Universitätsmedizin: Gesprächs- und Hilfsangebot für Betroffene startet am Mittwoch

Neue Gruppe für Angehörige von Suchtkranken

Wollen und können helfen: Dr. Nancy Ziebolz (links) und Astrid Reichardt betreuen das Gesprächsangebot für Anghörige von Suchtkranken in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Foto: nh

Göttingen. 1,3 Millionen Menschen in Deutschland gelten als alkoholabhängig, fast zehn Millionen trinken Alkohol in gesundheitsgefährdender Art und Menge. Bezogen auf Göttingen heißt das: Mehr als 2000 Menschen sind alkoholkrank, mehr als 16 000 trinken zu viel Alkohol.

Dahinter stehen die Freunde und Angehörige – auch sie sind betroffen, leiden mit, können sogar krank werden. Diesen Menschen nimmt sich jetzt ein neuer Gesprächskreis an. Besondere Hilfe und Beratung für Angehörige von Suchtkranken bietet der Bereich Suchtmedizin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Das Angebot richtet sich an Angehörige von Suchtkranken, die von Alkohol und/oder Medikamenten abhängig sind. In der Gesprächsgruppe können sich Angehörige mit anderen Betroffenen austauschen.

„Schon der Austausch mit anderen Angehörigen bringt oftmals Erleichterung“, sagt Dr. Nancy Ziebolz, Ärztin der Klinik.

Darüber hinaus erfahren die Teilnehmer Wichtiges über Suchterkrankungen, deren Ursachen und mögliche Auswirkungen. Noch wichtiger: Sie, die oft hilflos sind, lernen, eigene Verhaltensweisen in Beziehung zu dem Betroffenen zu erkennen und zielbringend anzupassen.

So bietet die geleitete Gruppe konkrete Hilfestellungen und Tipps für alltägliche Situationen. „Wir diskutieren auch konkrete Fragen: „Wie spreche ich über die Suchterkrankung mit meinen Kindern, Freunden und anderen Familienmitgliedern?“, sagt Astrid Reichardt, Diplom-Sozialarbeiterin und systemische Familienberaterin. Dabei werden individuelle Themen, Hintergründe und Probleme selbstverständlich in das Gruppenangebot mit einbezogen.

Die Gesprächsgruppe für Angehörige von Menschen mit Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit startet am Mittwoch, 8. Oktober. Insgesamt gibt es acht Gruppentermine jeweils wöchentlich am Mittwoch von 18 bis 19:30 Uhr. Die Teilnahme an der Gruppe ist kostenfrei. Ort: Gruppenraum der Sucht-Tagesklinik in der Von-Siebold-Straße 3. Eine Anmeldung für die genannte Gruppe ist noch möglich. Anmeldungen für Folgegruppen werden jederzeit angenommen. Ansprechpartner: Astrid Reichardt, Tel. 0551/39-66109 oder 39-6611, per Mail astrid.reichardt@med.uni-goettingen.de (tko)

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