Heroin-Konsumenten steigen um

Neue Droge macht der Göttinger Polizei zu schaffen

Heroin-Konsum: Die Süchtigen aus Göttingen steigen nach Erkenntnissen der Polizei auf eine neue Droge um. Foto: dpa

Göttingen. Eine neue Droge macht der Polizei in Göttingen zu schaffen. Viele Heroin-Konsumenten stiegen auf die neue Substanz um.

Folge: Die Zahl der Drogendelikte stieg im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen im vergangenen Jahr an, wurde bei der Vorstellung der Kriminalstatistik bekannt. Wurden 2013 noch 836 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert, so waren es 917 Fälle im Jahr 2014 , ein Plus von fast zehn Prozent.

Wesentliche Ursache dafür ist laut Polizei eine starke Verbreitung der „neuen“ Droge MDPV (Methylendioxypyrovaleron), die vorwiegend im Göttinger Stadtgebiet konsumiert wird. Die Zahl der Fälle stieg innerhalb eines Jahres von 34 auf 120 an. Laut Polizei konsumiert seit etwa ein bis zwei Jahren eine größere Gruppe von mindestens 100 bis 120 Personen die neue illegale Droge MDPV. In vielen Fällen sind Heroinkonsumenten auf MDPV „umgestiegen“.

Nach polizeilichen Feststellungen haben MDPV-Konsumenten massive Stimmungsschwankungen und zeigen ein dadurch ausgelöst zeitweise höchst aggressives, völlig unberechenbares Verhalten. Mehrfach kam es bereits zu schweren Körperverletzungen und zum Widerstand gegen Polizeibeamte.

Auffällig ist, dass es bislang außerhalb von Göttingen auf polizeilicher Ebene kaum vergleichbare Feststellungen gibt. Diese Einschätzungen der Polizei werden auch von Fachleuten aus medizinisch-therapeutischen Einrichtungen der Uni-Stadt und des Drogenberatungszentrums bestätigt. Zur Bekämpfung dieses Brennpunktes hat die Göttinger Polizei eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet.

MDPV: Neue Substanz wird seit dem Jahr 2008 verkauft 

Seit 2008 wird die künstlich hergestellte Droge Methylendioxypyrovaleron (MDPV) verkauft. Seit Juli 2012 fällt die Substanz unter das Betäubungsmittelgesetz.

MDPV wird laut Online-Lexikon Wikipedia eine Wirkung nachgesagt, die viermal stärker sein soll als die Methylphenidat, das unter dem Handelsname Ritalin bekannt ist. Bei Konsumenten werden Paranoia, erhöhte Wachsamkeit und Aufmerksamkeit, Unterdrückung der Müdigkeit, erhöhte geistige Erregung, Farbintensivierung, Übelkeit, Unruhe und Ruhelosigkeit sowie unterdrücktes Bedürfnis nach Essen beobachtet.

Ende September vergangenen Jahres hat die Europäische Union unter anderem MDPV verboten. Die Herstellung und der Verkauf der Substanz sind damit künftig untersagt.

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