Jeder kann die Einrichtung nutzen

Neue Räume für das Stadtarchiv in Göttingen

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Die neue Götttinger Stadtarchiv-Leiterin Kristin Kalisch (links) unternahm mit Kultur- und Sozialdezernentin Petra Broistedt eine n Rundgang im Magazin, dem Herzstück am neuen Standort der Einrichtung.

Das Stadtarchiv ist eine der ältesten öffentlichen Einrichtungen Göttingens und mit seinen zahllosen eingelagerten Dokumenten das langfristige Gedächtnis der Stadt.

Nach dem Umzug vom Neuen Rathaus in die Weender Landstraße öffnet das Stadtarchiv seine Türen auch für die Öffentlichkeit in neuen Räumlichkeiten.

„Hier lagert das Wissen von vielen hundert Jahren“, betonte Kultur- und Sozialdezernentin Petra Broistedt bei der Präsentation des neuen Archivs dessen Bedeutung. Der Umzug sei erfolgt, weil die Stadt im neuen Rathaus neue Büroräume brauchte und man mit der ehemaligen Mehlefabrik in der Weender Landstraße 69 ein Gebäude gefunden hatte, in dem neben dem Archiv des Städtischen Museums auch das Stadtarchiv Platz fand. „Insgesamt wurden hier 1,7 Millionen Euro für die Herrichtung der Räumlichkeiten investiert“, berichtete Broistedt. Im Gegenzug sei ein über 25 Jahre laufender Mietvertrag abgeschlossen worden, welcher der Stadt langfristige Standortsicherheit biete.

Nachdem das alte Stadtarchiv am 1. August 2019 geschlossen worden war, hätte es eigentlich bereits im Januar an neuer Stelle wiedereröffnet werden sollen. „Zunächst wurde dies aber durch bauliche Schwierigkeiten verhindert, die es zu lösen galt, und dann kam Corona dazwischen“, sagt Broistedt. Für den Umzug selbst habe es ein „wirklich gutes Konzept“ da rund fünf Kilometer Akten, Urkunden, Amtsbücher und Pläne sowie die gesamte Dienstbibliothek so verpackt und transportiert werden mussten, dass sie an neuer Stelle wieder einsortiert werden konnten. „Das war eine große Aufgabe und ich danke allen daran Beteiligten, dass das so reibungslos geklappt hat“, meinte die Dezernentin.

„Das Göttinger Stadtarchiv wurde bereits 1581 erstmals erwähnt“, berichtete dessen neue Leiterin Kristin Kalisch. Bis 1898 im Alten Rathaus untergebracht, sei das Archiv im Laufe der Zeit dreimal innerhalb der Innenstadt umgezogen (unter anderem ins Thomas-Buergenthal-Haus), bevor es 1981 im dritten Bauabschnitt des Neuen Rathauses seine Bleibe fand.

Alltagsgegenstand aus dem Mittelalter: Stadtarchiv-Mitarbeiterin Dr. Sigrid Dahmen zeigt eine seltene Wachstafel. 

„Hier in der ehemaligen Mehlefabrik stehen uns nun insgesamt 1431 Quadratmeter zur Verfügung, die zudem optimale Bedingungen für die Unterbringung alter und damit empfindlicher Dokumente bieten“, meinte Kalisch. So könne im 800 Quadratmeter großen Magazin, in dem im modernen Rollregalsystem bis zu sieben Kilometer Archivgut gelagert werden kann, sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit genauestens gesteuert werden. Für die Öffentlichkeit verfügt das Stadtarchiv über einen 40 Quadratmeter großen Leseraum, der wegen der andauernden Corona-Beschränkungen zunächst jedoch nur von vier Personen gleichzeitig genutzt werden kann. „Wenn diese Zeit überstanden ist, werden hier zehn Besucher gleichzeitig alte Dokumente lesen und kopieren können“, hofft Kalisch, „dass möglichst viele Bürger hierherkommen und unser Archiv nutzen“.

VON PER SCHRÖTER

Kontakt: Stadtarchiv Göttingen, Weender Landstraße 69, 37075 Göttingen, Tel. 0551/400-3122, E-Mail: stadtarchiv@goettingen.de, Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 8.30 bis 16 Uhr, donnerstags 8.30 bis 18 Uhr und freitags 8.30 bis 13.30 Uhr.

Weitere Infos gibt es hier.

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