Alfons von Uslar bei der Eröffnung im Innenhof fest. Die Galerie ist eröffnet und bietet dank Sponsor Sartorius allen Besuchern kostenlosen Eintritt.

Kunsthaus Göttingen: Neubau in der Altstadt

Gerhard Steidl hat ein Ziel erreicht, dass er wie ein Ultra-Marathonläufer gedanklich nie aus dem Kopf verloren hat: eine moderne Galerie in der Innenstadt. 2008 fand er im damaligen Oberbürgermeister Wolfgang Meyer einen Unterstützer. Von Uslar strich die „Beharrlichkeit“ Steidls heraus, ohne die das Kunsthaus wohl nicht wäre.

Jetzt ist es sogar ein Neubau in der Altstadt geworden, realisiert vom Leipziger Architekturstudio Atelier ST. Das hochmoderne Ausstellungsgebäude Kunsthaus mit exzellenter Klima- und Lüftungstechnik, ist fertig und wird „am Ende zwischen 6,5 und sieben Millionen Euro kosten“, wartete Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler mit aktualisierten Zahlen auf.

Kunsthaus Göttingen: Kostenloser Eintritt

4,5 Millionen Euro kamen aus dem Bundes-Förderprogramm Nationale Projekte des Städtebaus und eine Million Euro als Spende in einer Zeit, als es laut Köhler „finanziell eng wurde“, von Ottobock-Chef Hans Georg Näder. Die Stadt steuerte 500 000 Euro bei und gibt jährlich 180 000 Euro für den Betrieb.

Auch dank kostenlosen Eintritts soll es ein offenes Haus werden, keine klassische Galerie, mehr ein lebendiges Kulturhaus, wie die Leiterin Dorle Meyer betont.

Eröffnung Künstlerhaus Göttingen. Im Innenhof vor der Rückseite des neuen Gebäudes stehen bei der Einweihung von links: Oberbürgermeister Rolf Georg Köhler, Kulturdezernentin Petra Broistedt, Gründungsdirektor und Verleger Gerhard Steidl, Geschäftsführer Alfons von Uslar, Kuratorin Ute Eskildsen und Leiterin Dorle Meyer.

Es soll aber auch Spitzenkunst, Arbeiten auf Papier, wie Fotografien, Zeichnungen, Drucke bis hin zur Buch- und Plakatkunst sowie neue Medien zeigen – mit internationalem Anstrich. Dafür sorgt die renommierte Kuratorin Ute Eskildsen.

Kunsthaus Göttingen: „Kunst und Kultur müssen in der Stadt bleiben“

Sie hat die eindrucksvolle Premierenausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Roni Horn „gebaut“, die bis zum 8. August nach Anmeldung zu sehen sein wird.

Für Oberbürgermeister Köhler jedenfalls ist das Kunsthaus ein gelungenes Beispiel dafür, dass Kultur in die Stadt muss und dass der öffentliche Raum Innenstadt als Wohnstätte für mindestens 10 000 Menschen, so will es die Stadt, attraktiver wird.

Köhler, für den klar ist „Kunst und Kultur müssen in der Stadt bleiben“, mahnte auch zur Zusammenarbeit. Ja, es gebe jetzt einen Anbieter mehr, aber das sei letztlich nur gut. „Es wäre schlimm, wenn sich nichts verändert.“

Kunsthaus Göttingen: „Aufregende Ausstellungen“ und Kultur-Veranstaltungen

Diese Veränderungen beobachtet Steidl täglich und teilte sie in seiner Rede als „Geheimnisse“ mit: Beim Sonnenaufgang zeichne sich „ein Baumschatten auf die Fassade zum Hinterhof. Am späten Abend sorgt die untergehende Sonne für einzigartige Spiegelungen in der vorderen Fassade“.

Innendrin, versprach er, werde es in diesem Jahr noch „aufregende Ausstellungen geben“. Und wenn es Corona zulässt, werden auch Kultur-Veranstaltungen stattfinden. Das Junge Theater (JT) wird in wenigen Tagen dort spielen, wie Intendant Nico Dietrich am Rande der Einweihung sagte. Das Kunsthaus soll halt ein lebendiges Haus werden. Es ist auf dem Weg dorthin.

Informationen, Öffnungszeiten und Anmeldung für ein persönliches Besuchszeitfenster im Internet unter kunsthaus-goettingen.de. (Thomas Kopietz)

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