Bauvorhaben

Neubau-Projekt Groner Tor: Kritik vom Kulturverbund

Bauvorhaben am Groner Tor in Göttingen: Sparkassen-Verwaltungssitz und Hotel sollen dort entstehen. Grafik: nh

Göttingen. Gegen den geplanten Neubau am Groner Tor in Göttingen regt sich nun Widerstand. Jetzt hat sich der Verein Kulturverbund Göttingen zu Wort gemeldet.

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Am Donnerstag gab es einen offenen Brief des Kulturverbundes zu dem Projekt, das den Neubau eines Sparkassen-Verwaltungssitzes mit Hotel vorsieht (HNA berichtete). Tenor des Schreibens: „Der Verkauf des Grundstücks Groner Landstraße 2 bis 8 ist in höchstem Maße verantwortungslos.“ Kritik gibt es unter anderem an der Art des Genehmigungsverfahrens.

Es sieht laut Kulturverbund vor, dass die Bürger unter anderem nicht in die Planungen einbezogen werden. „Stattdessen tragen sie aber das finanzielle Risiko“, heißt es in dem Schreiben. Laut Verbund muss ein „vollständig erschlossenes Gelände“ verkauft werden.

Und weiter: „Wird also der Bau nach Abschluss eines Kaufvertrages gestoppt, verzögert oder beeinträchtigt, dann sind die Göttinger Bürger in vollem Umfang haftbar und schadensersatzpflichtig“, befürchtet der Verein, ein Zusammenschluss von Kultureinrichtungen und Einzelpersonen. Dem offenen Brief war eine Prüfung des Projekts durch den Verbund und die Nonnenstieg-Bürgerinitiative vorausgegangen.

Gegen den Entwurf sprechen aus Sicht des Kulturverbundes gleich mehrere Gründe:

• Der gigantische Hotel- und Bürokomplex passt sich überhaupt nicht, wie im Baugesetzbuch gefordert, in die Umgebung ein.

• Durch den Neubau wäre kaum Platz, das künftige „Haus des Wissens“ zu erweitern.

• Der Zentrale Omnibusbahnhof hat Erweiterungsbedarf. Der Hotel-Neubau würde dies behindern, zumal dann auch noch die Haltestelle für die Fernbusse an der Berliner Straße wegfielen.

• Die geplante Sparkassenzentrale wird nur tagsüber genutzt.

Aus Sicht des Kulturverbundes ist es noch nicht zu spät, um „die Fehlplanung“ zu stoppen. „Zwar liegt bereits ein Ratsbeschluss zum Verkauf des Geländes vor, ein Kaufvertrag existiert aber noch nicht“, heißt es in dem Schreiben. Außerdem sieht der Verbund die Gefahr, dass das Projekt sich in eine Reihe von Bausünden einreiht.

Info-Abend

Ein weiterer Informations- und Diskussionsabend zu dem Großprojekt findet am Dienstag, 16. Dezember, statt. Beginn ist um 17 Uhr im Großen Hörsaal (MN 61) im Gebäude des Zoologischen Museums an der Berliner Straße. (bsc)

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