Vier „Soccer-Courts" auf Uni-Sportgelände

Neue Fußball-Arena in Göttingen: Kicken auf Kork und Kunstgras

+
Noch wird gebaut: Am Mittwoch wird der Kunstrasen in der neuen Fußball-Arena auf dem Uni-Sportgelände verlegt worden sein. Eröffnet werden die Plätze am Montag, 23. Mai. Dann spielt auch die Uni-Liga zwei Mal wöchentlich dort. Gemietet werden können die vier Plätze, zwei davon sind überdacht, von Studierenden und Uni-Bediensteten.

Göttingen. Das Bielefelder Unternehmen Heiler kennen nur Insider, obwohl es groß im Fußballgeschäft verortet ist: Heiler baut Fußballplätze, mit Natur- und Kunstrasen.

In Göttingen entstehen auf dem Uni-Sportgelände für den Hochschulsport gerade vier „Soccer-Courts“.

Zeitgleich sind die Sportplatz-Spezialisten in der Nähe der Münchner Allianz-Arena tätig, wo Bayern für 70 Millionen Euro ein Top-Nachwuchszentrum aus dem Boden stampft. Dort baut Heiler sechs beheizte Rasen- und zwei Kunstrasenplätze. Als Referenz-Kunden haben Bielefelder weitere Große im Auftragsbuch: Für RB Leipzig bauten sie die Plätze am Jugendleistungszentrum; auch den Rasen im Dortmunder Signal-Iduna-Park verlegen die Ostwestfalen und beim FSV 05 in Mainz arbeiten ihre Experten ständig als Greenkeeper, wie Bauleiter Andree Niederschmidt erzählt, der das kleinere Projekt auf dem Uni-Sportgelände aber ebenso ernst nimmt, wie die prestigeträchtigen und lukrativen Vorhaben der Bundesligisten.

Vielleicht auch, weil der Bau der 34 x 20 Meter großen Soccer-Courts durchaus etwas Besonderes ist: Denn der Bauherr Hochschulsport und Förderverein FIZ setzt auf eine nachhaltige Bauweise. Kein Extra ist der Unterbau aus einer fünf Zentimeter dicken elastischen Schicht, die aus recycelten Lastwagenreifen besteht und für ein angenehmes Laufgefühl sorgt. Auf der schwarzen Gummi-Schicht liegt bis Mittwoch die Besonderheit: Der Kunstrasen hat eine natürliche Füllung. Neben einer Quarzsandschicht – aufgetragen werden 30 Kilo pro Quadratmeter, also 80 Tonnen insgesamt – kommen zwischen die Kunstgrashalme noch Korkstücken. „Ich habe davon gehört und wollte das unbedingt bei uns haben“, sagt Dr. Axel Bauer, Leiter des Hochschulsports.

„Kein Problem, das haben wir schon gemacht. Der Kork muss nur Ansprüchen genügen“, sagt Andree Niederschmidt. Extra produziert wird der Kork nicht. „Es ist ein Abfallprodukt.“ Zu beachten sei, dass die Plätze nach dem Bespielen abgezogen werden – wie Tennis-Courts.

So werden die Kicker – Studierende und Uni-Bedienstete – auf den Plätzen bald ein ganz neues Spielgefühl haben, auch, weil zwei Plätze von einem schon in Stadien verwendeten, in Fulda gefertigten Zeltdach überspannt werden, Die luftige Holzhalle hat eine französische Firma aus Lyon gebaut. In der 900.000 Euro teuren Fußball-Arena mit je zwei Hallen- und Frei-Plätzen plus Flutlicht, laufen zwei Mal wöchentlich die Spiele der Uni-Liga. So werden die Rasenplätze geschont, was pro Saison etwa 30.000 Euro für die Pflege spart. Einige Uni-Liga-Spieler waren davon aber gar nicht erbaut. „Sie werden am Ende überzeugt von den neuen Plätzen sein“, ist Axel Bauer überzeugt. Eröffnet wird die Anlage am 23. Mai.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.