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Neue Tafel-Außenstelle in Rosdorf: „Eine enorme Erleichterung“

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Von: Hannah Köllen

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Auf gute Zusammenarbeit: Benjamin Menge (links) und Moritz Wiethaup freuen sich auf die Außenstelle der Göttinger Tafel in Rosdorf.
Auf gute Zusammenarbeit: Benjamin Menge (links) und Moritz Wiethaup freuen sich auf die Außenstelle der Göttinger Tafel in Rosdorf. © Hannah Köllen

Das ist für viele Betroffene eine echte Erleichterung: Die Göttinger Tafel hat ab sofort eine Außenstelle in Rosdorf.

Rosdorf – Gestiegene Preise für Strom, Gas, Lebensmittel und Sprit sorgen für einen erhöhten Zulauf bei den Tafeln. Auch die Göttinger Tafel versorgt aktuell mehr Menschen als noch im vergangenen Jahr. Auf einer Pressekonferenz im Rosdorfer Gemeindezentrum gab die Tafel nun bekannt, dass sie ab sofort zusätzlich eine Ausgabestelle in Rosdorf haben wird.

Lange Warteschlangen bei der Tafel in Göttingen

„Die Warteschlangen sind so lang wie nie zuvor“, sagte Moritz Wiethaup über den Andrang bei der Tafel in Göttingen. Aktuell versorge sein Team mehr als doppelt so viele Menschen mit Lebensmitteln als noch im vergangenen Jahr. Deshalb sei er sehr froh über die weitere Lebensmittelausgabestelle.

Ab sofort werden einmal wöchentlich jeden Montag ab 14 Uhr Lebensmittel im Rosdorfer Gemeindezentrum ausgegeben. Initiator der neuen Ausgabestelle – der insgesamt sechsten Stelle der Göttinger Tafel – ist Benjamin Menge. Der gebürtige Bremer war als Kind selbst Kunde bei der Tafel: „Ich musste früher mit meiner Mutter zur Tafel gehen. Daher weiß ich, wie wichtig diese Arbeit ist“, sagte der 24-jährige Theologiestudent. Menge lebt in Rosdorf und ist dort für die CDU im Gemeinderat tätig.

Erleichterung für Kunden aus Rosdorf

Vor einem Jahr hatte er die Idee, eine Ausgabestelle in Rosdorf zu errichten. „Das ist für die Menschen aus Rosdorf, die immer nach Göttingen kommen müssen, um ihre Lebensmittel abzuholen, eine enorme Erleichterung“, sagte Menge.

Das ist für die Menschen aus Rosdorf, die immer nach Göttingen kommen müssen, um ihre Lebensmittel abzuholen, eine enorme Erleichterung.

Theologiestudent Benjamin Menge

Von den rund 1600 Kunden der Göttinger Tafel kämen rund 40 Personen aus Rosdorf, sagte Moritz Wiethaup. Sie alle müssen ab Montag nicht mehr den Weg nach Göttingen auf sich nehmen, sondern können sich zumindest einmal pro Woche ihre Lebensmittel in Rosdorf abholen.

Ausgabe der Lebensmittel im eigenen Ort

Wenn die Lebensmittelausgabe direkt im eigenen Ort stattfindet, senke das bei vielen Menschen die Hemmschwelle, das Angebot anzunehmen, ist sich Menge sicher. Er geht davon aus, dass die Zahl der Kunden in Zukunft steigen wird. „Es wäre schön, wenn es uns nicht geben müsste“, sagte Menge. Doch die Arbeit der Tafeln sei gerade in Zeiten von gestiegenen Lebensmittelpreisen und Energiekosten bedeutender denn je.

Ein Großteil der Kunden käme aus der Ukraine, berichtete Wiethaup von der Göttinger Tafel. „Bei 30 Prozent unserer Kunden handelt es sich um minderjährige Haushaltsangehörige“, erklärt Wiethaup. Auch viele Alleinlebende seien auf die Tafel angewiesen.

Aufnahmestopp für Zukunft kann nicht ausgeschlossen werden

„Einen Aufnahmestopp gibt es bei uns noch nicht, wir können es für die Zukunft aber nicht ausschließen“, sagte Wiethaup. Seit dem vergangenen Frühjahr müssten sie zu den Spenden Lebensmittel zukaufen.

Auch Einzelhändler aus Rosdorf gehören laut Wiethaup bereits zu den Unterstützern der Göttinger Tafel. In der Uni-Stadt seien derzeit rund 120 aktive Mitarbeiter tätig. Für die Außenstelle in Rosdorf konnte Benjamin Menge bereits 40 Ehrenamtliche generieren. Die Hilfsbereitschaft in der Gemeinde sei enorm.

Angebot des Gemeindebürgermeisters

Besonders gefreut habe er sich über das Angebot des Gemeindebürgermeisters Sören Steinberg, der für die Ausgabestelle das Gemeindezentrum kostenfrei zur Verfügung stellt. „Ich freue mich über das Angebot hier bei uns in Rosdorf und hoffe, dass die Menschen hier das bekommen, was sie benötigen“, sagte der SPD-Politiker Steinberg.

„Pro Schicht brauchen wir bis zu drei Leute und einen Fahrer“, betont Menge. Über weitere Helfer sowie Spenden freue sich das Team nach wie vor. Weitere Informationen gibt es hier. (Hannah Köllen)

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