Uni-Klinik Göttingen

Neubau-Start-Verschiebung sorgt für Frustration im Göttinger Uni Klinikum

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Dunkle Wolken über Neubauplänen: Der Start im Baufeld Universitätsmedizin Göttingen (UMG) verzögert sich weiter. Nun wird es wohl erst 2023 losgehen. Foto: Thomas Kopietz

Die Personalratsvorsitzende der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sagt, warum sie und viele Mitarbeiter entsetzt über die Entscheidung einer Neuplanung für den Klinik-Neubau sind.

Die mehr als 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Göttinger Universitätsmedizin (UMG) erfuhren am Mittwoch um 15.30 Uhr per interner und positiv formulierter Information davon, dass der Start für den ersten Teil des Uni-Klinikum-Neubaus erneut verschoben wird – und die Abschnitte 1a (Bettenhaus 1) und 1b (Operationzentrum) komplett neu geplant werden müssen. Viele Mitarbeiter sind frustriert über den erneuten Verzug. So auch die Vorsitzende des Personalrates, Erdmuthe Bach-Reinert, die am Mittwoch sagte: „Es ist ein Schlag in die Gesichter der Beschäftigen.“

Die vom Vorstand vermittelte Nachricht, dass die Neuplanung auch Chancen böte, stößt im Haus noch auf wenig Resonanz. Bei vielen, so auch bei Erdmuthe Bach-Reinert, regiert vorerst der Frust: „Ich bin sehr enttäuscht, ja entsetzt über die Entscheidung und Verzögerung“, sagte Bach-Reinert gegenüber unserer Zeitung. „Uns Mitarbeitern ist in den vergangenen Jahren zu oft etwas versprochen, ein Baubeginn in Aussicht gestellt und sogar vom Land Geld bereitgestellt worden“, begründet sie die Enttäuschung bei vielen Kolleginnen und Kollegen.

Aus der Sicht von Bach-Reinert ist ein weiteres Warten schlecht für alle, Mitarbeiter wie Patienten: „Wir brauchen den Neubau so schnell wie möglich.“ Die Personalratsvorsitzende nennt auch gewichtige Gründe: „Die Arbeitsbedingungen sind schlecht, nicht tragbar. Es ist im Sommer heiß in den Zimmern und es regnet sogar durch die Fenster hinein.“ Eigentlich könne man so gar nicht weiterarbeiten. „Aber die Kolleginnen und Kollegen tun es natürlich und trotzdem.“ Die Beschwerden der Patienten und Angehörigen aber landeten eben nicht an entscheidender Stelle in Hannover, sondern beim UMG-Personal, meist den Pflegern, manchmal bei den Ärzten, schildert die Personalratsvorsitzende. „Wir mussten eine bittere Pille schlucken“, sagt Bach-Reinert. Die müsse erst einmal verdaut werden. Der Personalrat will sich in der kommenden Woche beraten und positionieren. Proteste sind nicht ausgeschlossen, wie von anderer Stelle zu hören war. Auch dann, wenn der Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) am Donnerstag, 16. Juli, seinen Besuch angesagt hat. Dann könnte es ungemütlich für ihn werden.

Verständnis für die Entscheidung“ von UMG und Wissenschaftsministerium für eine Neuplanung des ersten Bauabschnitts hat der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler. „Ich bedauere selbstverständlich auch sehr, dass es nun zu Verzögerungen des Neubaus kommen wird. Aber ich kann die gemeinsame Entscheidung der UMG und des MWK nachvollziehen.“ Güntzler sagt das vor dem Hintergrund, dass sonst möglicher finanzieller Schaden hätte entstehen können.

Er zeigte sich erstaunt über die „Einlassungen der SPD-Kollegen aus Bundes- und Landtag, Thomas Oppermann und Gabriele Andretta. Diese hatten die Entscheidung und damit verbundene Verzögerung des Baustarts heftig kritisiert. Die SPD-Kollegen seien immer über die Lage informiert gewesen. Güntzler mahnt: „Das Ganze eignet sich nicht für ein politisches Hickhack. Es geht um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in unserer Region, da müssen wir alle an einem Strang ziehen.“ Nun müsse es vor allem zügig weitergehen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. „Notwendig ist jetzt ein klares Bekenntnis der Landesregierung zur UMG, mit der klaren Zusage die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.“ Wie die von ihm angezählte Gabriele Andretta kritisiert Güntzler aber wie diese die vom Land installierte Dachgesellschaft für die Uni-Klinika-Neubauten. Diese müsse jetzt den Prozess „endlich konstruktiv begleiten und nicht wie bisher ständig Sand ins Getriebe streuen“. (tko)

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