Rat muss Regelung noch bestätigen

Neue Satzung: Schutz für die Gebäude im Ostviertel in Göttingen

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Bagger schafften Anfang 2019 Tatsachen: Eine alte Villa am Friedländer Weg im Göttinger Ostviertel war nicht mehr zu retten. So ein Vorge hen will die Stadt mit einer neuen Satzung zukünftig verhindern.

Die Stadt will mit einer neuen Satzung verhindern, dass Investoren im Ostviertel Tatsachen schaffen. Ein Fall wie Anfang 2019, als ein Anwesen trotz eines Ratsbeschlusses einfach abgerissen wurde, soll sich damit nicht wiederholen.

Damals waren auf einem Villengelände am Friedländer Weg Bagger angerückt, um Platz für einen Neubau mit 20 Wohneinheiten zu schaffen. Anwohner hatten die Verwaltung noch alarmiert. Aber das sofortige Einschreiten half nichts: Das Gebäude war am Ende nicht mehr zu retten.

Ziel der Satzung, die im Februar abschließend vom Rat verabschiedet werden soll, ist es, das Ortsbild im Osten der Stadt dauerhaft zu erhalten. Ein Experte hat die Richtlinie erarbeitet. Dabei nahm er den Stadtteil genau unter die Lupe. Fazit: Die Mehrzahl der Anwesen wurde zwischen 1870 und 1920, in der Zeit der Historismus und der Reformarchitektur, errichtet. Alle Gebäude und Gebäudeensembles wurden in einem weiteren Schritt mit Blick auf ihren „Wert“ für das gesamte Viertel untersucht. Wenn ein Bauprojekt im Ostviertel realisiert werden soll, ist künftig eine Bauberatung obligatorisch, so regelt es die neue Satzung. Danach wird über jeden Fall einzeln abgewogen und entschieden. Die künftige Linie: Je prägender und wertvoller das Gebäude, um das es geht, ist, desto höher sind die Anforderungen an das Bauprojekt und seine Architektur. Dadurch bekommt die Stadt Göttingen Einflussmöglichkeiten, die sie zuvor nicht hatte.

Über die besonders schützenswerten Gebäude will die Stadt außerdem mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalschutz ins Gespräch kommen. Ziel ist es, für diese Häuser den Denkmal-Status zu bekommen.

Ein weiterer Punkt, der in die neue Satzung aufgenommen wurde, ist die Gestaltung der Vorgärten. Ziel soll es sein, dass sie nicht zu Parkflächen werden, was ebenfalls das Ortsbild stört.

Damit Anwohner und Hausbesitzer über die neuen Regelungen informiert sind, soll es demnächst eine Veranstaltung geben. Außerdem ist ein Flyer in Vorbereitung.

Ratsmitglied Dr. Francisco Welter-Schultes (Piraten) lobte die künftige Satzung, die vom Ausschuss bei einer Gegenstimme gebilligt wurde: „Wir können damit Verantwortung übernehmen, das Erbe zu erhalten.“ Er hob auch die Rolle des scheidenden Stadtbaurates Thomas Dienberg hervor, der nach dem Abriss Anfang vergangenen Jahres sofort reagiert hatte: Er habe sich um das historische Erbe Göttingens verdient gemacht.

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