Polizeidirektion Göttingen

Neue Polizeipräsidentin: Amtseinführung von Gwendolin von der Osten mit Niedersachsens Innenminister Pistorius

Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten (links), Landespolizeipräsident Axel Brockmann (zweiter von links), Gerd Lewin Vizepräsident der Polizeidirektion Göttingen, und Karin Gedaschko, Abteilungsleiterin der Polizeidirektion, Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (rechts); Zwei Frauen und drei Männer stehen mit Abstand zueinander und versetzt vor einem Banner der Polizeidirektion Göttingen
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Offizielle Amtseinführung: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (rechts) begrüßte Göttingens neue Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten (links). Bei der Feierstunde in der Uni-Stadt waren Landespolizeipräsident Axel Brockmann (2.v.l.), Gerd Lewin, Vizepräsident der Polizeidirektion Göttingen, und Karin Gedaschko, Abteilungsleiterin der Polizeidirektion, dabei.

Für die Amtseinführung der neuen Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten kam Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius nach Göttingen.

Göttingen – Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) verschlug es am Donnerstag in den südlichen Zipfel des Landes: Erst weihte Pistorius eine Erweiterung des Landes-Logistikzentrums in Gimte ein. Dann, auf dem Rückweg, installierte er nun auch offiziell die nach der von ihm initiierten Demission Uwe Lührigs neue Präsidentin der Polizeidirektion Göttingen, Gwendolin von der Osten (50).

Dass eine Frau, noch dazu eine interne Verfechterin der Gleichstellung in der Polizei, nun die Chefin von gut 2900 Beamten und Mitarbeitern der von Staufenberg bis Nienburg reichenden Polizeidirektion ist, war in der feierlichen Einführung deutlich zu spüren. Es gab einige emotionale Momente.

Vor allem, als die Kamera die private Seite der Polizeichefin in deren familiärem Alltag samt Wohnung im schönen hannoverschen Viertel „List“ zeigte. Besonders aber, als die 19-jährige Tochter Leila aus ihrem Leben mit der Mutter berichtete. Fazit: „Sie hört mir zu, sie fängt mich auf.“

Neue Polizeipräsidentin in Göttingen: Wertschätzung enorm

Die Mama am Stehtisch in der Göttinger Polizeiniederlassung nahm das gerührt zur Kenntnis. Die Familie stärke ihr den Rücken, der Mann trage oft mehr die Last des Alltags, sagte Gwendolin von der Osten in ihrer Rede. Zuvor gab es einen dosierten, stetigen Schwall aus der Lobes-Gießkanne.

Die oft ähnlichen Einschätzungen der Redner, voran „Chef“ Boris Pistorius, in dessen Ministerium von der Osten zuletzt gearbeitet hatte, aber auch von Landespolizei-Präsident Axel Brockmann, PD-Vizepräsident Gerd Lewin und Michael Kinzel, Leiter der Polizeiinspektion Holzminden zeigten: Die Wertschätzung für die neue PD-Präsidentin ist enorm.

Immer wieder zu hören waren dem Menschen und der überzeugten Polizistin von der Osten gewidmete Attribute wie: kollegial, loyal, teamorientiert, fachlich top, zielstrebig, mutig, korrekt, entschlussfreudig.

Neue Polizeipräsidentin in Göttingen: „sympathische, kompetente und zielstrebige Partnerin“

Boris Pistorius hat Gwendolin von der Osten in der jahrelangen Zusammenarbeit als „sympathische, kompetente und zielstrebige Partnerin“ – auch in kritischen Gesprächen – kennengelernt. Sie sei eine „hervorragende Krisenmanagerin“, konnte das während der Flüchtlingszeit 2015 und seit 2020 als Ministeriumsmitarbeiterin auch im Krisenstab in der Corona-Krise unter Beweis stellen.

„Wir blicken auf gemeinsame turbulente Jahre zurück“, sagte Pistorius, der von der Osten nicht von ungefähr für die Herausforderung Präsidentin der Polizeidirektion Göttingen auserwählt hat. Er ist überzeugt, dass sie auf dem schwierigen Pflaster des Hauptsitzes Göttingen ihre Fähigkeiten wie „Kreativität, Ausdauer, Willenskraft und Engagement“ ausleben wird.

Offen, kritisch, engagiert und Familienmensch: Gwendolin von der Osten (50) wurde in das Amt als Präsidentin der Polizeidirektion Göttingen eingeführt.

Die derart mit positiven Rückmeldungen ausgestattete Polizei-Chefin geht derweil „von ganz vielen positiven Begegnungen“ in ihrem Job aus. Sie will viele Menschen gerne live kennenlernen, nicht nur per Zoom. Im Haus sei sie prima aufgenommen worden, voll angekommen.

Neue Polizeipräsidentin in Göttingen: Kollegiales Miteinander wichtig

Wichtig sei vor allem ein kollegiales Miteinander, auch im Netz mit anderen Akteuren in den Städten. Sie will das starke Netzwerk ausbauen. In Göttingen steht das, was ein Lob für den abberufenen Vorgänger Uwe Lührig ist, dessen Rat wie Führungsstil sie schätzt und – als einzige der Redner – namentlich und positiv erwähnte.

Couragiert nannte von der Osten auch das, was auf die Polizei generell zukommen wird: die Digitalisierung, die Bekämpfung der Internet-Kriminalität und der Hetze im Netz auch gegen die, die sich im öffentlichen Leben engagieren.

„Wir lassen uns nicht einschüchtern, werden diesen Erscheinungsformen entgegentreten.“ Und sie will ihre Mitarbeiter, die Polizisten schützen, vor zunehmenden Attacken.

Neue Polizeipräsidentin in Göttingen: „Wir müssen uns öffnen, auf allen Ebenen.“

Kämpferisch ist die Präsidentin, die, seit sie 2003 bei der Polizei begann, für die Gleichstellung, für mehr Frauen in Führungspositionen kämpft und selbstkritisch anmerkt: Polizei müsse sich hinterfragen.

„Sie darf nicht nur weiß und männlich sein. Wir müssen uns öffnen, auf allen Ebenen. Wir brauchen Vorbilder und Vielfalt. Herr Pistorius, dabei bleibe ich – und habe ihre Unterstützung.“ Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Der Minister nickt und lächelt.

Und was blieb noch haften: zwei Schilder, die der Holzmindener Kollege Kinzel in die Kamera hielt: „Mut“ und „Neue Wege“. Und, dass die Präsidentin keine Uniform trug. (Thomas Kopietz)

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