Göttingen: Neue Tumortherapien auch für Ältere

Professor Rieken ist aus Heidelberg an die Uni-Medizin Göttingen gekommen

Neuer, junger Direktor der Universitätsmedizin Göttingen für Strahlentherapie: Prof. Stefan Rieken.
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Neuer, junger Direktor UMG-Klinik für Strahlentherapie: Prof. Stefan Rieken.

Die „Erneuerung“ an der Spitze der Kliniken an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) geht weiter: Mit Stefan Rieken hat die UMG einen Professor für die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie – im Wettbewerb mit anderen Uni-Kliniken – an Land gezogen.

Göttingen – Rieken leitet seit dem 1. April die gleichnamige UMG-Klinik und ist der Nachfolger von Prof. Dr. Clemens Hess.

Der gebürtige Cloppenburger Rieken war zuvor seit 2007 leitender Oberarzt am Uni-Klinikum Heidelberg. Während des Studiums und der Ausbildung arbeitete und lernte Rieken auch in den USA, in Wien und Bern. Der 41-jährige Facharzt für Strahlentherapie verfügt laut UMG über „umfassende Erfahrungen in allen technischen wie klinischen Teilbereichen der modernen Strahlentherapie und Radioonkologie“.

Dabei wendet er seit Jahren bei Patienten neue Bestrahlungsverfahren an, darunter die Stereotaxie und Radiochirurgie oder die Kombination von Strahlentherapie mit Systemtherapien wie der Immuntherapie. Rieken gilt als international bekannter Spezialist für die Behandlung von Lungen- und Hirntumoren sowie für die Radioimmuntherapie.

In der Krankenversorgung legt Stefan Rieken besonderes Gewicht auf die Hochpräzisionsstrahlentherapie und die Kombination von Bestrahlung mit modernen medikamentösen Konzepten. „Die exakte Präzisionsbestrahlung auch mit stereotaktischen Verfahren erhöht die Heilungsraten und senkt die Nebenwirkungen deutlich“, sagt Rieken. „Sie macht zudem wiederholte Bestrahlungen sowie die Kombination mit Tumormedikamenten in den meisten Fällen unkompliziert möglich“.

Neben der allgemeinen Sprechstunde für Strahlentherapie und Radioonkologie wird er neue Spezialsprechstunden einrichten. Damit wolle er den individuellen Bedürfnissen seiner Patienten und Patientinnen gerecht werden. Geplant sind auch Spezialsprechstunden für Zweitmeinungen, für Re-Bestrahlungen sowie eine Sprechstunde speziell für ältere Patienten mit Tumorerkrankungen.

Rieken ist auch als Forscher unterwegs: Dabei leitet ihn ein Ziel: „Die Integration der technischen Strahlentherapie in medikamentöse und chirurgische Konzepte muss sich in klinisch spürbare Vorteile für meine Patienten umsetzen“, beschreibt er.

Speziell möchte er auch die Patienten erreichen, die bisher zu wenig vom medizinischen Fortschritt profitiert haben. Zu diesen gehören ältere, vorerkrankte Patienten, auch mit metastasierten Tumoren. Diesen können heute und künftig dank neuer Verfahren schonendere Behandlungen angeboten werden.

UMG-Vorstandssprecher Prof. Wolfgang Brück jedenfalls lobt den neuen Direktor: Rieken sei ein „exzellenter, vielseitiger, höchst innovativer und international bestens vernetzter Kollege“. 

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