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Neue Methode zur Reparatur von Knorpelschäden am EKW

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Von: Melanie Zimmermann

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Leiter der Kniechirurgie im EKW: Raphael Stadler und Dr. Tobias Weber (v. l.).
Leiter der Kniechirurgie im EKW: Raphael Stadler und Dr. Tobias Weber (v. l.). © EKW/NH

Das gibt es in der Region Göttingen bisher noch nicht: Regeneration von geschädigtem Knorpelgewebe mit patienteneigenem Material.

Göttingen – Im Kniezentrum des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende (EKW) ist das nun möglich.

Knorpelgewebe – auch Knie-, Hüft- oder Schultergelenke sind davon überzogen, damit bei der Bewegung der Gelenke wenig Reibung entsteht. Im Laufe der Jahre können jedoch Knorpelschäden durch Abnutzung oder auch Verletzungen auftreten. Diese können in der Regel nicht von selbst heilen und führen im Laufe der Zeit zu schmerzhafter Arthrose. Selbst ein kleiner Knorpelschaden verursacht mitunter starke Schmerzen und kann zu massiven Bewegungseinschränkungen führen.

Die Behandlung von eben solchen Knorpeldefekten zählt seit vielen Jahren zum Spektrum der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie des EKW unter der Leitung von Dr. Ralf Müller-Issberner. Zuständig ist hier die Sektion Kniechirurgie unter der Leitung von Dr. Tobias Weber und Raphael Stadler.

AutoCart-Methode ist in Südniedersachsen neuartig

Vor Kurzem wurde das Leistungsspektrum bei Knorpelschäden um ein modernes Verfahren erweitert – die sogenannte AutoCart-Methode, die in der Region Südniedersachsen neuartig ist.

Dabei handelt es sich um die Transplantation von körpereigenem Knorpel in den Knorpeldefekt. Ziel der neuen Behandlungsmethode ist die Wiederherstellung von Knorpelgewebe. Das neue Operationsverfahren bietet drei wesentliche Vorteile für die betroffenen Patienten: Im Gegensatz zu anderen Verfahren ist nur noch eine Operation notwendig, die zudem minimalinvasiv durchgeführt wird.

Neue Behandlungsmethode: Im Kniezentrum des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende wird geschädigtes Knorpelgewebe mit patienteneigenem Material regeneriert. Grafik: Arthrex/EKW/nh
Neue Behandlungsmethode: Im Kniezentrum des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende wird geschädigtes Knorpelgewebe mit patienteneigenem Material regeneriert. Grafik: Arthrex/EKW/nh © Arthrex/EKW/nh

Weiterhin kommt ausschließlich körpereigenes Gewebe zum Einsatz, sodass keine Abwehrreaktionen stattfinden. „Die Rückmeldungen unserer Patienten sind durchweg sehr gut“, sagt Dr. Tobias Weber, Leitender Oberarzt in der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie im EKW. Oberarzt Raphael Stadler ergänzt: „Es treten deutlich weniger Schmerzen auf, zudem ist die Mobilität der Patienten nach der Operation viel größer als zuvor“.

Nahezu vollständige Heilung ist möglich

Es können mit diesem Verfahren Knorpeldefekte mit einer Größe von bis zu sechs Quadratzentimeter therapiert werden. Die Spezialisten des Weender Krankenhauses entnehmen bei der rund 30-minütigen Operation mit einem speziellen Gewebekollektor ca. 1 mm große Fragmente des Knorpels (sog. Knorpelchips) vom Rand des Knorpelschadens oder aus einem anderen gesunden Teil des Knorpels.

Zeitgleich wird aus patienteneigenem Blut plättchenreiches Plasma (PRP) gewonnen, das zahlreiche Wachstumsfaktoren besitzt. Damit kann sich Gewebe neu bilden. Knorpelgewebe und PRP werden vermengt und auf den Knorpelschaden aufgebracht. Da an der Stelle des Knorpelschadens im Gelenk anschließend echtes Knorpelgewebe nachwächst, ist eine nahezu vollständige Heilung möglich.

Der stationäre Aufenthalt im Krankenhaus dauert maximal zwei Tage. Je nach Ort und Ausmaß des Knorpeldefektes ist nachfolgend eine Teilbelastung des betroffenen Gelenkes von rund sechs Wochen mit begleitender Physiotherapie erforderlich. (Melanie Zimmermann)

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