Neue Göttinger Leitstelle soll in einen Anbau

Das Gelände der Hauptfeuerwache an der Breslauer Straße in Göttingen: An das weiße Gebäude (links), das unter anderem von der Stadtverwaltung genutzt wird, soll für die neue Leitstelle angebaut werden. Früher war in dem länglichen Haus das Kreiswehrersatzamt zu finden. Foto: Rampfel

Göttingen. Für die Leitstelle Göttingen soll in ein Anbau an das frühere Kreiswehrersatzamt an der Breslauer Straße errichtet werden. Und die Stadt fordert Schadensersatz für Planungen für eine Großleitstelle mit der Polizei.

Die neue Leitstelle soll den aktuellen Anforderungen, unter anderem im Bereich Digitalfunk, entsprechen. Gerade bei der Leitstellentechnik gab es in den vergangenen Jahre erhebliche Verbesserungen. Ursprünglich sollte gemeinsam mit der Polizei eine Integrierte Leitstelle in Göttingen aufgebaut werden. Aus diesem Projekt war das Land Niedersachsen im vergangenen Jahr ausgestiegen – wir berichteten.

Die Planungen für diese Großleitstelle waren auf Seiten der Stadt schon weit gediehen. Deshalb ist die Göttinger Stadtspitze nun mit dem Land über einen Schadensersatz im Gespräch, berichtete Erster Stadtrat Hans-Peter Suermann. Dabei gehe es um etwa eine Million Euro.

Die Leitstellen-Pläne wurden jetzt im Finanzausschuss vorgestellt. Hintergrund: Die Technik der bisherigen Leitstelle, die derzeit direkt in einem kleinen Bau an der Hauptfeuerwache ihr Domizil hat, ist in die Jahre gekommen. Außerdem entspricht das Raumangebot nicht mehr den heutigen Anforderungen. Im Frühjahr musste bereits die Einführung der Digitaltechnik, die ursprünglich zum 1. Juli in Betrieb gehen sollte, nach hinten verschoben werden. Die Leitstelle steuert die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdiensten im gesamten Landkreis Göttingen.

Dringender Bedarf

Dr. Martin Schäfer, Chef der Göttinger Berufsfeuerwehr, betonte, dass die neue Leitstelle dringend benötigt wird. Trotzdem meldeten die Mitglieder des Ausschusses noch Beratungsbedarf an. Die Diskussion soll aber bis zur Ratssitzung in der kommenden Woche abgeschlossen sein. Die Stadtverwaltung will das Projekt nun möglichst schnell angehen. Im Haushalt ist der Anbau bereits mit einem Millionenbetrag berücksichtigt. Allerdings gibt es jetzt noch weitergehende Überlegungen: Der Anbau soll nicht nur die Leitstelle aufnehmen. In weiteren Stockwerken könnten noch andere Abteilungen der Stadtverwaltung untergebracht werden. Hintergrund: Die Verwaltung überdenkt ihre Raumverteilung und hat Bedarf.

Seit dem vergangenen Jahr planen Stadt und Landkreis an einer eigenen, neuen Leitstelle. In einem Gutachten ist der Anbau an das ehemalige Kreiswehrersatzamt, der inzwischen unter anderem von der Stadtverwaltung genutzt wird, ein Favorit.

Variante scheidet aus

Eine andere Variante sieht einen Leitstellenneubau auf einem Sportplatzgelände an der Hauptfeuerwache vor. Problem: Das Gelände wird von der Göttinger Berufsfeuerwehr für Freiluft-Aktivitäten benötigt und wäre dann für diese Zwecke nicht mehr nutzbar. Deshalb scheidet diese Variante aus Sicht der Verwaltung aus. (bsc)

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