Neue Internet-Plattform soll das Sterben der Spielstätten stoppen

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Will den Spielstättenschwund aufhalten: Klaus Wißmann, Vorsitzender Kreuzberg on kulTour e.V., setzt sich für die Förderung von Kultur in Göttingen und der Region ein.

Göttingen. Etliche Lokalitäten, in denen Konzerte veranstaltet wurden, mussten im vergangenen Jahrzehnt in Göttingen schließen. Klaus Wißmann vom Kulturverbund Göttingen – Kreuzberg on kulTour, hat es sich zum Ziel gemacht, das Sterben der Spielstätten zu stoppen und die Suche nach Proberäumen zu erleichtern.

Eine neue Internetplattform soll Abhilfe schaffen. In Göttingen herrscht ein dramatischer Mangel an bezahlbaren Räumen zur kulturellen Nutzung: „Seit 2002 ist in Göttingen ein Sterben an Spielstätten festzustellen“, beobachtet Wißmann. „Eine immer geringere Zahl an Lokalitäten steht den überdurchschnittlich vielen Musikern unserer Stadt zur Verfügung.“

Betroffen seien vor allem kleine, charaktervolle Lokalitäten mit überwiegend studentischen Mitarbeitern, die Konzerte von 30 bis 100 Besuchern ermöglichten. Aber auch der Wegfall großer Lokalitäten, wie zum Beispiel der Outpost (Dezember 2002) hat eine erhebliche Versorgungslücke entstehen lassen. Weitere geschlossene Spielstätten der letzten Jahre waren unter anderem das Nörgelbuff (Dezember 2005 als damals unbezuschusster Privatbetrieb), Beat Club (Februar 2006), Electroosho (2007), Café Unplugged (Juli 2008), Café Kreuzberg (April 2009), Crossroads (2010), Hometown Soulcafé (März 2011), MaxL (2011) und Cartoon (März 2012). In diese Gruppe ehemaliger Göttinger Spielstätten reihte sich Ende Februar auch die BloomingBar ein.

Göttingen ist aber nicht die einzige Stadt, die mit diesen Problemen zu kämpfen hat, weiß Wißmann. Beispielsweise werde in Berlin und Hamburg derzeit über ein Kulturraumschutzgesetz diskutiert, das für Spielstätten, die geschlossen wurden, Ersatz schaffen soll.

Musiker helfen Musikern

Besonders beklagenswerter sei auch die Tatsache, dass Veranstaltungen wie beispielsweise „Jugend musiziert“, mangels eigener Räume nach Northeim ausweichen mussten. Das werfe kein gutes Licht auf die Kulturstadt Göttingen.

Aber es bringe nichts, die Missstände nur anzuprangern, stellt Wißmann klar: „Wir müssen etwas tun und da in Göttingen noch kein Versuch unternommen wurde, Angebot und Nachfrage institutionsübergreifend zusammen zu bringen, wird es Zeit, dass zum einen der Bestand aufgenommen und zum anderen der Versuch unternommen wird, zu vermitteln“, erklärt Wißmann.

„Dies beabsichtigen wir mit einem neuen Portal Musiker für Musiker.“ Diese Plattform soll helfen, den tatsächlichen Mangel möglichst gut abschätzen und gegenüber der Politik qualifiziert fordernd formulieren zu können. Außerdem sollen Musikern bei der Suche nach geeigneten Proberäumen oder Auftrittsmöglichkeiten unterstützt werden.

„Wir hoffen mit beidem einen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten zu können und freuen uns über Mithilfe“, so Wißmann. (mel)

Weitere Informationen unter: www.musikerfuermusiker.de

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