1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Zweiter Bauabschnitt: Neue Einblicke in Flucht und Migration im Museum Friedland

Erstellt:

Von: Bernd Schlegel

Kommentare

Symbolischer Start für den Erweiterungsbau des Museums Friedland: Dieser wurde (von links) Marcus Rogge vom Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen, Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs, Bürgermeister Andreas Friedrichs und Verwaltungsleiter Klaus Hausmann vorgenommen.
Symbolischer Start für den Erweiterungsbau des Museums Friedland: Dieser wurde (von links) Marcus Rogge vom Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen, Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs, Bürgermeister Andreas Friedrichs und Verwaltungsleiter Klaus Hausmann vorgenommen. © Bernd Schlegel

Das Museum Friedland wird bis 2025 erweitert. Rund 17 Millionen kostet der zweite Bauabschnitt, der neue Einblicke in Flucht und Migration geben wird.

Friedland – In gut zwei Jahren soll die Geschichte und Gegenwart von Flucht und Migration in Friedland im Landkreis Göttingen noch intensiver erlebbar sein. In dieser Woche gab es den ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau des bestehenden Museums.

Die Eröffnung des zweiten Gebäudes, dem Besucher-, Medien- und Dokumentationszentrum, ist im Sommer 2025 geplant. Die Investitionen für den gesamten zweiten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 17 Millionen Euro. Zehn Millionen davon kommen vom Bund, der Rest vom Land. Außerdem wird es Kunst am Bau geben.

Zweiter Bauabschnitt: Neue Einblicke in Flucht und Migration im Museum Friedland

„Das Museum Friedland ist ein Ort der offenen Diskussion und des lebendigen Austausches, an dem Geschichte und Gegenwart, regionale Entwicklungen und große internationale Ereignisse aufeinandertreffen“, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) beim symbolischen ersten Spatenstich. Durch seine Verbindung zum immer noch aktiven Grenzdurchgangslager dokumentiere es aktuelle gesellschaftliche und politische Prozesse.

„Viele Menschen fliehen aus anderen Teilen der Welt vor Gewalt, Krieg und Terror. Das zeigt auch der Blick auf die Ukraine, wo infolge des völkerrechtswidrigen russischen Angriffs Millionen Menschen auf der Flucht sind“, sagte Mohrs. „Der Erweiterungsbau ist aus seiner Sicht ein wichtiger Schritt, um an diesem authentischen Ort Themen der Gegenwart und der Zukunft der deutschen Migrationsgesellschaft zeitgemäß und ansprechend zu vermitteln.

In der neuen Dauerausstellung können wir gegenwärtige Zwangsmigrationen von den Fluchtursachen bis hin zu Ankunftserfahrungen in Deutschland noch ausführlicher aufarbeiten und darstellen.

Museumsleiterin Anna Haut

Das neue Gebäude wird etwa 3000 Quadratmeter Nutzfläche bieten, darunter 800 Quadratmeter für Ausstellungen. Hinzu kommen unter anderem eine Cafeteria, Depot sowie Verwaltungsräume in dem etwa 80 Meter langen und zwölf Meter breiten zwei- bis dreigeschossigen Neubau.

Parallel zu den Baumaßnahmen laufen auch die Vorbereitungen für die Dauerausstellung im künftigen zweiten Museumsgebäude. Sie wird die bestehende Ausstellung im historischen Friedländer Bahnhof komplementieren und die Entwicklungen seit 2011 in den Fokus nehmen, damit auch die Gegenwart und Zukunft von Migration und Flucht nach Deutschland erschließt.

Modell: So soll das zweite Gebäude des Museums Friedland nach der Fertigstellung aussehen.
Modell: So soll das zweite Gebäude des Museums Friedland nach der Fertigstellung aussehen. © Kim Henneking

„In der neuen Dauerausstellung können wir gegenwärtige Zwangsmigrationen von den Fluchtursachen bis hin zu Ankunftserfahrungen in Deutschland noch ausführlicher aufarbeiten und darstellen“, sagt Museumsleiterin Anna Haut. Mit den künftigen Ausstellungsräumen, Veranstaltungen und Bildungsformaten will das Museum zum Austausch darüber anregen, wie die Zukunft der Migrationsgesellschaft gestaltet werden kann und damit einen wichtigen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten leisten, so Haut.

„Mit dem Erweiterungsbau schaffen wir großzügige und flexible Ausstellungsflächen sowie einen Ort der Begegnung für die Besucherinnen und Besucher“, ergänzte Marcus Rogge, Leiter des für die Bauarbeiten verantwortlichen Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen. „Mit modernen Räumen für den Verwaltungsbereich werden auch die Beschäftigten optimale Arbeitsbedingungen vorfinden.“

Unter dem Titel „Fluchtpunkt Friedland“ stellt das Museum, das im Bahnhofsgebäude zu finden ist, seit fast sieben die deutsche Migrationsgeschichte seit 1945 durch die Linse des benachbarten Grenzdurchgangslagers dar. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf den frühen Jahren des Lagers.

Partner im „Nationalen Aktionsplan Integration“ der Bundesregierung

Seit Anfang 2021 ist das Museum Friedland mit seiner musealen Darstellung von Migrationsgeschichte und -gegenwart offizieller Partner im „Nationalen Aktionsplan Integration“ der Bundesregierung. (Bernd Schlegel)

Außerschulischer Lernort besteht seit 2016 und ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet

Das als außerschulischer Lernort anerkannte Museum Friedland wurde im Jahr 2016 eröffnet. Es erforscht, sichert, präsentiert und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers Friedland. Wechselausstellungen lenken zudem auf die vielfältigen Prozesse von Abschied, Ankunft und Neubeginn im Allgemeinen sowie von Migrationspolitik, gesellschaftlicher Teilhabe, Grenzen, Identitäten und Zugehörigkeiten, Kriegsfolgen, Menschenrechten und Asyl im Speziellen.

Das Museum Friedland ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Für alle Fragen steht der Besucherservice unter der Rufnummer 0 55 04/8056-200 sowie per E-Mail unter besuch@museum-friedland.de zur Verfügung. Öffentlichen Führungen ohne Anmeldung finden samstags und sonntags um 11 Uhr und 15 Uhr statt.

Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Freien Eintritt haben Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Studierende und Auszubildende mit Kulturticket sowie Geflüchtete. Weitere Infos gibt es hier. (bsc)

Auch interessant

Kommentare