Projekt

Neue Fassade für Sozialen Mittagstisch St. Michael an Göttinger Turmstraße

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Neue Fassade für den Mittagstisch St. Michael: (von links) Marion Kuß (Kirchenvorstand), Anna Werner-Parker (Leiterin sozialer Mittagstisch), Pater Hans-Martin Rieder und Künstler Friedel Deventer stellten das Projekt vor. 

Göttingen. Der soziale Mittagstisch Sankt Michael in der Göttinger Turmstraße wird aufgehübscht.

Auf mehr als 180 Quadratmetern bekommt das bislang eher trostlose Gebäude vom Kasseler Küntler Friedel Deventer eine fotorealistische Bemalung.

„Die Turmstraße ist im Bewusstsein der meisten Göttinger eine echte Schmuddelstraße“, sagt Pater Hans-Martin Rieder, Kaplan in Sankt Michael. Die Häuser würden regelmäßig von Sprayern verunstaltet und die Menschen, die vor dem sozialen Mittagstisch oft schon Stunden vor und auch nach der Essenzeit sitzen, lösten Verunsicherung aus. 

„Viele sind suchtkrank und oft geht es laut zu, weil alle dünnhäutig und vom Leben stark herausgefordert sind“, so der Kaplan. „Aber gerade für und mit diesen Menschen ist es besonders sinnvoll, schöpferisch zu sein.“ Kunst schaffe Lebensqualität und lasse den Menschen seine Würde erfahren. „Das ist nicht nur die Überzeugung des Künstlers Friedel Deventer, sondern entspricht ganz der Tradition des Mittagstisches, wo immer auch Kunstausstellungen stattfinden“, sagt Rieder.

Genau aus diesem Grund hat Deventer die Besucher des Mittagstisches auch direkt in sein Projekt einbezogen. Nicht als Maler, sondern als Motiv. Entstehen soll ein Wandgemälde, das den Mittagstisch in seiner Gesamtheit widerspiegelt – sowohl das Haus als auch die Menschen, die dort arbeiten und die dort zu Gast sind. Dabei werden die Besucher auf einer Mauer sitzend oder davor stehend gezeigt und über ihnen Gedankenblasen, die ihre Wünsche und Träume darstellen.

 „Das Motiv habe ich zusammen mit den Mittagstischgästen entwickelt“, sagt Friedel Deventer, der bereits rund 120 Bilder an Wände in zahlreichen Deutschen Städten gezaubert hat. Rund sechs Wochen sollen die Arbeiten dauern, die dann am 31. August mit einem großen Einweihungsfest ihren Abschluss finden werden.

„Sowohl die katholische Citykirche als Träger des Mittagstisches als auch das Bistum Hildesheim als Hauseigentümer haben dem Projekt ohne großes Zögern zugestimmt“, betont Pater Hans-Martin Riedel. Die rund 40 000 Euro, die für das Wandgemälde und die teilweise Begrünung des Gebäudes benötigt werden, kommen zum Teil aus Fördermitteln der Stadt, der Diakonie, des Landschaftsverbandes Südniedersachsen und anderer Institutionen. 

Die letzten 10 000 Euro sollen aus durch eine Crowdfunding-Kampagne, die bis Ende September läuft und bei der die Pax-Bank für jede Zehn-Euro-Spende noch einmal fünf Euro drauflegt. 

Spendenkonto: Pax Bank, IBAN: DE79 3706 0193 9378 0000 22, Verwendungszweck: Projekt Nr. 9512 Fassandengemälde.

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